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Robert Zikmund

Wirtschaft und Politik

27. 1. 2015 - 11:00

Flucht nach Israel

70 Jahre nach dem Holocaust wandern alleine aus Frankreich siebentausend jüdische Mitbürgerinnen nach Israel aus. Auch in Österreich steigt die Unsicherheit. Woher kommt der „neue“ Antisemitismus?

Der aktuelle Roman von Michel Houellebecq, „Unterwerfung“, ist natürlich nur politische Fiktion, dennoch irritiert der Schriftsteller vor allem durch subtil verwobene Anknüpfungspunkte zur Realität. Etwa was die Auswanderung von immer mehr Menschen nach Israel betrifft. Aus der gesamten EU sind 2013 etwa zehntausend Menschen nach Israel gegangen, mehr als die Hälfte davon kommen aus Frankreich.

Angst, jüdische Symbole offen zu tragen

Wächst der Antisemitismus in Europa?: Audio- und Video-Beiträge in der ARD-Mediathek

Das große Problem Frankreichs, so der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger, ist die Demografie, vor allem in den großen Städten, allen voran natürlich in Paris. Dort leben jüdische und arabisch-muslimische Communities, die zum Teil sogar beide aus dem Maghreb stammen, dicht an dicht, oft sogar im gleichen Viertel. Und gerade in letzter Zeit, befeuert durch Ereignisse wie Terroranschläge, steigt die Angst der jüdischen Bevölkerung, offen zu ihrem „Jüdisch-sein“ zu stehen.

Auch im deutschen Sprachraum ist dieser beängstigende Trend längst angekommen. So empfiehlt etwa die Präsidentin der Münchner Kultusgemeinde ihren Mitgliedern, keine jüdischen Symbole auf der Straße zu tragen.

Der Präsident der österreichischen IKG, Oskar Deutsch, hält davon wenig. Allerdings ist das erneute Erstarken des alten Gespenstes Antisemitismus auch in den jüdischen Communities Österreichs zu spüren, so sagte etwa die Filmemacherin Ursula Raberger im ORF Kulturmontag:

Es gab in Wien zig Demonstrationen, die eben auch antisemitischen Charakter hatten. Für mich persönlich hat dieser Antisemitismus eine neue Qualität, die ich so noch nie erlebt habe. Ich habe mich in Wien vorher noch nie gefürchtet, ein T-Shirt mit hebräischen Schriftzeichen oder dem Davidstern zu tragen – das hat sich geändert.“

Und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, ergänzt: „Wir hatten es in der Vergangenheit mit dem traditionellen Antisemitismus von rechts und von links zu tun, dazugekommen ist der islamistische Antisemitismus, der noch um einiges gefährlicher ist.“

Antisemitismus von recht, links und von Islamisten

Leider stehen diesen Befürchtungen auch bereits Taten entgegen, breit wahrgenommen wurde die Debatte allerdings erst im Zuge eines anti-israelischen Platzsturmes bei einem Fußballspiel von Maccabi Haifa in Bischofshofen. Allerdings gab es sowohl vorher als auch nachher immer wieder Vorfälle, die zeigen, dass dies kein Einzelfall war. Ein besonders trauriger Tag ist dabei immer der sogenannte „Al-Quds-Tag“, der 2014 am 26. Juli stattfand. Viele jüdische Mitbürger sehen diesen aus dem Iran stammenden Tag als „antisemitischen Feiertag des iranischen Regimes, wo Rechte, Linke und Islamisten zusammen gegen Israel protestieren.“ Aber auch eine Woche zuvor fand, ebenfalls in Wien, eine Pro-Palästina Demonstration statt, zu der die umstrittene Union Europäisch-Türkischer Demokraten eingeladen hatte, kurz: UETD.

Antikapitalistischer Antisemitismus

Bei derlei Veranstaltungen haben viele jüdische Mitbürger mehr als nur ein bisschen Bauchweh, was auch am bizarren Bündnis aus antikapitalistischen Linken, Rechten und Islamisten liegt. Wenn etwa manche linke Gruppen gemeinsam mit Hamas- oder Hisbollah-Sympathisanten marschieren und „Israel-Terrorist“ skandieren oder mitten in Österreich Parolen wie „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ zu hören sind, muss man wohl von einem Antisemitismus-Problem sprechen. In den verschiedensten, antikapitalistischen Narrationen (gerne auch in jenen, die sich "dritter Weg" nennen) lauert oft das antisemitische Stereotyp des „raffenden Kapitals“, das angeblich die Welt lenke, als Gegensatz zum guten und reinen „schaffenden Kapital“, also der „ehrlichen, deutschen Arbeit“. Diese Unterscheidung erfolgt analog zu jener verkürzten Kapitalismuskritik, die zwischen „guter Realwirtschaft“ und „bösem Finanzkapital“ wertet.

