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Christian Stipkovits

I used to live on Vulcan, but then Spock let it blow up.

26. 7. 2016 - 14:04

Familiäre Konferenz über Artificial Intelligence

Vergangene Woche hörte man in den Räumen und Gängen des Juridicum in Wien andere Gespräche als sonst. Denn auf dem Institut hat eine Konferenz über Artificial Intelligence statt gefunden.

Der Begriff "Künstliche Intelligenz" ist ein vielverwendeter Modebegriff. Was das genau sein soll ist für uns aber etwas nicht ganz Greifbares. In unserem Alltag finden wir immer wieder Anwendungen der künstlichen Intelligenz. SprachassistentInnen, wie zum Beispiel Apples "Siri", die uns in manchen Situationen mehr oder weniger hilfreich zur Seite stehen, wäre dafür ein Beispiel. Ansonsten ist der Begriff sehr dehnbar und auf der nucl.ai, der Wiener Konferenz für „Artificial Intelligence for Creative Applications“ konnte mir niemand so richtig beantworten, was künstliche Intelligenz denn genau ist. Auf der Konferenz selber wurden unter Künstlicher Intelligenz verschiedene Anwendungen verstanden: zum Beispiel eine, die Börsennotationen in Musik verwandelt, oder eine andere, die wunderschöne Muster generiert und damit Schals bedruckt.

Christian Stipkovits | FM4

AI in der Popkultur

Natürlich haben wir alle ein Bild von Künstlicher Intelligenz aus der Popkultur: viele kennen futuristische A.I.s wie Data aus Star Trek, oder das Skynet aus Terminator.

Tatsächlich ist künstliche Intelligenz aber zum Beispiel dafür verantwortlich, dass ein computergenerierter Charakter sich möglichst natürlich durch eine Landschaft bewegt, beispielsweise einen Hügel hochläuft oder eine Leiter hochklettert. A.I. findet man auch bei der Produktion von Filmen, zum Beispiel bei James Bond, Herr der Ringe oder World War Z, da vor allem bei der "Crowd Animation" – also Szenen, bei denen besonders viele Personen vorkommen. Viele kennen vermutlich die Kampfszenen in World War Z, bei denen tausende von Zombies in die Schlacht ziehen. Die Crowd Animation sorgt dafür, dass die große Anzahl an Charakteren sich möglichst natürlich verhalten und bewegen.
Ohne A.I. wären viele dieser Filmszenen nur unter enormen Aufwand möglich: ,Jede Figur in der Menge müsste einzeln animiert werden und SpieleentwicklerInnen müssten viel mehr Zeit für die Animation von Charakteren aufwenden.

Auf der Konferenz

Genau mit solchen Fragen, aber natürlich auch anderen beschäftigt sich die Konferenz Nucl.ai. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen halten Vorträge oder bieten Workshops an. Konferenzsprache ist vorwiegend Englisch. Einerseits, weil die TeilnehmerInnen aus unterschiedlichsten Ländern für die Konferenz anreisen, andererseits gibt es kaum BesucherInnen aus Österreich. Petra Champandard-Pail ist eine der Organisatorinnen der Konferenz, sie erklärt sich die fehlenden ÖsterreicherInnen dadurch, dass sich in Österreich relativ wenig in Sachen A.I. tut. Die Konferenz findet deswegen in Wien statt weil hier Lebensmittelpunkt des Organisationsteams ist.

Um an der Nucl.ai teilzunehmen, muss man kein Experte sein. In einem kurzen Interview erklärte mir ein Teilnehmer mit einem Lächeln:

"The knowlege level isn't that important if I talk to other people. You know more than me about that, I know a little less. Who cares. What's important we share things and are having a good conversation together."

Das ist auch eine gute Zusammenfassung der Atmosphäre auf der Nucl.ai: nämlich freundschaftlich und familiär –abseits der Fachkompetenz ist dies einer der Stärken der Konferenz. Ein Besuch der Nucl.ai im kommenden Jahr ist sicherlich nicht nur für ExpertInnen informativ und spannend, sondern auch für Menschen, die Interesse an Künstlicher Intelligenz haben.

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