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Christian Stipkovits

I used to live on Vulcan, but then Spock let it blow up.

14. 10. 2016 - 14:25

"Destiny - Rise Of Iron"

Eines der teuersten Computerspiele aller Zeiten bekommt eine große Spielerweiterung. "Destiny – Rise of Iron" macht die Story des futuristischen First Person Shooters endlich etwas klarer, hat aber immer noch große Defizite.

Die nicht ganz einfache Story von Destiny kurz zusammengefasst: Der Menschheit geht es prächtig in ihrem goldenen Zeitalter, doch dann wird unser Sonnensystem von Aliens angegriffen. Ein ominöses Wesen opfert sich für die Menschheit, doch unser Sonnensystem wird weiterhin angegriffen, und nun gibt es nur mehr eine letzte Verteidigungslinie, die die Menschheit vor der Ausrottung bewahrt: Die Hüter des Lichts.

Nach einer sehr langen Enwicklungsphase von Destiny wurde es im September 2014 für die Xbox und PlayStation endlich veröffentlicht, und wird kontinuierlich mit kostenpflichtigen Downloadinhalten erweitert. Das teuerste Spiel aller Zeit hat die hohen Entwicklungskosten von einer halben Milliarde US Dollar schon am ersten Verkaufswochenende wieder eingespielt.

New Missions

Mit der Veröffentlichung von "Rise Of Iron“ erhält man einige wenige neue Mission, neue Waffen und Rüstungen, einen neuen Raid und die Geschichte des Spiels wird fortgesetzt. Die neuen Missionen sind diese grafisch anspruchsvoll gestaltet und für diese triste Jahreszeit passend: Den Hüter den ich spiele befindet sich auf einer Bergkette, man hört, wenn man läuft, das Knirschen des Schnees, der Wind weht, und ich beginne leicht zu frösteln, wenn man auf der Hochseilbahn fährt, ... oder ich muss das Thermostat meiner Heizung doch etwas nach oben regeln.

Bungie / Activision

Endlich ist die Geschichte, die Destiny in Rise Of Iron erzählt etwas klarer. Zu verwirrend und zerstückelt war die Storyline von Destiny seit der Veröffentlichung. Es ist zwar in Ordnung manche Teile der Geschichte offen zu lassen, um Spielraum für Spekulationen zu ermöglichen, doch bei Destiny sieht das oft nach ungewollten Plot-Holes aus. Ich tue mir manchmal schwer wirklich alles zu verstehen, was die Entwickler uns sagen möchten - meinen Freunden geht es da wenig anders. In dem neuen Add-On wird der Wall, der die letzte Stadt der Erde vor feindlichen Bedrohungen beschützt, angegriffen. Einer der Gegnerklassen, die "Gefallenen" sind mutiert, und die beginnen alte, wertvolle Technologien zu reaktivieren. Wir müssen dem Treiben mit Waffengewalt Einhalt gebieten.

Der Raid als PvE Endgame

In Destiny ist der Raid auf sechs Personen ausgelegt, daher ist die Zusammenarbeit mit anderen SpielerInnen sehr wichtig.

Bungie / Activision

Kommuniziert wird in Destiny primär über Sprachchats. Gar nicht so einfach sich nicht ins Wort zu fallen, besonders in brenzligen Situationen.

Der neue Raid, der Endgame-Content, der nur in Zusammenarbeit mit anderen Spielern gelöst werden kann, ist beim ersten Mal spielen richtig gut. Eine spannende Atmosphäre wird geschaffen, wenn man mit seinem Spielerteam einen riesigen Serverraum betritt, oder im Dunklen die Stufen in die Unendlichkeit hinunterwandert. Gänsehautatmosphäre, die ich gerne mit meinen Mitspielern teile. Gelächter im Sprach-Chat gibt es, wenn ein Spieler versehentlich die Stufen verfehlt, deswegen in den Abgrund stürzt und stirbt.

Competitive Multiplayer

Es gibt vier neue Multiplayerkarten, eine davon ist exklusiv für die PlayStation.

Gleich geblieben ist der Player vs. Player Endgame Content, der sich "Trials Of Osiris" nennt. Bei "Trials Of Osiris" handelt es sich um den wichtigsten Teil von Destiny im Multiplayer, da dieser der Competitive Modus ist. Hier geht es um was, denn die SpielerInnen möchten möglichst hoch in der Weltrangliste stehen.

In diesem speziellen PvP-Modus muss man neun Spiele in Dreierteams gewinnen, ohne mehr als ein Mal zu verlieren, um dann Belohnungen in Form von Waffen oder Rüstungen zu erhalten

In jeder Runde steigt theoretisch der Schwierigkeitsgrad der Gegner. Wenn man sich beispielsweise in der dritten Runde befindet, muss man schon zwei Runden gewonnen haben, das Gegnerteam ebenfalls.

Elo kommt ursprünglich aus dem Schachspiel. In Destiny startet jeder Spieler mit dem gleichen Elo-Wert. Gewinnt man ein Spiel, bekommt man Elo dazu und zieht den Gegnern Elo ab. Je höher der Elo-Wert, desto besser der Spieler.

Die Anzahl der gewonnen Runden sagt allerdings nur bedingt etwas über das Können der Gegner aus. Das Geschick der SpielerInnen wird in Elo gemessen. In Trials Of Osiris kann man allerdings schon in der ersten Runde auf Gegner mit einem hohen Elo Wert stoßen, die Siegchancen sind dann recht schnell im einstelligen Prozentbereich.