Der österreichische Antisemitismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft: So glaubt fast jeder zweite Österreicher, dass Juden zu viel Macht in den Finanzmärkten hätten. Mehr als jeder Zweite meint, dass Juden noch immer zu oft den Holocaust thematisieren würden. Mehr als ein Drittel der österreichischen Bevölkerung glaubt, dass Juden die US-Regierung beherrschen würden. Und ebenfalls ein Drittel meint gar, dass sie die Welt kontrollieren würden. Das ist ein fruchtbarer Boden für Antisemiten von ganz rechts und ganz links, aber auch für Islamisten. Ein Boden aus der Mitte der Gesellschaft, wohlgemerkt.

Stephan Grigat lehrt und forscht an der Universität Wien, neben dem Iran ist auch der heimische Antisemitismus im Fokus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit – zum Phänomen der neuen, antisemitischen Ausformungen sagt er: „Genau wie die europäischen Antisemiten bekämpfen islamistische Antisemiten persönliche und gesellschaftliche Widersprüche und Ambivalenzen. Sie tragen diese nicht aus, sondern projizieren sie auf Juden bzw. auf ein jüdisches Prinzip – ganz aktuell natürlich auch im jüdischen Staat. Und daraus resultiert dieser unglaubliche Hass. Das ist eigentlich ein Hass auf Ambivalenzen, Widersprüchlichkeiten und auf Krisensituationen, denen man sich nicht stellen mag. Man weicht der eigentlichen Konfrontation mit diesem Problem aus und bekämpft stattdessen Juden und Jüdinnen.“

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz

Wenn der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde sagt „Kinder sollen ganz normal und ohne Angst in die Schule gehen können“ – und damit nicht den Nahen Osten sondern Wien meint, dann besteht wohl Handlungsbedarf.

Denn in diesem Punkt ist Außen- und InnenministerIn wohl vorbehaltlos zuzustimmen: „Der Kampf gegen Antisemitismus lässt Null Toleranz zu. Antisemitismus ist keine Meinung. Es ist ein Verbrechen.“

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  • charliehebdo | vor 877 Tagen, 5 Stunden, 46 Minuten

    Und das noch:

    http://blogs.timesofisrael.com/the-holocaust-was-an-arab-story-too/#ixzz3QVH22KAw

    "he Palestinian grand Mufti El-Husseini played a central role in plotting the pro-Nazi coup in Iraq.

    The Mufti was personally responsible for the deaths of 20,000 European Jews murdered in the Nazi Holocaust. He organised the killing of 12,600 Bosnian Jews by Muslims, whom he recruited to the Waffen-SS Nazi-Bosnian division. He personally stopped 4,000 children, accompanied by 500 adults, from leaving Europe and had them sent to Auschwitz and gassed; he prevented another 2,000 Jews from leaving Romania and 1000 from leaving Hungary for Palestine: they too were sent to death camps."

    Auf dieses Posting antworten
  • charliehebdo | vor 882 Tagen, 4 Stunden, 5 Minuten

    Want to make a statement?

    http://adandachi.com/istanbul/support-jewish-publications/

    "Not everyone can be a Lassana Bathily, the Mali-born employee of the targeted Paris Kosher supermarket who saved countless lives by hiding customers during the attack. But individuals can still achieve a great deal by standing with those whom extremists would target. Heaven forbid that anyone should ever suffer a terrorist attack ever again, but let’s not wait until after an atrocity to express “Je Suis ”. Society’s embrace and acceptance of its minorities are the surest shield and protection against opportunistic acts of hate against those minorities. Terrorism thrives in an atmosphere and environment of unchallenged and unchecked hatred."

    bzw.

    http://adandachi.com/istanbul/europe-get-it-together/

    "Dear Europe,

    I never thought the day would come when I’d be lecturing other people on the subject of failing societies. But when a Syrian tells you that you are in deep shit, you may rest assured that the shit you are in is deep indeed."

    Auf dieses Posting antworten
  • charliehebdo | vor 882 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

    Aus Dänemark wird berichtet

    http://postdoc.blog.is/blog/postdoc/entry/1416153/

    About 250 participants in a rally for peace had to seek refuge in the courtyard of the Danish Parliament. The demonstrators, who were mostly Jews, many Danish supporters of Israel as well as a few democratic exile-Iranians, had gathered in a joint rally supporting peace in the Middle-East on the Christiansborgs Slotsplads, the square in front of the Houses of parliament.

