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Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten.

6. 6. 2010 - 16:47

Austrodub und der Schalk

Hey-Ø-Hansen sind komplett un-irie und ziemlich Jah-less. Der Dub ist ihnen wichtig, aber zu ernst nehmen wollen sie ihn nicht.

Das Cover zum Album "We So Horny - Serious Pleasure Riddims" von der Band Hey-Ø-Hansen.

Hey-Ø-Hansen

Ich fühle mit allen klugen Menschen, die kulturelle Ausdrucksformen vorantreiben, denen Stigmatisierung, fehlende Hipness, intellektuelle Schmähung oder allgemein ein durchwachsenes Image anhaftet. Ob Luftgitarre, Hip Hop, Minigolf oder Videospiele: Die landläufige Meinung ist trotz vorhandener Vielfalt von einer skeptischen Stimmung geprägt.

Der Reggae-Dub hat es außerhalb seiner Stamm-Communities auch nicht leicht mit der Akzeptanz. Die Klischees und Vorurteile sind hier noch schneller zur Stelle als dem buntbemützten Rastafari sein Ganja. Nur auf die Musik stehen und die gesamte platt-vordergründige Peripherie ausblenden, ist hier besonders schwierig. Aber man muss nur wollen. Die Berliner Exil-Tiroler Helmut und Michael von Hey-Ø-Hansen machen seit nun über 15 Jahren schlauen Dub mit Schalk im Nacken.

We So Horny

"Reggae-Dub ist ja an und für sich von der Haltung her extrem unlustig und wahnsinnig ernst. Und mit dem kleinsten Ansatz von Ironie ist man da echt schon gaaanz falsch. Unser Ansatz hat immer auch viel Ironie drinnen. Dann haben wir gedacht: Wie nennen wir ihn jetzt? Und haben die Schublade Austrodub aufgemacht und gesagt: Paff, das sind wir jetzt!"

Diese und andere Weisheiten verraten Hey-Ø-Hansen exklusiv im turbulent-bizarren FM4 Soundpark Interview. Ein Gespräch zwischen Wien und Amsterdam, mit Ost- und Westösterreichern, die über Hamburg und Berlin sprechen, jeder Menge Aufnahmegeräten, einer Webcam, einer filmenden Fotokamera und einem Facebook-Foto.



Damit beim Blödeln nicht auf die Fakten vergessen wird: Hey-Ø-Hansen haben ein luftig-entspanntes Dub-Album mit vielen akustischen Instrumenten aufgenommen, das für milde Sommernächte nicht idealer geeignet sein könnte. Erschienen ist "We So Horny - Serious Pleasure Riddims" auf dem hervorragenden kleinen Hamburger Indie-Label Pingipung. Das Album ist ausschließlich auf Vinyl und als Download verfügbar, dafür ist die Werkschau "Sonn und Mond" aus dem Vorjahr auf CD erhältlich.

Der komplette Ablauf der Soundpark-Sendung steht im FM4 Radioprogramm.

Das Interview mit Helmut Erler und Michael Wolf wird es in der kommenden Nacht von Sonntag auf Montag (7. Juni 2010) in voller Länge im FM4 Soundpark (ab 1 Uhr) zu hören geben. Ohne gruselige Monster-Delays, dafür mit umso mehr Musik dazwischen.