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Phekt

Geschichten aus dem Hip Hop-Universum und benachbarten Galaxien.

16. 2. 2016 - 15:41

This is for Hip Hop

Die Hip Hop-Welt freut sich, und sogar das Weiße Haus hat via Twitter gratuliert: Kendrick Lamar wurde gestern Abend in Los Angeles mit fünf Grammys ausgezeichnet.

Kendrick Lamar bei den Grammys 2016

Larry Busacca

Es war eine bewegende Woche für Kendrick Lamar: am Samstag wurde ihm der "Key to the city of Compton" verliehen, zwei Tage später hat er in seiner Heimatstadt Los Angeles im Staples Center - nur wenige Meilen von Compton entfernt - fünf Grammys bekommen.

"To Pimp a Butterfly", sein 2015 erschienenes Album, ist eines der wichtigsten Rap-Alben der letzten Jahre. Das hat heuer zum Glück sogar die Grammy-Jury verstanden, die letztes Jahr sein Meisterwerk "Good Kid, M.a.a.d. City" nicht ausgezeichnet und stattdessen Macklemore den Preis gegeben hat.

Nominiert war Kendrick Lamar in gleich elf Kategorien. Mit den fünf Auszeichnungen für "Best Rap Performance", "Best Rap/Sung Collabo", "Best Rap Song", "Best Rap Album" und "Best Music Video" kann er trotzdem zufrieden sein.

This is for Snoop and Nas

Der Preis für "Best Rap Album" wurde ihm von West Coast-Rap-Legende Ice Cube überreicht. In seiner Dankesrede widmet Kendrick diesen Grammy der Hip Hop-Kultur und jenen Rap-Kollegen, die ebenfalls Genre-Meilensteine wie "Doggystyle" oder "Illmatic" veröffentlicht haben, dafür jedoch nie mit einem Grammy ausgezeichnet wurden.

Das Weiße Haus gratuliert

Dass Präsident Obama ein Fan von Kendrick Lamar ist, hat er bereits vor einigen Wochen verraten. Der Rapper war mit seiner Crew sogar in Washington im Oval Office eingeladen. Gestern hat ihm das Weiße Haus via Twitter zu seinen Preisen gratuliert. Obwohl der Musiker aus Compton mit Kritik am politischen System nicht spart und institutionellen Rassismus und Perspektivenlosigkeit in seiner Musik anprangert. Sein Song "Alright" wurde quasi zum Soundtrack der "Black Lives Matter"-Bewegung.

We gonna be alright

Mit seiner Live-Performance hat uns Kendrick Lamar bei den Grammys 2016 einmal mehr vor Augen geführt, dass derartige Preisverleihungen nicht in vorauseilendem Gehorsam mit weichgespülten, massenkompatiblen Shows gefüllt werden müssen.



Sein knapp siebenminütiger Auftritt fusioniert "The Blacker the Berry" mit "Alright" und einem neuen Song vor einem atemberaubenden Bühnenbild, das Kendrick zu Beginn in Ketten zwichen Gefängniszellen zeigt. Hip Hop, Jazz, Poetry, afrikanische Percussions ... Kendrick Lamar zitiert die kulturellen Errungenschaften jener Schmetterlinge, die seiner Meinung nach von der Industrie "gepimpt" werden. Und das vor einem Publikum, das größtenteils aus Schlüsselfiguren dieser Industrie besteht. Es ist ein denkwürdiger Abend im Staples Center.

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