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Christian Pausch

Irrsinn, Island, Ingwer.

22. 6. 2016 - 10:08

Da braut sich was zusammen

Sigur Rós haben nach einem virtuellen 24-Stunden-Trip durch Island ein neues Video veröffentlicht.

"Óveður" klingt ausgesprochen fast genau wie seine deutsche Übersetzung: Unwetter. So heißt der neue Song von Sigur Rós, der erste seit dem letzten Album "Kveikur" aus dem Jahr 2013.

Ein Sturm zieht auf

Dass sich da etwas zusammenbraut im Studio der isländischen Ausnahme-Band, das haben Fans rund um die Welt schon länger vermutet: einerseits wurden mehrere Konzerte festgesetzt - z.B. am 12. Juli 2016 beim Full Hit Of Summer in Linz - was immer ein guter Hinweis auf ein bald erscheinendes Album ist, und dann war da auch noch der gestrige Tag.

Sigur Rós sind die berühmteste Straße Islands, Route 1, die einmal rund um die Insel führt, in 24 Stunden abgefahren und haben dazu auch den vierundzwanzig Stunden dauernden Soundtrack geliefert. All das hat dann zu folgendem gruselig-schönen Video geführt:



Eine junge, vermutlich obdachlose Frau stolpert zusammen mit ihrem Hund und einer Flasche Alkohol durch das kleine Dörfchen Grindavík. Ihre Bewegungen sind gleichermaßen Tanz wie Zufall. Es ist kaum auszumachen, ob sie noch Herrin ihres Körpers ist.

Als sie eine Bar betritt, verschwimmen dort die Leben der Barbesucher_innen mit dem Leben der außenstehenden Protagonistin und die Hölle in jedem_jeder Einzelnen offenbart sich zusehends. Es ist nach Vaka (2002) wohl das dunkelste aller Sigur Rós-Videos.

sigur ros

facebook.com/sigurros

Sigur Rós bleiben sich und ihrer Linie treu: Es sind die Außenseiter_innen der Gesellschaft, die im Werk der Band eine Stimme und ein Gesicht bekommen: ob Kinder in Kriegsgebieten, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, oder nun eben Heimatlose.

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