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22. 12. 2016 - 09:33

Zombies im Stephansdom

Die österreichische Graphic Novel "Pest 1435" erzählt die Geschichte einer Zombie-Apokalypse im mittelalterlichen Wien. Finanziert wurde der Druck des 170-seitigen Comicbuchs durch Crowdfunding.

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Marie lebt friedlich mit ihrem Vater und ihrem Hund im Wienerwald. Als sie eines Tages von einem Spaziergang heimkehrt, wird sie Zeuge, wie Männer der Inquisition ihren Vater töten und ihr Heim zerstören. Sie selbst wird gefangen genommen und soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Denn in Wien grassiert die Pest, und eine Hexe aus dem Wald kommt als Sündenbock gerade recht. In der Nacht vor Maries Exekution werden ihre Peiniger im Folterkeller von Zombies getötet. Sie selbst entkommt durch die Katakomben von Wien.

Stefan Gutternigh

Die Stärken der Graphic Novel sind ihre gruselige Atmosphäre und die historischen Details des mittelalterlichen Wiens. Zeichner und Autor Stefan Gutternigh hat - zusammen mit seiner Freundin Eva - aufwändig recherchiert: "Wir haben Bücher gelesen, im Internet recherchiert und das Wien-Museum besucht, wo es ein Modell von Wien im Jahr 1420 gibt. Wir waren in den Katakomben und im Stephansdom."

Leider schreibt Stefan Gutternigh nicht so gut wie er recherchiert und zeichnet. Viele Dialoge wirken hölzern oder unfreiwillig komisch. Etwa wenn einer der Männer, der gemeinsam mit Marie den Zombies entkommt, im Keller ihr ein Geständnis macht: "Marie, ich muss dir noch etwas sagen. Heute... ich hätte Dienst gehabt. Ohne diese Pestungeheuer hätte ich dich foltern müssen." Marie macht ihm zwar seine Rolle als Folterknecht zum Vorwurf, küsst ihn aber im nächsten Bild.

Stefan Gutternigh

Die Unglaubwürdigkeit im Verhalten der Figuren stört. Dass die Geschichte dennoch Unterhaltungswert hat, liegt vor allem an der fiktiven Rolle, die den brutalen Inquisitoren im Rahmen der Zombie-Apokalypse zugeschrieben wird. Nicht nur damit weicht der Comic "Pest 1435" von der historischen Wahrheit ab, sondern auch, indem er den Lieben Augustin als Figur bemüht - der hat tatsächlich erst im 17. Jahrhundert gelebt, macht aber als heldenhafter Trunkenbold inmitten der wandelnden Pesttoten des Jahres 1435 auch eine gute Figur.

Wer mit Geschichten wie "The Walking Dead" etwas anfangen kann, wird wohl auch mit den Zombies in den Katakomben von Wien etwas anfangen können. Eine allzu tiefgehende Geschichte sollte man sich aber nicht erwarten.

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  • fargonaut | vor 128 Tagen, 13 Stunden, 6 Minuten

    Augustin und zombies ist aber sowas von aufgelegt!
    Wieso gneissen das keine ö-filmproduzenten

    Auf dieses Posting antworten
    • fargonaut | vor 128 Tagen, 12 Stunden, 59 Minuten

      Stefan guterrnigh hat das alley alleine gezeichnet
      RESPECT!!!