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11. 4. 2015 - 17:00

Brand New

Young Fathers - "Shame" | Alabama Shakes - "Don't Wanna fight" | Ghostpoet ft. Nadine Shah - "X Marks The Spot" | Jamie xx ft. Romy - "Loud Places"

Young Fathers - "Shame"

Auf ihrem Album "Dead" ist den Young Fathers eine weirde und so noch selten gehörte Verquickung von HipHop, Elektronik, strengem Industrial-Metall und flockigen Grooves geglückt, zu Recht hat das schottische Trio für die Platte den Mercury Prize erhalten. Das neue Album "White Men Are Black Men Too" öffnet den Horizont jetzt noch weiter, aus der schön schrottig eiernden Single "Shame" spricht eine verstärktes Interesse an Pop und auch Indierock. Im Hintergrund quietscht, scheppert und zischt es nach wie vor gehörig.

Alabama Shakes - "Don't Wanna fight"

Die Alabama Shakes klopfen Roots Rock, Blues, Folk und Soul in eine zeitgemäße Form von Garagen-Pop, mal kracht er räudig, mal swingt es süßlich und beseelt. Erdig, da ächzt das Holz auf der Veranda, da werden nur die ältesten Whiskeys aus dem Süden der USA zur Verkostung gereicht. "Sound & Color" nennt sich das neue Album der Band aus Athens, Georgia, die Vorabsingle schleicht mysteriös durch die Hintertür und kündet aufgekratzt, aufgebracht, resignierend von den Problemen und Sticheleien, die eine Beziehung so mit sich bringt.

Ghostpoet feat. Nadine Shah - "X Marks The Spot"

In sein kürzlich erschienenes drittes Album "Shedding Skin" hat Ghostpoet wieder ein schönes Allerlei aus HipHop, Spoken Word, Postpunk, Krautrock und geil verbogener Bastel-Elektronik im Andenken an Aphex Twin gegossen und zu dem ihm eigenen Sound geformt, dem Ghostpoet-Sound. Viel ist los, dennoch klingt die Platte stets konzentriert und mit sicherem Händchen und Maß zusammenkonstruiert, nie überladen. Die mit der Sängerin Nadine Shah aufgenommene Single "X Marks The Spot" ist auch so ein schlankes Stück, in dem die Zutaten, trauriger Murmel-Singsang, TripHop-Tristesse, ein Früh-80er-Düster-Wave-Bass, wunderlich zusammenkommen.

Jamie xx feat. Romy - "Loud Places"

"In Colour" wird sich das demnächst erscheinende Solo-Album von Jamie xx nennen, der Beatschnitzer, Sounddesigner und Percussionist der großen englischen Minimal-Popper von The xx wird da das dunkle Sensibel-Grüblertum seiner Hauptband dezent Richtung Euphorie biegen und klarerweise stärker auf den Dancefloor zielen. Der ebenfalls gerade erschienene Track "Gosh" ist eine spröde Verbeugung vor Jungle, die gemeinsam mit Bandkollegin Romey Madley Croft aufgenommene Single "Loud Places" lässt einen introvertierten Popsong in einer großen, gospelhaften House-Messe aufgehen. Eine Hymne auf die Nacht, die Clubkultur und das Knistern zwischen zwei Menschen.


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