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Christian Stipkovits

I used to live on Vulcan, but then Spock let it blow up.

2. 7. 2016 - 13:36

Nu Forms – New Stuff in Wiesen

Seit 1976 gibt es das grüne und schöne Festivalgelände im nordburgenländischen Wiesen schon. Ein paar Sachen sind gleich geblieben, vieles hat sich verändert. Das Nu Forms Festival läutet jedenfalls die 40. Wiesen-Saison ein.

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Alles zum Open-Air-Sommer auf

Die Erdbeerfelder abseits des Festivalgeländes gibt es immer noch, der Veranstalter der Wiesen-Festivals hat allerdings gewechselt, und das bringt einige Premieren mit sich: Das Nu Forms Festival etwa, mit dem das Wiesengelände diesen Sommer eingeweiht wird.

Das Nu Forms hat das Urban Art Forms, das heuer nicht mehr stattfindet, als das Wiesen-Festival für elektronische Musik abgelöst. Sieht man sich das Line Up an, erkennt man leicht die speziellere musikalische Ausrichtung des Nu Forms: Drei Tage lang gibt es hier Drum&Bass zum Tanzen – oder was man eben sonst auf einem Festival so macht.

Nu Forms

Die ganz großen Acts beim Nu Forms sind heuer Clifford Price, besser bekannt als Goldie, der mit fast 51 Jahren wohl einer der ältesten Acts am Festival ist, aber immer noch begeistern kann. Und auch die niederländischen Noisia haben sich eine große Fanbase erspielt, vor allem durch Remixes von Deadmau5. Und ebenfalls erwähnenswert sind Bad Company UK, welche sich 2003 aufgelöst hatten, im diesjährigen Februar wieder beschlossen haben gemeinsam zu produzieren, und nach dem Nu Forms Festival erneut getrennte Wege gehen. Wohl einer der wenigen beziehungsweise der einzige Auftritt der Londoner.

Doch welche Acts sind denn nun die Favorites der Besucher am Festival? Oder sind die auftretenden Künstler ziemlich egal und es geht nur um das Festival-Feeling an sich? Diese Fragen haben wir an die vorwiegend männlichen Gäste rund um den Campingplatz, Chill Areas und Food Trucks gestellt:

Phil & Andi

Sind seit gestern auf dem Festival, und das Festivalflair mit dem Wald gefällt ihnen besonders gut. Leute kennenlernen steht auf ihrer Top Priority List. 
Best Act: Koan Sound

Christian Stipkovits | FM4

Phil und Andi sind seit Donnerstag in Wiesen, und das Festivalflair mit dem Wald gefällt ihnen besonders gut. Leute kennenlernen steht auf ihrer Top Priority List. Best Act: Koan Sound.

Konstantin

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Drum&Bass muss es sein. Für ihn ist das Nu Forms das "beste Festival". Das Venue ist "genial", die Leute sind sehr entspannt, er freut sich auf das Abendprogramm.

Feli

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Feli ist gemeinsam mit Konstantin auf dem Festival. Ihm hat es Bad Company UK angetan, weil es die vier Artists sind, die die Szene Ende der 90er massiv geprägt haben. Er war 2010 zuletzt in Wiesen beim Urban Art Forms Festival. "Alles leiwand hier" meint er zum Nu Forms.

Tobias & Nico

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Freuen sich auf DC Breaks und Koan Sound. Sie waren im verganenen Jahr auch gemeinsam in Wiesen. Für sie sind die Festivals hier atmosphärisch am entspanntesten.

Reina & Emi

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Sie kommen aus Japan auf das Nu Forms Festival und wollen sich Andy C und Logistics unbedingt ansehen. Wiesen finden sie "süß". Normalerweise gehen sie auf weitaus größere Festivals.

Der Fuchs

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Seine Favs sind Bad Company UK, Dub Phizix&Strategy. Wegen Bad Company hat er angefangen D&B zu hören. Er ist First Time in Wiesen, und er campt im Wald. "Auf welchem Festival kann man sonst in einem Wald campen!?"

Marlene & Philipp

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Das Pärchen ist wegen Mefjus & Emperor, Delta Heavy und Wilkinson am Nu Forms. Sie glauben, Mefjus & Emperor werden das Festival "zerlegen". Beide sind das erste Mal in Wiesen. "Es ist überall so viel los, aber gleichzeitig hat man seine Ruhe." Ihnen fehlt ein See. Irgendwas zum Abkühlen. Dann wäre es perfekt.

Jessica & Phil

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Beide kommen aus Großbritannien. Wegen Marky, Calyx&Teebee ... "the list goes on, I can't believe it." Das Sound System bei den Stages überzeugt, und beide sind Fans des Comfort Campings. Sie teilen sich eine Hütte zu viert.

Julie

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Julie ist Austauschstudentin in Polen, und direkt nach Semesterschluss nach Wiesen gefahren, um sich mit ihren beiden Freundinnen aus Frankreich zu treffen, und zu Delta Heavy, Dr Break und Andy C zu tanzen, und nicht daran zu denken, dass ihr Gepäck am Flughafen verloren ging. Ihr gefällt besonders, dass das Festival sehr sauber ist. Das liegt auch daran, dass Reinigungsteams das Kerngelände, und die Wege zu den Campingarealen sauber halten - jeder Zigarettenstummel wird aufgehoben.

