Erstellt am: 17. 4. 2015 - 17:20 Uhr
Talking Orcas
Reality Check Special
Erich Hoyt talks orca research and the fascinating world of orca culture.
Saturday, April 18th at 12:00, for seven days on demand and on podcast.
Orcas, also known as killer whales, live in oceans all around the world. Some are kept in aquariums and although the popularity of such displays has declined in Western countries, they're a growing trend in places like China and Russia. Scientist and author Erich Hoyt has been studying orcas, and other dolphins and whales, for decades. Marine conservation consultant Nicolas Entrup explains why Erich Hoyt is regarded as one of the leading figures in the world of cetacean research and conservation:
Taucht man in die Welt der Wale und Delfine und vor allem jener Personen ein, die ihr Leben der Erforschung und dem Schutz der Meeressäuger widmen, so führt kaum ein Weg an Erich Hoyt vorbei.
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FEROP
Seit etwa vier Jahrzehnten, seit seiner ersten Begegnung mit Orcas in den Gewässern vor British Columbia, einer der Geburtsstätten der Walforschung, hat der in den USA geborene und heute in England lebende Wissenschaftler und Schriftsteller eine Mission: Unermüdlich, aber gleichzeitig in stoischer Ruhe, überlegt und zielorientiert zählt Hoyt zu den Kreativköpfen und Visionären der Walforschung und des Walschutzes. Er ist nicht nur eine der federführenden Persönlichkeiten bei der Gestaltung effizienter Meeresschutzzonen und ihrer Zukunft, sein Name ist auch untrennbar mit der Entwicklung der Walbeobachtung in zahlreichen Regionen verbunden.
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FEROP
Erich Hoyts Projekttätigkeiten führten ihn in mehr als 50 Länder. Sein schriftstellerisches Talent ermöglichte es ihm, seinen Erfahrungsschatz fachlich kompetent und gleichzeitig spannend der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Einen seiner Meilensteine lieferte Hoyt bereits mit seiner ersten Buchveröffentlichung ab: "Orca: The Whale Called Killer" ist auch 30 Jahre nach Erstveröffentlichung und zahlreichen Neuauflagen und Übersetzungen ein "must-read" für jeden Walfan.
Orcas als Leitfaden
Es hat den Anschein, als ob es bei den zahlreichen Themen, Arten und Initiativen die Orcas sind, die sich wie ein roter Faden durch Hoyts Leben ziehen. Während die schwarz-weißen Riesen an der Westküste Kanadas und der USA zu den am besten erforschten Zahnwalen weltweit zählen, lagen bis vor wenigen Jahren kaum Informationen über Orcas in russischen Gewässern vor.
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FEROP
Dies nahm Hoyt zum Anlass, um gemeinsam mit Sascha Burdin ein Projekt ins Leben zu rufen, das sich der Erforschung von Orcas, ihrer Dialekte, ihres Sozialverhaltens, sowie ihrer Nahrungsgewohnheiten und Wanderrouten widmet. Protagonisten des Projektes sind junge, engagierte russische Studentinnen und Studenten, die in der entlegenen Regionen hervorragende Arbeit leisten.
Flosse als "Ausweis"
Zentraler Ansatz der Forschung ist die sogenannte Photo-Identifikation der Tiere. Denn durch das Fotografieren der majestätischen Rückenflossen und ihrer Katalogisierung kann jeder Orca individuell identifiziert werden.
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FEROP
Wertet man Sichtungsdaten und Gruppenzusammensetzungen aus, erhält man fundamentale Erkenntnisse über das soziale Leben der Tiere. Mittels Hydrophonen und der Auswertung akustischer Aufnahmen sind Wissenschaftler in der Lage, die Sichtungsdaten mit Informationen über individuelle Kennrufe und Vokalisation zu ergänzen. Die Ergebnisse sind atemberaubend. Wissenschaftler sprechen bereits von Walkulturen. Die angewandten Methoden sind stets "benign", stellen also keinerlei Störung oder Beeinträchtigung der Tiere dar. Ausnahmen davon sind selten durchgeführte Gewebeproben, um die Tiere auf Belastung durch Umweltgifte zu untersuchen.
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EPA/Cristobal Garcia
Hoyts Involvierung steht jedoch auch für die Zielsetzung des Projektes, die stets mit der Erhaltung und dem Schutz der be- und erforschten "Objekte" in Verbindung steht. Nachdem die nordamerikanische Vergnügungsparkindustrie durch die Entnahme von Orcas aus freier Wildbahn zahlreiche Orcagruppen zerstört hatte, stellten die Behörden die Vergabe von Fanglizenzen ein. SeaWorld & Co. suchten neue Fangorte und fanden diese zunächst in Argentinien, Island und Japan. Doch auch in diesen Ländern folgte die Einstellung des Fangs von Orcas, woraufhin Russland als neue Fangdestination auserkoren wurde. Das Team um Hoyt positionierte sich rasch und basierend auf wissenschaftlichen Fakten gegen den Fang von Orcas. Ihre Arbeit stellt aktuell das einzige Projekt innerhalb Russlands dar, das sich aktiv für die Einstellung der Fangaktivitäten einsetzt, und wird auch von einer österreichischen Initiative unterstützt.
Reality Check Special
Talking Orcas: in conversation with Erich Hoyt can be heard on Saturday, April 12th, from 12 noon, and afterwards at seven days on demand.