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Christian Stipkovits

I used to live on Vulcan, but then Spock let it blow up.

4. 12. 2016 - 10:07

All for the money and some followers

In "Watch Dogs 2" hackt man Kameras, Notebooks und sogar Dronen. Man nimmt an Autorennen teil, oder kapert Segeljachten.

Im zweiten Teil des Open World Spiels übernimmt man die Rolle eines Hackers. Bevor wir auf die Open World losgelassen werden, müssen wir zuerst unser Profil löschen, welches von sozialen Netzwerken, staatlichen Informationsdiensten und Überwachungskameras aufgebaut wurde.

Screenshot von dem Spiel Watch Dogs 2

Ubisoft

Ein Klick und die Informationen sind gelöscht. #easy

Unsere Daten sind im Hochsicherheitsbereich einer Serverlandschaft gesichert. Am besten schleicht man sich unbemerkt in der Third Person Perspektive in das Gebäude. Hinter Objekten wartet man versteckt ab, bis die Wache vorbei kommt, damit man seinen Nahkampfangriff einsetzen kann.

Screenshot von dem Spiel Watch Dogs 2

Ubisoft

Eine an einem Band befestigte Billardkugel schickt den Wachmann leise in den Schlaf.

Nicht nur die Nahkampfwaffe ist ungewöhnlich. Die wichtigsten Waffen sind allerdings keine Waffen im regulären Sinn, sondern digitaler Natur: Unser Mobiltelefon oder das Notebook!

Waffen holt man sich aus dem 3D-Drucker

Der Hauptfokus liegt bei "Watch Dogs 2" auf Hacking. Zwar kann man Waffen über einen 3D-Drucker im Hauptquartier unserer Hacking-Gruppe kaufen, doch das Hacking von Kameras, Dronen, Autos und vielen anderen Objekten funktioniert mit den digitalen Begleitern. Die meisten Missionen lassen sich unentdeckt erledigen. Beispielsweise kann ich eine Drone verwenden, um entfernte Ziele zu hacken, wobei ich nicht allzu weit mich von der Drone entfernen darf, denn dann bricht die Verbindung ab, und ich muss mich doch in Gefahr begeben.

Screenshot von dem Spiel Watch Dogs 2

Ubisoft

In der Spielewelt von "Watch Dogs 2" gibt es fast überall Kameras. Über jene bekommt man die spielrelevanten Informationen über den Aufenthaltsort von Wachen und Missionsziele und so schleicht man sich von Ecke zu Ecke, erledigt die Wachen von hinten oder betäubt sie durch das Hacking von Spannungswandlern, die bei Annäherung einen Stromschlag auslösen.

Watch Dogs 2 ist im November für PC, Xbox und für die PlayStation erschienen.

Hat man die erste Mission erfolgreich beendet, wird die schöne und detailreiche Open World von "Watch Dogs 2" gezeigt. Riesengroß scheint das Gebiet in und um San Francisco, ich bin etwas desorientiert, doch das Spiel schafft es, durch eine gute Map-App am Handy den Spieler relativ gut zum Ziel lotsen. Am bequemsten bewegt man sich anfangs mit dem Auto durch die Welt, und dank Navigationssystem findet man sich schnell zurecht, auch wenn die Fahrzeit zum Hackerhauptquartier recht lange scheint. Zu Fuß hätte ich wohl eine halbe Stunde für den Weg gebraucht.

Don't follow me, I am lost, too!

Ich kann mir selbst aussuchen, welche Aufgaben ich als nächstes lösen möchte. Die Hauptstory weitermachen, oder doch eines der unzähligen Nebenaufgaben lösen? Die wichtigsten Ressourcen in "Watch Dogs 2" sind Follower und Geld und die sind notwendig, um den Skill Tree auszubauen oder Gegenstände zu kaufen.

Geld bekommt man relativ einfach: Zum Beispiel hackt man von einem Charakter das Mobiltelefon, die es in der Open World an jeder Ecke gibt. Das dauert eine halbe Sekunde, und schon wurden einige Credits auf mein Konto gut geschrieben.