Patrick

Christian Stipkovits | FM4

Patrick schläft im Auto, obwohl er ein Zelt hat. Warum weiß er selbst nicht so ganz. Foreign Beggars hört er die ganze Zeit im Radio, Wilkinson, Prototypes stehen auch auf seiner Liste ganz oben. Er ist zum ersten Mal in Wiesen. Sein eigenes Essen hat er mit, "Es ist ein bisschen teuer hier - aber es ist es wert."

Scott

Christian Stipkovits | FM4

Scott (rechts) und sein Buddy kommen aus Schottland. Beide sind wegen Andy C hier. ("very, very good"). Insgesamt findet er das Venue "awesome, small and intimate".

Nu Stuff at Wiesen

Die nennenswerteste Neuerung am Wiesen Gelände ist das Comfort Camping. In diesem Campingbereich haben die neuen Veranstalter Holzhütten gebaut, die man mieten kann, Rezeption und Betreuung inklusive. Jede Hütte hat einen kleinen Bereich aus Holzsitzgelegenheiten und Hängematten.

Sechs Betten gibt es pro Hütte. Strom gehört zum Standard. Der ist auch notwendig, denn warm wird es in den Hütte schon. Es wurde mitgedacht, und in den Holzbauten gibt es Ventilatoren. Wer will kann sich auch die Honeymoon Hütte mieten, die mit einem Doppelbett ausgestattet ist. Festivalromance pur!

Die Unterkünfte sind am Nu Forms ausgebucht. Alternativ kann man sich auch ein größeres Zelt mieten. Das kostet aktuell stolze 300 Euro für das Festivalwochenende, ein Bett in der Hütte etwa 40 Euro. Ganz günstig ist die Sache also nicht, doch der Bereich ist liebevoll gestaltet, eigentlich fehlt nur mehr ein Lagerfeuer. Denn ein Frühstück und die aktuelle Tageszeitung wird vor die Hütte geliefert.

Christian Stipkovits | FM4

Die Wiesen "Village"

Ebenfalls neu ist das „Wiesen Village“. Dabei handelt es sich um eine Wiese auf der Frisbee gespielt wird. Es gibt zwar einige Sitzgelegenheiten, und eine kleine Bühne, doch abgesehen von den Food Trucks bleibt es eine unspekakuläre Wiese, ohne Village – zumindest zu dem Zeitpunkt als wir uns das angesehen haben. Laut Martin Illmeyer, Pressebetreuer am Nu Forms Festival, wird diese noch umgestaltet mit Kunstwerken und Leihskulpturen, die spätestens am Out of the Woods Festival stehen sollen, und auch diverse Workshops sollen dort angeboten werden: Am Nu Forms gibt es Hara Shiatsu Massage, Graffiti Live Painting und einen Graffiti Workshop. Naja, nach einem Village fühlt es sich auf alle Fälle nicht an.

Rein optisch hat sich sonst in Wiesen im Kerngelände relativ wenig getan, die Main Stage sieht dank der visuellen Effekte vor allem abends richtig gut aus. Der VIP Bereich wurde komplett erneuert und umgestaltet, die Gastronomie hat einen neuen Farbanstrich bekommen, gegenüber der Bühne wurde das Wiesen-Logo aufgemalt.

Bei letzterem bin ich mir nicht ganz sicher, ob dies nicht auch schon im vergangen Jahr so war. Dennoch ist der Veranstalter bemüht, an Details zu arbeiten - und das merkt man aber nur wenn man genau hinsieht. Mit dem Nu Forms wurde mit dem Team rund um Christian Lakatos ein Nischenfestival mit einem guten Sound System erschaffen, beziehungsweise erneuert: Vielleicht erinnert das Nu Forms an die Anfänge des Urban Art Forms Festival. Und das ist gelungen. Die Main Stage war beispielsweise bei Noisia am Samstag gut besucht, und nicht ausgedünnt wie im vergangenen Jahr. Ob das nun daran liegt, dass es sich um das erste Wiesen Festival der Saison handelt, das Festivalkonzept aufgegangen ist, oder es doch daran liegt, dass Wiesen ein äußerst dankbares Venue ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Die stimmungsvollen Graphics der Main Stage sind von Markus Reumann

Wir sind auf alle Fälle schon in knapp zwei Wochen wieder in Wiesen, denn da findet das Out Of The Woods Festival mit Two Door Cinemy Club, Boy, Friska Viljor und vielen mehr statt.

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  • dent | vor 357 Tagen, 10 Stunden, 10 Minuten

    Wenn den Zahlen von Wikipedia zu glauben ist, dann schneiden sie im Vergleich zum Urban Art Forms aber nicht sonderlich gut ab: https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_Art_Forms_Festival

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  • dent | vor 357 Tagen, 11 Stunden, 34 Minuten

    Arcadia

    Also einen Bericht über dieses Festival zu schreiben, ohne auch nur zu erwähnen, dass hinter dem neuen Format eine neue Agentur (Acradia) steht, ist dann schon ein bisschen seltsam. Vorallem da es schon interessant wäre, rauszufinden ob Wiesen mit seinem neuen Partner tatsächlich auch happy ist (siehe Absage vom Jazzfest wegen zu wenig verkaufter Tickets, das ist ultrapeinlich - http://diepresse.com/home/kultur/popco/5012403/Jazz-Fest-Wiesen-wird-abgesagt). Also wie schaut es da aus mit Verkaufszahlen für ein reines Drum'n'Bass Festival?

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    • dent | vor 357 Tagen, 11 Stunden, 33 Minuten

      Korrektur

      heißt natürlich "Arcadia" :-)

    • christianstipkovits | vor 357 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten

      Lt. Angabe von Arcadia Live waren am Nu Forms ~6.000 Besucher.