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Barbara Köppel

Durch den Dschungel auf die Bühne des Lebens.

1. 10. 2009 - 12:00

Blokart fahren

Das ist wie Segeln - nur an Land. Wer sich's zutraut, kann gleich an der ersten österreichischen Blokart-Meisterschaft teilnehmen.

Windjacke statt Neoprenanzug

Das Gute an Windsportarten ist, dass sie das ganze Jahr über Saison haben. Nach dem Sommer schnallen sich Kitesurfer statt dem Board ihre Rollerblades an, und auch Segler und Windsurfer steigen auf Räder um.

Im Winter tauscht man die Reifen gegen Kufen und segelt am Eis.

Auf der Wiener Donauinsel z.B. sind seit kurzem Blokarts, diese dreirädrigen Landsegelfahrzeuge unterwegs.

Blokart - Landsegeln auf der Donauinsel

Andreas Burghardt

Ein paar Tipps vom amtierenden Blokart-Vizeweltmeister Hamish McGregor (rechts)...

Da die Beine zum Landsegeln nicht gebraucht werden, eignet sich der Blokart auch für Rollstuhlfahrer.

Anders als beim Segeln am Wasser ist für das Blokart Fahren kein besonderer Kurs oder Schein erforderlich. Selbst Menschen, die weder Luv von Lee noch Halsen von Wenden unterscheiden können, haben das Gefährt innerhalb von ein paar Minuten im Griff.

Blokart - Landsegeln auf der Donauinsel

Andreas Burghardt

... und schon geht's los!
Plakat

Andreas Burghardt

Am 17. und 18. Oktober findet auf der Wiener Donauinsel unter der Floridsdorfer Brücke die erste österreichische Blokart-Meisterschaft statt. Wer will, kann sich noch als Rennpilot anmelden.

Mit der Lenkstange in einer und einem Seil - der Schot, wie es im Seglerjargon heißt - in der anderen Hand, steuert man die Richtung bzw. wieviel Wind man ins Segel läßt. Was hier sehr gemütlich aussieht, wird bei gutem Wind ganz schön wild. Geübte Blokart-Piloten fahren zwischen 30 bis 50 Stundenkilometer, auf Eis an die 70. In US-amerikanischen Salzwüsten wurden Spitzengeschwindigkeiten von 160 km/h erreicht.

Und das Ganze ohne Bremsen! Denn wer sich keine extra Scheibenbremsen auf den Blokart montiert - und das sind die wenigsten - fährt einfach gegen den Wind oder bremst in Schlangenlinien. "Im Notfall kann man immer noch kentern", empfiehlt Andreas Burghardt von der Blokart-Connection Austria. Denn selbst das wird in der Blokartszene zur Kunst erhoben. Gekonnt gekippt ist mindestens so cool wie Rennen fahren. So finden neben den regulären Bewerben auch Freestyle-Events statt, bei denen die Piloten ihre Tricks vorzeigen. Dabei ist seitlich auf zwei Rädern fahren noch die leichteste Übung. Andere springen über Hindernisse oder wechseln während der Fahrt ihre Reifen.
Den Anfänger freut aber schon eine einfache Brise Fahrtwind.

Blokart - Landsegeln auf der Donauinsel

Andreas Burghardt

Immer der Nase nach...

Eine Reportage über das Blokart-Fahren gibt's heute, Donnerstag, 1. Oktober 2009 in Connected (15-19).