Erstellt am: 9. 5. 2013 - 13:03 Uhr
Am Ende bist du immer Viele
Eigentlich wollte ich die beiden Geschwister Eva und Robert Menasse gemeinsam zu einem Gespräch einladen. Die Vorstellung hat mir in den Fingern gekribbelt und wir haben uns sehr um einen gemeinsamen Termin bemüht – die eine wohnt in Berlin und ist gerade mit ihrem neuen Roman viel unterwegs, der andere ist ohnedies nie lange an einem Ort.
Dann standen Tag und die Uhrzeit und ich habe begonnen, mich durch die Werke der beiden zu lesen.

Radio FM4/Robert Glashüttner
Nach zwei Wochen wurde ich unruhig. Wie soll ich diese beiden vollgefüllten Biografien unter einen Hut bringen?
Gemeinsame Familienwurzeln hin oder her – letztlich leben die beiden sehr unterschiedliche Leben, die sich an manchen Punkten kreuzen. Das Dilemma löste sich von selbst, als kurz vor unserem Gespräch Robert Menasse keinen Flug mehr bekam, der ihn von Italien rechtzeitig zu uns ins Studio gebracht hätte. Und so war ich mit Vienna, den Quasikristallen und deren Autorin Eva Menasse alleine.

KiWi
Eva Menasses neuer Roman "Quasikristalle" ist bei Kiepenheeuer& Witsch erschienen.
nächsten Lesetermine in Österreich:
19.5. Schloss Elmau, Tirol
21.5. Literaturhaus am Inn, Innsbruck
22.5. Literaturforum Leselampe, Salzburg
Wir durchqueren die Schauplätze ihrer Kindheit, den Tennisclub im Prater, wo ihre Eltern ihr gesamtes gesellschaftliches Leben verbracht haben, nachdem Evas Vater Hans den Fußball ins Regal gelegt und mit einigen anderen ehemaligen Fußballnationalspielern zum Tennisschläger gegriffen hat. Evas Erzählungen aus ihrem Debütroman "Vienna" bringen mich oft zum Lachen. Die Milieuschilderungen sind wirklich witzig. Auch wenn es um den Schmerz aus der Vergangenheit geht, wird nicht zimperlich miteinander umgegangen.
"Ich habe viele Recherche zu den sogenannten Mischehen gemacht und was das in der Naziszeit genau bedeutet hat. Mein Vater hat jüdische Wurzeln. Er wurde gemeinsam mit seinem Bruder als Achtjähriger nach England geschickt, als er zurückkam, war er erwachsen und konnte sich mit seinen Eltern anfangs gar nicht verständigen, weil er Deutsch verlernt hatte."
Es hat lange gedauert, bis Hans Menasse, der aus England vor allem sein entdecktes Talent zum Fußballspielen mitgebracht hatte, die traurigen Episoden seiner Kindheit, die Vertreibung, die Demütigungen, erzählt hat.
Als Journalistin hat Eva Menasse sich schon früh Richtung Deutschland orientiert. Der Zeitungsmarkt ist in Österreich eben überschaubar. Und so war der endgültige Umzug nach Berlin nur eine Frage der Zeit. Dort wohnt sie nun mit Mann und Kind. Zwei Autoren, die, wie es scheint, sich ihr Leben gut eingerichtet haben.
Verpasst?
Das Doppelzimmer gibt es ab 15 Uhr für eine Woche hier im Stream und FM4 Interview Podcast.
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