Screenshot von dem Spiel Watch Dogs 2

Ubisoft

Mit der In-Game-Währung kann ich meinem Character auch ein komplett neues Outfit kaufen. Von günstigen 20-Dollar-Hosen, bis hin zu 2.500 (!) Dollar teuren Segelshorts ist alles dabei.

Erzürnte Taxifahrer

Durch das Abschließen von Missionen erhöht man die zweite Ressource, nämlich "Follower", und die Missionen werden nicht eintönig. In einer Mission möchte ein Multimillionär exklusiv ein Musikalbum von einem Künstler haben. Ich hacke das Handy des Musikers, und lege den Multimillionär rein, sodass er unwillentlich Millionen an ein Projekt für den guten Zweck überweist.

In einer anderen Nebenmission soll man eine Person durch die Gegend fahren. Der Fahrgast ist kein Krimineller oder ein VIP, sondern er hat unser Auto ganz wie bei "Uber" angefordert. Während der Fahrt führen wir Smalltalk, wie ich ihn schon selbst in Realität mit einem Uber-Fahrer geführt habe.

"Wie oft machst du das? Zahlt sich das aus? Ist das dein eigenes Auto...?"

Doch irgendwann wird das Gesprächsklima zunehmend aggressiv und ehe ich mich versehe, wurde mein Charakter in einen Hinterhalt von bösen Taxifahrern gelockt.

"Watch Dogs 2" ist ein Third-Person-Spiel, das sich selbst nicht zu ernst nimmt. Die Dialoge zwischen den Charakteren lassen zwar manchmal die Augen rollen, da sie etwas flach sind. Oder die Convos bedienen Hacking-Klischees zu übertrieben, wie in "The Big Bang Theory", bei der man auch manches Mal den Kopf schütteln muss, doch im Großen und Ganzen sind sie unterhaltsam, und kein sinnfreies Gebrabbel.

Die Entwickler referenzieren häufig auf bekannte Unternehmen in unserer Realität wie beispielsweise Google und Facebook, die bekanntlich Daten sammeln, was vielleicht spielerisch eine kritische Auseinandersetzung mit Datenspeicherung in Erinnerung ruft.

Screenshot von dem Spiel Watch Dogs 2

Ubisoft

Statt einem Pickup kann man sich natürlich auch einen Sportwagen als fahrbaren Untersatz schnappen oder ein Motorrad - oder darf es vielleicht doch lieber zu Wasser eine Segeljacht sein?

Schöne Grafik, detaillierte Texturen

Die Grafik der Open World ist gut gelungen, auf der PlayStation 4 konnte sie mich überzeugen, in der PC-Version kann man jene sogar durch Mods noch verbessern. Manchen scheint die Grafik jetzt schon zu detailreich. Ein Spieler veröffentlichte einen Screenshot, in dem eine Vagina zu erkennen war, worauf er von Sony aus dem PlayStation Network temporär ausgeschlossen wurde. Ubisoft reagierte darauf hin mit Patches, die zum einen den Multiplayermodus freigeschaltet hat, und zum anderen die Grafikelemente für die Vagina "zensierte". Der Spieler wurde mittlerweile wieder entsperrt, die Reaktion seitens Sony halte ich dennoch für fragwürdig.

Mr. Robot hackt sich durch "Watch Dogs 2"

screenshot mail

Christian Stipkovits | FM4

Natürlich ist das eine Promo-Aktion, aber eine, in die ich gerne rein switche. Rami Malek ist der Hauptdarsteller der Serie "Mr. Robot", eine gute Hacker-Serie, die es in sich hat, wie Kollege L'heritier schon festgestellt hat, und er hackt sich knappe zwei Stunden durch die Open World von "Watch Dogs 2". Der Stream ist zwar schon vorbei, es gibt ihn aber noch on demand.

Keine frei konfigurierbare Steuerung auf der PS4

Anstrengend finde ich nur, dass man die Steuerung nicht frei belegen kann, beziehungsweise bietet das Konfigurationsmenü nur Optionen für Linkshänder an. Zu gerne würde ich meine Standardbelegung wählen können. Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, kann man mit Watch Dogs 2 mehrere Dutzend Spielstunden verbringen, vielleicht sogar einige Hundert. Denn das Entwicklerstudio hat angekündigt, "Watch Dogs 2" mit neuen Inhalten zu ergänzen.

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