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Trishes

Beats, Breaks und Tribe Vibes - oder auch: HipHop, Soul und staubige Vinyl-Schätze.

30. 1. 2017 - 12:06

DJs im Wandel der Zeit

Die Waxolutionists melden sich pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum mit "The Big Butter Pt. 1" zurück und schließen damit nahtlos an ihre Anfänge an. Eine kleine Zeitreise durch die Diskografie unserer Artists Of The Week.

Als sich DJ Zuzee, der vor kurzem aus Vorarlberg übersiedelte Bionic Kid und DJ Buzz 1997 in Wien zusammentaten, war die Mission recht klar: Auf dem Vier-Spur-Rekorder Beats & Scratches übereinanderschichten und die Turntables so als Musikinstrumente einsetzen, wie es auf unterschiedliche Weisen auch Vorbilder wie DJ Shadow, die Invisibl Skratch Piklz oder DJ Krush machten. Dass sie noch 20 Jahre später an dieser Mission arbeiten würden - trotz längerer Pausen - war damals sicher nicht klar und letztlich auch nicht wichtig. Es macht aber - gemeinsam mit den vielen musikalischen Highlights - die Laufbahn der Waxolutionists umso bemerkenswerter. Im Folgenden ein kleiner audiovisueller Rückblick...

Lukas Gansterer

Noch bevor mit Smart Blip Experience Anfang 2000 das erste Album des DJ-Trios erschien, hatte Bionic Kid gemeinsam mit Manuva einen ruhigen Song produziert, der bis heute großes Gänsehaut-Potenzial hat: Nachtschattengewächs.

Mit Manuva und seinem Total-Chaos-Partner DJ DBH sowie einer Handvoll befreundeter Musiker wurde nicht lange danach das Supercity Soundsystem gegründet, mit dem die Waxolutionists (die zwischendurch auch den allerersten FM4 Award beim Amadeus gewonnen hatten) dann auch die großen Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz austesten konnten. Die zugehörige Hymne klingt auch noch immer gut!

Schon ab dem zweiten Album Plastic People hatte sich der Fokus von der Turntable-Musik immer stärker auf die Produktion von Songs mit Rapper_innen verschoben. Auf Counterfight standen die Songs mit Stimme dann schon klar im Zentrum, zum Beispiel dieser Slangrap-Knaller mit Das Rückgrat aus Linz.

Aber auch Gäste aus England stießen zu dieser Zeit öfter dazu: die UK-Legende Blade war auf Counterfight gleich zwei Mal vertreten. In diesem Video ist auch der Waxolutionists-Auftritt am Donauinselfest 2003 atmosphärisch schön eingefangen.

Für ihr 2009er Album We Paint Colours hatten die Waxolutionists ebenfalls jede Menge amerikanische, britische und sogar schwedische Rap-Features mit dabei. Herausragend war dabei sicher das Trio aus Mystic, Hezekiah und Dave Ghetto, die am Rande einer Tour gleich mehrere Tage in Wien blieben, um gemeinsam mit DJ Buzz einige Songs aufzunehmen. Einige Jahre später sollte sogar ein eigenes Album daraus werden, Auszüge der Sessions im Buzzment Studio sind in diesem Video zu sehen:

Einige Sabbaticals später haben sich die Waxolutionists jetzt wieder zusammengetan, und das Album The Big Butter Pt. 1 eingespielt. Um ganz bewusst wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren und ohne die Ablenkungen der Zivilisation an jazzig-psychedelischer Turntable-Musik arbeiten zu können, verschanzten sich die drei auf der steirischen Planneralm. Sehr schön ist die Waxos-Hüttengaudi im ersten Video zur Platte für die Nachwelt festgehalten:

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