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Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten.

19. 1. 2017 - 16:53

20 Jahre "Diablo"

Im Jänner 1997 ist das infernalische Totklickspiel erstmals in Europa erschienen. Das ehemals bahnbrechende Spielprinzip hat sich abgenützt, doch die Erinnerungen bleiben.

Es ist schon eine Weile her, als wir zum ersten Mal zum Dunklen Lord in pixelige Höllenlabyrinthe vorgedrungen sind. "Diablo" ist ein Meilenstein der Computerspielgeschichte, und man könnte das Game guten Gewissens als Ursprung aller späteren Klicker-Games bezeichnen - also jener Spiele, wo man eigentlich nichts anderes tun muss, außer Dinge, Monster oder Gegenstände weg- oder totzuklicken. Im Fall von "Diablo" waren es natürlich jede Menge stets stärker und größer werdende Unholde, die wir mit immer besseren Waffen und Zaubersprüchen weggeklickt haben. Weil wir ja auch immer tiefer in die Hölle hinabgestiegen sind.

Bildschirmfoto aus "Diablo": Der Avatar bekämpft Skelette.

Blizzard Entertainment

Viele bekommen immer noch Gänsehaut, wenn sie die Gitarren und Flöten des originalen "Diablo"-Soundtracks hören. Das Spiel hat Computerrollenspiele völlig neu definiert: "Diablo" war leicht zu spielen, hatte flüssige Animationen und eine übersichtliche, isometrische Spielansicht von schräg oben. Das Spiel war einsteigerfreundlicher und visuell dynamischer als die meisten Rollenspiele, die davor erschienen waren. Dennoch war der Tiefgang nicht zu unterschätzen, denn war man erst mal ordentlich in der ewigen Schleife von 1. Monster wegklicken, 2. Loot sammeln, 3. Aufleveln reingekippt, war es meist für viele Tage lang um einen geschehen.



"Diablo 2" war im Jahr 2000 naturgemäß größer, schneller und besser. Mehr Dungeons, mehr Schätze, mehr Dämonen. Die Monsterklickerei war Anfang der 2000er Jahre an ihrem Höhepunkt angekommen, auch, weil die "Diablo"-Serie von Anfang an ein nahezu perfektes Mehrspielererlebnis geboten hat, das beim zweiten Teil nochmal verbessert wurde.

Zaghaftes Feiern

Nach Teil zwei samt Erweiterung war es ganz lange still um die Serie. Währenddessen war die Konkurrenz mit Titeln wie "Torchlight", "Sacred" oder "Path of Exile" alles andere als untätig. Als 2012 endlich "Diablo 3" kam, war die Luft aus der Serie und der Spielegattung allgemein schon weitgehend draußen. Dazu kam noch das Ärgernis über das seltsame Echtgeld-Auktionshaus, das wenige Jahre später eingestellt wurde.

Ein Kampf im Verlies, der Held bedient eine Feuerwaffe.

Activision Blizzard

Diablo 3

Auch die 20-Jahre-Feierlichkeiten begeht Hersteller Blizzard Entertainment eher mit gedämpfter Stimmung als mit Überschwänglichkeit. Eine Ankündigung von "Diablo 4" bei der hausinternen Fan-Konferenz Blizzcon Anfang November 2016 ist ausgeblieben, und eine komplette, offizielle Neuauflage des Urspiels aus Ende 1996 bzw. Anfang 1997 ist nicht in Sicht. Stattdessen hat man das originale "Diablo" mehr oder weniger authentisch innerhalb des dritten Teiles nachgebaut.

"Glorious RetroVision"

"RetroVision" nennen die Blizzard Entwickler/innen ihren technischen Kniff, mit dem sie innerhalb von "Diablo 3" plötzlich alles so aussehen lassen wie vor 20 Jahren. Wir gehen durch ein Portal und auf einen Schlag ist alles wesentlich pixeliger und die Figur bewegt sich auffallend kantiger als davor. Und wir steigen wieder 16 Levels hinab, um dort erneut den Dunklen Lord zu treffen. Dieses Jubiläums-Event ist frei spielbar, allerdings leider nur bis Ende Jänner.

Das Zurückkehren zu "Diablo" ist nostalgisch, aber gleichzeitig merkt man, dass die Spielmechanik mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen ist.

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  • hejdi | vor 183 Tagen, 21 Stunden, 37 Minuten

    Oh ja und killed by friendly fire wegen lag - oh weh. Und kein schnell laufen Modus im 1er. DIE Verbesserung im 2er :) Und nicht zu vergessen - das legendäre cow level - hach!!!!

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