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Rainer Sigl

Spiel, Kultur, Pop im Assoziationsblaster.

17. 1. 2017 - 09:45

Planet in Zuckerlrosa

Im wunderhübschen Sandboxspiel "Astroneer" erforschen und bebauen wir einen bunten Planeten.

System Era

Wenn man ganz allein auf einem fremden Planeten landet, ist es von Vorteil, wenn man ein Ingenieur ist. Das bekommen wir nicht nur im Film "Der Marsianer" mit Matt Damon vorgeführt, sondern auch in "Astroneer", das nicht ohne Grund die beiden Worte Astronaut und Engineer schon im Titel hat.

"Early Access" bedeutet, dass ein Spiel schon vor seiner offiziellen Fertigstellung gekauft und gespielt werden kann - auch wenn noch viele Features fehlen und häufig noch zahlreiche Bugs vorkommen können.

Der erfolgreichste Vertreter des Early-Access-Modells war "Minecraft", das sich lange vor finalem Release millionenfach verkaufte.

Unbekannte Planeten erforschen, Rohstoffe sammeln und seine Ausrüstung ausbauen - richtig, da war doch was: Was der Hype um "No Man's Sky" letztes Jahr versprochen und nach Meinung vieler nicht gehalten hat, versucht jetzt "Astroneer" einzulösen. Allerdings ist das kleine Entwicklerstudio aus Seattle bislang auch erst in der Phase der treuherzigen Versprechen angelangt, denn "Astroneer" ist noch lange nicht fertig. Als Early-Access-Spiel bietet es aber schon jetzt die Möglichkeit, im unfertigen Sandkasten zu spielen und sich auszumalen, wie schön alles sein wird, wenn es fertig ist.

Vom Planeten ins Sonnensystem

Es gibt in "Astroneer" schon jetzt einiges zu tun. Wir wandern über den wunderhübsch gestalteten Planeten, erforschen Höhlensysteme und sammeln allerhand Rohstoffe, um unsere Basis zu erweitern. Das Terrain des Planeten lässt sich dabei praktischerweise einfach per Knopfdruck modellieren - so lassen sich große Grabungslöcher unkompliziert wieder auffüllen oder Brücken und einfache Strukturen errichten. Damit uns bei diesen Spaziergängen nicht die Luft ausgeht, müssen wir einen immer länger werdenden Sauerstoffschlauch zu unserer Raumkapsel mitkonstruieren - so ist praktischerweise auch der Weg nach Hause immer gut markiert.

Nach schrittweisem Ausbau unserer Raumkapsel zur kleinen Basis können wir auch Fahrzeuge, mit denen wir schneller unterwegs sind, oder später sogar Raumschiffe bauen, mit denen wir zu anderen Planeten innerhalb unseres Sonnensystems fliegen können. Dort geht das Spiel dann von vorne los. Besonders ein bei "No Man's Sky" schmerzlich vermisstes Feature sorgt bei "Astroneer" schon jetzt für Begeisterung: Bis zu vier Astronauten können sich im Multiplayer gegenseitig unterstützen.

System Era

Große Erwartungen

Eine Sandkiste ist vor allem deshalb ein toller Spielplatz, weil sie eigentlich simpel ist, und das zeigt sich auch bei "Astroneer" - übergroße Komplexität ist nämlich nicht angesagt. Besonders zu Beginn lebt das kleine Spiel von seiner tollen Atmosphäre. Wenn hinter violetten Bergen eine fremde Sonne aufgeht, gefährliche Sandstürme toben oder sich riesige Höhlensysteme auftun, kommt richtiges Science-Fiction- und Entdecker-Feeling auf. Die Erforschung der jedes Mal neu generierten Planeten macht die ersten Spielstunden lebendig - danach allerdings zeigt sich, dass "Astroneer" noch ziemlich wenig tatsächlichen Inhalt hat.

"Astroneer" ist für Windows und Xbox One als Early-Access-Titel erschienen.

Für längere Motivation sollen unter anderem irgendwann einmal außerirdische Tiere, Ruinen und mehr Möglichkeiten zur Interaktion mit anderen Mitspielern sorgen; davon ist im momentanen Zustand allerdings noch wenig zu sehen. Wenn die Entwickler des jetzt schon kommerziell erfolgreichen Spiels halten, was sie versprechen, wird "Astroneer" im fertigen Zustand vielleicht das Spiel, das "No Man's Sky" dann doch nicht geworden ist - nämlich eine inspirierte Mischung des Klassikers "Minecraft" mit einem schicken Weltraumszenario.

Fast 400.000 neugierige Spielerinnen und Spieler haben das Spiel bislang schon in der Hoffnung auf die Einlösung dieser Versprechen gekauft. Bis es fertig ist, hat man aber auch schon jetzt auf der zuckerlrosa Baustelle einige Stunden Spaß.

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