    (...)

    At the Pro-Palestinian rally nearby the participants held banners where the killing of Zionists was promoted by this statement "All Zionists are a legitimate targets everywhere in the World!" (Danish: Alle Zionister er et legitimt Mål over hele Verden!). There was probably a good reason for the old Rabbi not to bless that rally with his dignifying presence and great wish for co-existence and Peace between the Jews and the Palestinians.

    Auf dieses Posting antworten
    • charliehebdo | vor 882 Tagen, 10 Stunden, 24 Minuten

      Bzw. dies hier

      http://adandachi.com/istanbul/europe-get-it-together/

  • johannesrausch | vor 882 Tagen, 21 Stunden, 10 Minuten

    @ robert zikmund:

    gut geschrieben und wichtiges thema!

    und auch gut, dass du das wort neu mit anführungszeichen anführst, denn viele medien schreiben immer "neuer antisemitismus" - ganz so als ob es den nicht (leider) immer schon gegeben hat.

    fakt ist: antisemitismus gab es, gibt es und wird es leider immer geben - daher ist es kein neuer in diesem sinne...

    Auf dieses Posting antworten
    • zikmund | vor 882 Tagen, 3 Stunden, 32 Minuten

      Dankeschön!

  • riem | vor 883 Tagen, 5 Stunden, 26 Minuten

    What is the 'ismus' word for people increasingly getting hostile to each other whether they are Jewish, Muslim, gay, poor, etc etc? Assholismus? Cause that is definitely happening.

    Auf dieses Posting antworten
    • zikmund | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 54 Minuten

      I´d call it hostilty. The point is that here in Austria, we have a very special responsibility to stand up against all roots of antisemitism. Of course that doesn´t mean that there´s no need to stand up against all other forms of hate too.

    • softmachine | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 48 Minuten

      narcissm

    • charliehebdo | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 10 Minuten

      No this is not happening

      It is only European synagogues that have been forced to close for security reasons. It is only Jewish communal buildings, schools and kindergartens that require the tightest of security. Mosques have remained open and save for a few minor incidents of property damage, it is not Muslims who have been murdered on European soil.

      Yet some poeple treat both Jews and Muslims as the victims in a false moral equivalence. This is not true. Muslims have not been victims of a wide spread attempt to wipe out their presence. The victim competition is the expression of that lie.

      The ism that is going on is ignorism.

      It is the ignorance that tries to make all things equivalent, or else refuses to speak about them.

    • makronaut | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 7 Minuten

      @ riem

      i apprehend it's (at least a bit) more complicated than that:

      http://fm4.orf.at/stories/1752478/forum/53534285/

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 1 Minute

      well there is no bigger responsibilty in this country than in other countrys.
      that'd be "doppelmoral für sich"

      history doesnt have to live with peopel and geopolitical changes in the present

      no religion no culture is more or less responsibel for the failure of its forfathers or brothers and sisters

      nobody is an victim either

      "man is created equal"..
      man and woman r equal
      responsibility is EQUAL amongst us
      THATS the doctrin keeping mankind and our society together

      one small step.cchch..one giant leap.for mankind

      reading thomas bernhard wrong doenst forbid some kids on drugs to post racist youtube comments

      kurds fightet turkish guys all the time..no coaltion or media and kultursgemeinde kurdistan and whatnot came

      because its a problem of society in OUR URRRBAN SPACE OF COLLECTIVE INTELLIGENCE DEAR ZIKMUND and not of oldschool groups

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 3 Stunden, 59 Minuten

      either nobody is an vitctim or everybody is

      one cell...started it..one protein

    • softmachine | vor 883 Tagen, 3 Stunden, 57 Minuten

      q.e.d.,"it is not Muslims who have been murdered on European soil." keine nsu, keine brand-attentate auf moscheen, keine muslime, die angst haben auf die straße zu gehen, kein rechtsextremer mob, der mit zigtausenden gröhlenden stimmen die abendlandrettung propagiert ? nein, nein, all das darf nicht sein, also ist es nicht. so zynisch und hetzend wie hc strache und konsorten, pegida fan charlie biased in hochform.