Bungie / Activision

Umstrittenes "Carrien"

PvP-Kämpfe sind keine einfache Angelegenheit, und da Destiny eine gute Community hat, hat sich hier eine Eigendynamik entwickelt. Viele SpielerInnen, die nicht besonders gut im PvP sind oder Pech im Matchmaking haben, lassen sich in "Destiny – Rise of Iron" von besseren SpielerInnen dabei helfen. "Carrien", also tragen, heißt das eingedeutscht. Die besseren SpielerInnen machen die Kills, der/die schlechterE SpielerIn hilft ein bisschen - oder gar nicht mit.

Bungie / Activision

Der "Carry" ist froh, weil er den Endgame PvP Content geschafft hat, und die Belohnungen bekommt und diese Truhe hier öffnen kann in der es die Belohnung gibt.

Die Motivation der besseren SpielerInnen einen Carry zu machen ist vielfältig. Viele veröffentlichen ihre Spiele auf dem Streamingdienst Twitch und machen die Carries mit SpielerInnen, die den Twitch-Kanal abonniert haben. Es haben sich Geschäftsmodelle entwickelt, bei dem Carries bis zu 80 Euro und mehr kosten.

Der Stream von Twain und Daniel ist meistens am Wochenende On Air, und den findest du auf www.twitch.tv

Das schmeckt ein bisschen wie faules Obst, doch da Destiny eine gute Community hat, gibt es SpielerInnen die dies aus anderen Gründen machen, jedoch etwas soziale Kompetenz erfordert, wie zum Beispiel bei den Spielern Daniel und Twain, die unter den Spielernamen PsycoBilan und Twain__985 bekannt sind.

Twain Hug, der auf der Weltrangliste im Moment auf Platz 140 von etwa 30 Millionen SpielerInnen steht, kann sich etwa gern mit anderen SpielerInnen mitfreuen, wenn er sie hochzieht. Außerdem macht es das Spielen mit einem schwächeren Partner für ihn auch interessanter, weil es ein bisschen schwieriger wird.

Private Spiele

Neu bei "Destiny - Rise of Iron" ist, dass man nun die Möglichkeit hat, private Spiele zu erstellen. Damit können nun SpielerInnen eine eigene Spiellobby betreten und gegeneinander spielen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch davor konnte man nur miteinander in einem Team gegen zufällig ausgewählte SpielerInnen antreten.

Wollte man vor der Erweiterung gegeneinander spielen, musste man zuerst auf die Suche gehen. Das hab ich stundenlang gemacht, und zum Teil war das sehr frustrierend. Aber es war den Aufwand immer wert, weil es einfach Spaß macht, auch mal gegen seine Freunde zu spielen.

Keep strong, Guardian

Über Destiny ein Fazit abzulegen ist keine einfache Sache. Die neuen Missionen sind in weniger als sechs Stunden durchgespielt, das ist zwar etwas kurz. Zum Teil ist die Story zu verwirrend und zu zerstückelt. Man sieht zwar den roten Faden, kann ihm aber nicht zu hundert Prozent folgen. Das hat auch zur Folge, dass manche Charaktere nicht richtig aufgebaut werden und dadurch unentwickelt wirken. Das Spiel möchte mehr als ein First Person Shooter mit Story sein, und kratzt gerade noch die Kurve.

Auch der neue Raid hat einen Haken: Er ist ebenfalls zu kurz. Viel zu schnell hat mein Team aufgrund der einfachen Spielmechaniken die Bosse getötet.

Die Frequenz, mit der insgesamt neue Spielinhalte hinzugefügt werden, ist zu gering, da die SpielerInnen die gestellten Aufgaben andauernd wiederholen müssen. Das wird schnell eintönig. Das Entwicklerstudio Bungie hat laut geleakten Informationen diesen Herbst die Veröffentlichung von Destiny 2 geplant – statt dessen wurde diese Erweiterung veröffentlicht.

Dazu kommen technische Probleme, die frustrieren können. Im PvP etwa sind Spieler mit einer schlechten Internetverbindung beinahe unverwundbar und äußerst schwierig zu töten. Seit der Veröffentlichung vor zwei Jahren, zeichnet sich hier keine Verbesserung ab.

Bungie / Activision

Im Moment sind Shotguns sehr stark. Ich habe immer Sniper gespielt, doch das Waffenbalancing zwingt mich dazu, die Sniper im Tresor zu lassen.

Die positiven Seiten von "Destiny – Rise of Iron" überwiegen jedoch, etwa des sehr gute Gun Play. Die Waffen zu spielen, die Spielmechanik und Spielphysik sind sehr gut umgesetzt. Zwar gibt es einige unausgeglichene Faktoren, doch die Entwickler schrauben hin und wieder daran herum, um dies zu verbessern. Und die größte Stärke von Destiny ist die Community in Kombination mit dem Spiel selbst. Es gibt kaum Spiele für die Xbox oder PlayStation, die das Spielgenre von Destiny bedienen und keines mit einem ähnlich guten Gun Play.

Hat man die richtigen Leute gefunden, kann man, so wie ich, sehr viel Spaß in Destiny finden.

Verlosung

Wir verlosen zwei Mal "Destiny – Rise of Iron". Schreib uns eine E-Mail an game.fm4@orf.at und beantworte uns folgende Frage:

Wie heißen die drei verschiedenen Klassen, die man in Destiny spielen kann? Einsendeschluss ist der 19.10.2016, 12:00.

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