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Christian Stipkovits

I used to live on Vulcan, but then Spock let it blow up.

24. 9. 2016 - 17:16

Mögen die Spiele weitergehen

Tag zwei auf der Game City mit spannenden Indie-Games, Fachtagungen und ProficomputerspielerInnen

Passionierte Game-City-Besucher wissen das bereits: Samstag und Sonntag sind die am stärksten frequentierten Tage. Bei der Bandausgabe stehen schon am Vormittag Hunderte Menschen an, um das Gratis-Zutrittsband für das Rathaus zu bekommen.

Robert Glashüttner | FM4

Kollege Glashüttner sieht den Besucherandrang ein ganz klein wenig wie auf der Gamescom. Man wartet zwar keine zwei Stunden am Einlass, jedoch ist an diesem Samstag gefühlt mehr los als in den vergangenen Jahren.

Die FM4 Indie-Game Area

FM4 auf der Game City 2016

Gestern widmeten wir uns vor allem den VR-Brillen, die eine spannende Sache sind. Die Brillen findet man in der FM4 Indie-Game Area nicht, jedoch ist sie deswegen nicht weniger interessant.

Ein Spiel von Indie-Entwicklern nennt sich "Drone Swarm". Eine knifflige Weltraumsimulation, bei der man Tausende von Dronen kontrolliert und die Galaxie erkunden kann.

Oder das Spiel "Polycrusher", bei dem man Gegnerwellen überstehen muss, weil eine Mangoverkäuferin das Raum-Zeit-Gefüge gestört hat und deswegen Bösewichte spawnen, die man im Team bekämpfen muss. Dieses lokale Multiplayergame wird von sieben Studenten der FH Hagenberg entwickelt. Ursprünglich war es ein Projekt der Fachhochschule, und es macht ihnen so viel Spaß, dass die EntwicklerInnen sich dazu entschlossen haben, unabhängig von ihrer FH-Ausbildung an dem Spiel weiterzuarbeiten, um es im Oktober auf Steam zu releasen.

Gabelstapler-Action gibt es hier auf der FM4 Indie Game Area auch noch: "Forked Up". Kollege Rainer Sigl hat alles drei Games näher porträtiert. Abseits der Mainstream-Spiele ist die FM4 Indie Game Area eine willkommene Abwechslung.

FROG

Kollege Christoph Weiss hat sich zwischen Interviews und Spieletesten die FROG genauer angesehen und folgendes Protokoll überliefert:

"Auf der Game City halten kluge Menschen, die sich hauptberuflich mit Videospielen beschäftigen, Vorträge - SpieleforscherInnen und SpieleentwicklerInnen. Die Konferenz heißt FROG ('Future and Reality of Games'). Und genauso wie die Game City selbst findet auch die FROG heuer zum zehnten Mal statt. Einer der Höhepunkte: Mia Consalvo, Spieleforscherin und Universitätsprofessorin aus Kanada, die immer wieder mit ganz neuen Forschungsthemen und Ansätzen überrascht. 'Tandem Play', ihr aktuelles Thema, ist ganz typisch für sie: Denn eigentlich haben schon viele von uns ein Singleplayer-Spiel zu zweit gespielt. Für viele Kinder ist es sogar der erste Zugang zum Spielen – nur erforscht hat das eben noch niemand. Was ändert sich beim Tandem Play? Ganz schön viel.

Mia Consalvo hat für ihre Forschung unter anderem das Rollenspiel 'Dragon Age Inquisition' herangezogen. Einer der Gründe: Die vielen und folgenschweren Entscheidungen, die man im Spiel treffen muss. Wie diskutieren und einigen sich Paare oder Gruppen, die auf der Couch gemeinsam ein Singleplayer-Game spielen über die ethisch-moralischen Konflikte, die so typisch sind für die RPGs von Bioware?

Mehr über Mia Consalvo gibt es im FM4 Player.

Ebenfalls interessant: Wann wird der Controller weitergegeben, wie wird über das Aussehen oder das Geschlecht des Avatars entschieden? Viele Spieler machen beim Tandem Play die Entdeckung, dass sie den oft ganz anderen Spielstil der anderen kennen und respektieren lernen.

Der Vortrag über Tandem Play am Samstag ist ein grandioses Beispiel dafür, wie cool der wissenschaftliche Teil der Game City ist. Immer wieder überrascht die FROG und lenkt die Aufmerksamkeit auf ganz neue Denkansätze. Für mich schon seit 2007 der spannendste Teil der Game City."

Danke, Burstup!

Österreichische Staatsmeisterschaften

Im Arkadenhof findet man nicht nur die Haupttribühne der Game City, auf der Turniere ausgetragen und Spiele vorgestellt werden , sondern es gibt hier auch Liegestühle, in denen man sich in der Sonne entspannen kann – oder man findet Ruhe und Konzentration für das nächste Spiel. Denn hier ist auch der Bereich, in dem kompetitiv Turniere gespielt werden. Mitmachen kann im Grunde jeder, der einfach nur das Spiel mal ausprobieren möchte. Aber hier spielen auch Teams, die sich das ganze Jahr über auf dieses Wochenende vorbereiten und dafür trainieren. Teilweise tragen die SpielerInnen T-Shirts mit ihrem Teamnamen und Gamertags, und so bemerkt man beim Betreten des Bereichs sofort, dass hier überdurchschnittlich gute SpielerInnen vor den PCs und Konsolen mit ihren Headsets sitzen.

Gespielt wird hier um diverse österreichische Meistertitel, die "PlayStation League" ist etwa zu finden, und neu vertreten ist die "Nintendo Liga". Natürlich werden auch im PC-Bereich viele Turniere veranstaltet. Stichworte: "League of Legends", "Call of Duty", "Hearthstone".

Die Game City ist nicht eine reine Spielemesse, bei der nur gespielt wird oder neue Games präsentiert werden. Hier findet sich man einen großen, facettenreichen Teil der österreichischen und internationalen Spielekultur wieder und man setzt sich professionell mit Spielen auseinander, ohne dass man das eigentliche Wesen von solchen Veranstaltungen aus den Augen verliert - eben das Spielen.

Am Sonntag geht es noch weiter, und da gibt es dann auch die jährliche Cosplay-Parade.

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