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Musik, Film, Heiteres

Lukas Lottersberger

Lukas Lottersberger

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Politik, Alltägliches und andere Kuriositäten.

13. 1. 2017 - 16:23

Der Weekender-Club schließt

Der wohl beste Indie-Club in Tirol schließt mit Mai 2017 seine Pforten. Die Gründe sind vielfältig, aber branchentypisch: Anrainerbeschwerden, steigende Kosten, keine Förderungen.

Vom Wochenend-Event zum eigenen Club. In den Räumlichkeiten des heutigen Weekender-Clubs war zuvor das Utopia, später Nutopia beheimatet. Weekender war anfangs nur ein monatliches Indie-Tanz-Event am Wochenende. Doch 2006 haben die Betreiber Justin Barwick und Andi Franzelin schließlich die Metamorphose des Events zum Club vollzogen.

Weekender Club

Das Weekender am Abend der Eröffnung

Und das mit Erfolg. In der Zeit, als Indie-Bands europaweit wie Schwammerl aus dem Boden geschossen sind, ist das Weekender zum angesagten Indie-Club avanciert. Eine enorme Bereicherung für die "Weltstadt" Innsbruck, in der das Kulturangebot bis heute ziemlich überschaubar wirkt.

Im Mai soll der letzte Gitarrenriff erklingen. Das Datum der Bekanntgabe dieser kulturellen Hiobsbotschaft scheint fast symbolisch gewählt. Es ist Wochenende und ein Freitag, der Dreizehnte.

Die Gründe

Die Gründe sind laut Geschäftsführer Andi Franzelin vielfältig. Einerseits soll es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Anrainerbeschwerden gekommen sein: "Bei jedem Konzert ist die Polizei oder die Mobile Überwachungsgruppe (Anm.: Eine Art Sicherheitskörper des Innsbrucker Stadtmagistrats, mit weniger Befugnissen als die Polizei) gekommen. Also zwei bis drei Mal die Woche", moniert Franzelin.

Aber nicht nur die Beschwerden wurden den Betreibern zu viel, sondern auch die steigenden Kosten, gepaart mit fehlenden Förderungen, machen dem Club angeblich zu schaffen. "Wir haben schon mehrmals um Förderungen angesucht - leider ohne Erfolg", erklärt Franzelin.

Zwar habe man in den vergangenen Jahren weitaus mehr ausverkaufte Konzerte verzeichnen können, als noch in den Anfangsjahren, doch ausverkaufte Konzerte seien eben kein Garant für finanziellen Gewinn, meint Franzelin. "Das wussten wir natürlich. Man macht eben auch Shows wegen des Prestige, des Images und aus booking-technischen Gründen. In den letzten Jahren ist da die Schere aber einfach zu weit auseinandergegangen."

Was folgt?

Was mit den Räumlichkeiten nach Mai passieren wird, ist noch ungewiss. Und auch, ob die Marke Weekender in irgendeiner anderen Form weiter bestehen bleibt. "Was bleibt, ist unsere Liebe zur Musik, das nimmt uns keiner", sagt Franzelin. "Es ist aber unser Bestreben, irgendwie der Veranstaltungbranche und der Musikwirtschaft erhalten zu bleiben." Konkrete Pläne liegen hierfür aber noch keine vor. Man wolle in den kommenden Wochen und Monaten darüber nachdenken.

King Khan and the Shrines

clicktures.at/Claus Watzdorf

2007: Der Autor wurde im Weekender von "King Khan" auf die Bühne geholt

Die Schließung des Weekenders wird eine große Lücke in der Kulturlandschaft Innsbrucks und auch darüber hinaus hinterlassen. Franzelin bleibt aber optimistisch: "Jede Institution ist ersetzbar. Es gibt andere Veranstalter, die großartiges leisten - auch in der Subkultur. Die werden sicher die Arbeit von uns fortsetzen. Auch dann, wenn wir nicht in einer anderen Form aktiv sein werden sollten."

Was auch immer folgen mag, danke für die schönen Jahre, die tollen Konzerte und have a nice weekEND, lieber Weekender.

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  • didz | vor 105 Tagen, 14 Stunden, 24 Minuten

    Österreich ist mit seinem ganzen Beamtentum zum kotzen. Aber die Drecks Politiker schieben sich gegenseitig die Kohle in den Hintern und bekommen erst nach zig Jahren Ihre gebührenden Strafen ohne das es noch wen interessiert. Wer allerdings ein Unternehmen aufbauen will oder sonst etwas in dieser Richtung kann maximal ins Ausland gehen. Hierzulande wird auf einem gesch+++

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