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23. 1. 2012 - 18:05

Sebastian Kurz zu Gast bei FM4

Der Integrationsstaatssekretär gilt als Jungstar der Regierungsbank. Am Montag war er zu Gast bei Esther Csapo in FM4 Connected. Hier das Studiogespräch zum Nachhören.

"Ohne eine tolerante und offene Mehrheitsbevölkerung, kann Integration nicht funktionieren. Wenn jemand sich aber nicht integrieren will und seinen Beitrag leisten will, dann wird das auch nicht funktionieren", meint Sebastian Kurz und betont einmal mehr, dass geglückte Integration seiner Meinung nach vor allem über den Begriff "Leistung" funktionieren würde.

Migranten und Migrantinnen sollen nicht nach ihrer Herkunft beurteilt werden, sondern danach, was sie in Österreich weiterbringen und was sie beitragen wollen. Wir würden zu leicht vergessen, wie groß der Beitrag ist, den Migranten und Migrantinnen jetzt schon für unsere Gesellschaft leisten.

"Genauso wie es nicht die Mehrheitsbevölkerung gibt, die keine Migranten mag, genausowenig gibt es die MigrantInnen, die sich allesamt nicht einbringen wollen."

Würde man die Leistung von MigrantInnen in den Vordergrund stellen, so Kurz, dann wäre es auch zu schaffen, Schritt für Schritt die Ausländerfeindlichkeit abzubauen. Den Staat sieht er dabei in der Pflicht, Leistung auch zu ermöglichen. Dabei gäbe es Defizite, vor allem was die Anerkennung von Ausbildungen im Herkunftsland angeht.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz im Gespräch mit SchülerInnen

FM4 / Alex Wagner

Das restriktive und an relativ hohe Einkommensnachweise gebundene Staatsbürgerschaftsrecht verteidigt der Integrationsstaatssekretär: Die Staatsbürgerschaft großzügig an Menschen zu vergeben, die nicht richtig in Österreich angekommen sind, würde weder dem Zuwanderer etwas bringen, noch würde das bei der Mehrheitsbevölkerung gut ankommen.

Was den Kampf gegen die Fremdenfeindlichkeit betrifft, so betont Kurz, dass man Ausländerfeindlichkeit nicht per Gesetz verbieten kann, sondern nur versuchen, sie schrittweise abzubauen. Dafür würde man gerade einen Maßnahmenkatalog von einem Expertenrat abarbeiten. Diese Maßnahmen richten sich sowohl an die MigrantInnen als auch an die Mehrheitsbevölkerung.

Grundsätzlich müsse man aufhören, von unangenehmen Einzelfällen auf alle zu schließen, man dürfe aber auch nicht so tun, als gäbe es keine Probleme. Genau das sei die tagtägliche
Herausforderung der Integration.

Das Studiogespräch gibt es hier in voller Länge zum Nachhören:

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