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 3 Stunden, 46 Minuten

      vorallem hat eine arabisch radikale gruppierung wie gesagt NULL chancen sich hier zu verbreiten

      ich mein beschäftigt sich hier irgendjemand auch nur ansatzweise mit dem BMI für verf und terr bekämpfung
      hat wer eine ahnung was die NSA und vorallem die GCHQ in JEDEM EU land aufführt
      NO CHANCE "hamas"

      also bitte
      da kann man den focus zumindest auf die pegida nazis legen
      da gibts keine wega die sofort die wega stürmt
      das IST teilweise die wega

      also bitte dort ansetzen wos wirklich brenzlig wird

      ganz einfach

    • zikmund | vor 883 Tagen, 3 Stunden, 38 Minuten

      Wovon redest du JLHE? Ich rede von einer speziellen Verantwortung in Ö und D, die sich daraus ergibt, was etwa Gauck gestern so zusammenfasste: "Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz."

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 2 Stunden, 38 Minuten

      E
      Ohne tschingis kahn auch kein ungarn
      Wir haben eine kollektive intelligenz kollektives bewusstsein aber each and every individual on the planet has his and her responsibilty

      Wir sind genauso für unsere nazi blockwarde verantwortlich wie für immigration genau .wie immigranten für ihre integration eigenverantwortlich sind

      Die kuktusgemeinde hat ein recht auf dezentepanik mache genau wie jeder kurdenmob

      Aber die motive haben auf beiden seiten orthodoxen beigeschmack

      Seit der globalisierung gibts one network one responsibility of each aaaand everyone

      Weeee had a dream

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 2 Stunden, 34 Minuten

      Religion und region sekundär

      One network

    • softmachine | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten

      @jlhe: absolut, die permanentkrisenökonomie hat es geschafft, dass wir wieder zurück in reaktionären nationalen, religiösen, ethnischen diskursen sind. die ökonomie flottiert global, wir sind aber wieder hinter unseren identitären gartenzäunen verschwunden, ohne globale badiousche vision oder idee. divide et impera, hetze gegen hetze, 19.jhdt diskurse im jahre 2015.

    • konjunktiv2 | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 53 Minuten

      @Zikmund

      Sowieso, und es gibt auch keine europäische Identität ohne Islam. Robert, Deine Verantwortung als Medienfuzzi besteht unter anderem auch darin, dass Du nicht denselben Fehler machst wie die Journaille von Heute u. Österreich, bei denen der Islam nur noch im Zusammenhang mit Schlagzeilen von der Schließung eines saudischen Kulturzentrums od. Gebär-Boni an Austro-Türkinnen vorkommt. Seit Paris les ich hier nur noch Artikel über die ach so antisemitische muslimische Parallelgesellschaft und kein Sterbenswörtchen, welche Bereicherung der Islam für Europa darstellt, oder wie Muslime whs. mehr als alle anderen Angehörigen einer sog. "Weltreligion" in Europa struktureller Diskriminierung ausgesetzt sind bzw. marginalisiert werden. Ich find das widerwärtig, wie hier manche so tun, als ließe sich aus der Geschichte eine Art Anrecht (oder gar Verpflichtung) zur islamophoben Hetzrede ableiten. Wenn in Indien Gang Rapes ausnahmslos von jungen Männern ausgehn, was sagt mir das über junge indische Männer? Dass sie allesamt Vergewaltiger sind? Den Antisemitismus zu verurteilen bedeutet nicht, Muslime in Sippenhaftung nehmen zu dürfen, sonst wird aus dem einen Ressentiment notwendigerweise das andere. Auschwitz is' eine schwärende Wunde im Bewusstsein dieses Kontinents - lernen wir endlich daraus, statt sie als bloßes Vehikel für die...

    • konjunktiv2 | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 52 Minuten

      nächste Hetze zu missbrauchen!

    • makronaut | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 28 Minuten

      @ zikmund

      gauck bezieht ja implizit stellung zu einem interessanten "problem" der interntionalen beziehungen, und zwar der frage, ob "völker/nationen"* eigene entitäten darstellen, die ihre sie konstituierenden individuen überleben können.
      gauck sagt ja. das ist jetzt mal per se unproblematisch.
      interessant wird es dann, wenn die frage auftaucht ob individuen solcher völker rechte in anspruch nehmen oder pflichten auferlegt werden können, die sich aus der geschichte nicht des speziellen individuums, sondern aus der des volkes ableiten – zb reparationszahlungen, gebietsrechte, usw usf.
      siehe auch die aktuellen debatte darüber, ob der "globale norden" pflichten gegenüber dem "globalen süden" zur kompensation von schäden hat, die dort aufgrund von 150 jahren CO2-emissionen als folge der industriellen revolution und damit dem klimawandel auftreten.

      andere sagen, dass es diese entitäten nicht gibt und individuen keinerlei rechte/pflichten aus volkszugehörigkeiten ableiten können. einige erkennen zb das streben des jüdischen volkes nach einem eigenen nationalstaat an (vlg zionist_innen), andere halten den begriff von "nation" als solchen für reaktionär.
      einige sagen, dass die shoah teil der geschichte des deutschen (und österreichischen) volkes ist, andere lehnen jede spezielle verantwortung oder ähnliches ab.

