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Burstup

Physische Welt, virtuelle Realität. Politik und Kultur.

12. 1. 2017 - 16:00

Unter Zombies

Survial-Horror-Games gibt es viele. Silent Hill, Resident Evil und wie sie alle heißen. Im VR-Spiel Arizona Sunshine aber hatte ich so viel Angst wie noch nie.

Die Zombie-Apokalypse findet diesmal im US-Bundesstaat Arizona statt. Zwischen den berühmten roten Sandsteinformationen schleicht man herum, während einem Zombies röchelnd entgegenwanken.

Vertigo Games

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Der namenlose Protagonist des Spiels ist allein und auf der Suche nach anderen Überlebenden. Er nennt Zombies „Freddies“ und reißt eher dümmliche Witze über sie. Je länger der Tag dauert, umso mehr wächst die Verzweiflung. Vor allem, weil die Freddies sehr aggressiv werden, wenn sie laute Geräusche – wie zum Beispiel die Alarmanlage eines Autos – hören.

Arizona Sunshine wird in Virtual Reality gespielt, mit Oculus-Rift- oder Vive-Headset. Die Illusion, dass Zombies in realen Größenverhältnissen auf dich zustürmen, die empfundene räumliche Nähe eines Angreifers – all das löst starke körperliche Reaktionen aus. Der Herzschlag wird schneller, du schwitzt. Du weichst zurück bist du mit dem Rücken an der physischen Wand deiner Wohnung stehst. Am intensivsten wird das Spiel, wenn man in „Dutchman’s Mine“ hinein muss, einen alten, aufgelassenen Minenschacht, der dunkel ist und voller Zombies, die man anfangs nur hinter Holzverschlägen oder Mauern leise gehen oder röcheln hört.

Vertigo Games

Wie in VR-Spielen üblich, kann man sich in Arizona Sunshine bewegen, indem man wirklich ein paar Schritte in der Wohnung herumgeht. Reicht der physisch vorhandene Platz nicht aus, kann man sich im Spiel „teleportieren“. Diese Kombination aus tatsächlicher körperlicher Bewegung und virtuellem Standortwechsel verleiht ein sehr starkes Gefühl von Präsenz in dieser „Walking Dead“-artigen Spielwelt, während es die gefürchtete Motion Sickness verhindert.

Vertigo Games

Das „Mittendrin-Gefühl“ wird zusätzlich verstärkt, weil man Schubladen und Autos unter Einsatz kabelloser Motion-Controller (Oculus Touch oder Vive Wands) durchsucht – also mit den eigenen Händen. Um Magazine und Patronen aufzusammeln, bewegt man die Hand zuerst zum begehrten Gegenstand, dann in die Leistengegend, wo der virtuelle Munitionsgürtel hängt. Haustüren öffnet man, in dem man die virtuelle Klinke mit der Hand hinunterdrückt und die Türe aufstößt – besser langsam und vorsichtig, denn man weiß nie, was einen dahinter erwartet. Eine virtuelle Taschenlampe wird genauso gehalten und bedient wie man das auch im richtigen Leben machen würde, und auch Waffen werden mit den Händen bedient und abgefeuert. Kimme und Korn der virtuellen Schießeisen funktionieren. Alle Bewegungen fühlen sich so natürlich an, dass man immer wieder für einige Zeit vergisst, sich in einem Videospiel zu befinden.

Vertigo Games

Die Solo-Kampagne dauert circa fünf Stunden, ich habe sie aufgrund ihrer Intensität aber in mehreren Sessions während zweier Tage durchgespielt – mit vielen Pausen im Freien. Online kann man den Überlebenskampf auch mit einem zweiten Spieler gemeinsam absolvieren – dann brauchen beide ein Virtual-Reality-Headset, dafür kann man miteinander reden und einander helfen. Ein beeindruckendes wie gruseliges Erlebnis.

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