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Gersin Livia Paya

Limonaden-trinkendes, unbändiges Faible für Abenteuer

9. 10. 2016 - 09:48

Frühling, Sommer, Herbst und Gletscher!

Der Sommer ist vorbei, der Gletscher sagt Hallo und viele Freeski- und Snowboardbegeisterte feiern in über 3000 Metern Höhe den Winter auf dem Kaunertaler Opening 2016.

FM4 Draußen

Alles außer Langlaufen

Der "jüngste Gletscher Tirols" lädt seit nun 31 Jahren (ist das wirklich jung?) zum großen Opening ein, bei über 3000 Metern Höhe im Dreiländereck Italien, Schweiz und Österreich geben sich hungrige Freeskier und Snowboarderinnen Festival, Testival, den Schnee vom Vorjahr frisch präperiert und neue Snowparks. Den Schnee vom Vorjahr?

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Roland Haschka

"Snow Farming"

Am Ende der letzten Skisaion wird der übrig gebliebene Schnee zusammengeschoben und über den Sommer unter einer Abdeckung gelagert. Somit ist das Kaunertaler Winteropening auch ohne Schneefall gesichert.

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Roland Haschka

"Jibben"

Und genau so kann zum Beispiel der neue "Half Mile Jib Line" Snowpark easy eingeweiht werden. Der Organisator Mario Pesl erklärt dies zum diesjährigen Highlight der Veranstaltung und die Besucher kommen kaum aus dem Schwärmen. Ein Snowpark mit einer 800 Meter langen Obstacle Line gibt es in der Form auf keinem anderem Berg in Österreich, behaupten Rider und drehen den ganzen Tag lang ihre Liftrunden, um immer wieder über die vielen Obstacles zu sliden.

Roland Haschka

Testival

Ein großer Teil des Kaunertaler Openings befasst sich wie jedes Jahr mit der Bereitstellung neuester Produkte, die während des Openings gratis getestet werden können. Vor allem die neue Technologie schlägt im Wintersportbereich zu. Drohnen, Helmkameras und vieles mehr steht den Besuchern zur Verfügung. (Endlich habe ich gelernt, eine Drohne nicht mehr zum Absturz zu bringen). Im Schnee steht auch eine Halfpipe zum Skaten, wenn die Sonne scheint und genau dort traf ich auf eine Boardsport-Legende.

Roland Haschka

The female legend

Lisa Veith ist die einzige Frau Österreichs, die mit 39 Jahren immer noch Contests in sogar drei Board Kategorien: Surfen, Skaten und Snowboarden mit Auszeichnungen fährt. Ein wahres Unikat in der Szene! Lisa Veith fing mit zwanzig Jahren zum Skaten an und hat seither nie mehr aufgehört, im Gegenteil, sie hat sich in die Profiliga gefahren. Zu einer Zeit als es eigentlich keine Frauen in den Sportarten gab, hat sie sich nie entmutigen lassen und ihr Hobby zu einer Art Beruf gemacht. "Es war nicht immer easy aber mit 20 war Ich nicht mehr so vulnerabel und ich hab einfach mein Ding durchgezogen." Sie zählt zu den Local Heros aus Graz und wechselt sich immer zwischen Vollblutsportlerin und Vollblutärztin (Notärztin, Kurärztin, Allgemeinmedizinerin, Surfärztin) ab. Ihre bewusste Art zu leben, mit dem Know How einer Medizinerin und gute Gene sind vielleicht ihr Patentrezept. Obwohl sie davon erzählt, dass "Mädels auf sich hören müssen, denn wir haben einen Zyklus und dadurch mal einen Scheisserl-Tag und einen Testesteron-Tag, einfach auf sich hören ist die Devise, wie es einem geht, bevor man sich selbst zu viel zumutet!"

Lisa Veith beim Kaunertal-Opening

    Roland Haschka

    Lisa Veith in der Miniramp

    Lisa Veith ist außerdem auch die österreichische Vertretung der Surfing Doctors in Europa und International. Das sind Ärzte die auf Surfverletzungen spezialisiert sind und im besten Fall sogar mit Surfcrews reisen, schnell handeln und gezielt verarzten können. Sie sind vergleichbar mit den Alpinärzten, die für Bergsituationen ausgebildet werden. Bei den Surfärzten ist das ähnlich, zur Ausbildung gehört Lifeguard Training und Wilderness Medizin, also wie man aus einer brachialen Situation in der Wildnis das Optimum für den Patienten rausholen kann.

    Roland Haschka

    Neuschnee und frische Gletscherluft

    Alles in allem erlebt man auf dem Kaunertaler Opening sehr viel, das Angebot ist so vielfältig wie die Anzahl an Schneeflocken die Samstag Nachmittag frisch auf die Meute schneite. Neben all den sportlichem Rahmenprogramm, bietet das KTO jede Menge Konzerte und Afterparties, diesmal gab es Cypress Junkies, Russkaja und viele mehr, die für breites Grinsen sorgten. Aber vor allem ist es die frische Gletscherluft mit 0 Grad, die die Lunge erweitern lässt und der Ausblick. Mit der Gondel hoch sieht man nach Italien und von der Piste über ein Meer voller Berge, sodass man fast glauben kann, man sei in Island und nicht im ebenso schönen und an diesem Wochenende, sehr lebendigem Tirol.

    Die Wintersaison ist eröffnet!

    Roland Haschka

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