      *ist ein problematischer begriff, den ich der einfachheit verwende. problematisch wegen konnotationen, mangelnder schärfe, semantischen probleme...

    • makronaut | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 27 Minuten

      ...etc.

      @ konjunktiv2

      mir ist jetzt nicht ganz klar, wo zikmund "Muslime in Sippenhaftung nehmen zu dürfen" meinen soll. o_O

    • makronaut | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 14 Minuten

      davon abgesehen bin ich der meinung, dass das mit den rechten/pflichten durch volkszugehörigkeit durchaus geht – vor allem da man im täglichen gebrauch oft rechte aufgrund von volkszugehörigkeut wahrnehmen kann - eine art gewohnehitsrecht also, welches auch pflichten mit sich bringt - zb gegenüber dem "globalen süden". oder eben der wahrnehmung einer historischen verantwortung egegnüber israel.

    • makronaut | vor 883 Tagen, 1 Stunde, 3 Minuten

      genauer: ich kann mit dem konzept leben, aber nur aus gründen der pragmatik.

    • konjunktiv2 | vor 882 Tagen, 23 Stunden, 8 Minuten

      @makronaut

      Wo hätt ich das jetzt behauptet? Zitat bitte! :P

    • konjunktiv2 | vor 882 Tagen, 23 Stunden, 6 Minuten

      Und versteh ich Dich richtig: Du sagst, dass Du aus Gründen der 'Pragmatik'(?) damit leben kannst, wenn Muslime in Sippenhaftung genommen werden? Als träfe sie an den Ereignissen von Paris eine Art Kollektivschuld? Find jetzt nur ich das ein wenig problematisch to say the least???

    • johnleehookerelectro | vor 882 Tagen, 21 Stunden, 20 Minuten

      @softmachine

      ja die pseudo möchtegern elitäre mittelschicht wird von allen seite mit existenzängsten zugepumpt.von links wie rechts

      folglich gibt es plötzlich sowas wie politisch korrekte hetze

    • johnleehookerelectro | vor 882 Tagen, 21 Stunden, 6 Minuten

      der postpostmoderne biedermaier

      hat sich in seinem mühsam erarbeiteten weihngarten eine wertevorstellung zurechtgelegt,die moralvorstellung zur angeblichen perfektion getrieben sodass man sie auf andere abstreifen kann,sein hab und gut fein säuberlich errungen

      und plötzlich ist vorallem der islam verantwortlich moralische HAUPTverantwortung zu übernehmen
      weils ja doch sehr primitiv von der eigenen vorstellug abweicht

    • makronaut | vor 882 Tagen, 14 Stunden, 42 Minuten

      @ konjunktiv2

      1)
      vielleicht habe ich dich missverstanden – aber das liest sich schon wie ein vorwurf in die richtung:

      "Robert, Deine Verantwortung als Medienfuzzi besteht unter anderem auch darin, dass Du nicht denselben Fehler machst wie die Journaille von Heute u. Österreich, […] Seit Paris les ich hier nur noch Artikel über die ach so antisemitische muslimische Parallelgesellschaft und kein Sterbenswörtchen, welche Bereicherung der Islam für Europa darstellt, oder wie Muslime whs. mehr als alle anderen Angehörigen einer sog. "Weltreligion" in Europa struktureller Diskriminierung ausgesetzt sind bzw. marginalisiert werden. Ich find das widerwärtig, wie hier manche so tun, als ließe sich aus der Geschichte eine Art Anrecht (oder gar Verpflichtung) zur islamophoben Hetzrede ableiten. […] Den Antisemitismus zu verurteilen bedeutet nicht, Muslime in Sippenhaftung nehmen zu dürfen"

      2)
      nö, du verstehst mich falsch. ich meine, dass man aus dem konzept "volk/nation" durchaus pflichten und rechte für die jeweilig beteiligten indivisuen ableiten kann. auch wenn's problematisch ist.
      mit dem "islam" (ein begriff, der egtl kaum verwendbar ist) hat das insgesamt höchstens am rande zu tun.

  • charliehebdo | vor 883 Tagen, 9 Stunden, 20 Minuten

    Und worüber man sich demnächst auch nicht wundern wird müssen

    http://howiescorner.blogspot.co.uk/2015/01/syrzia-enters-coalition-with-anti.html

    Syriza und sein Kolaitionspartner von der Seite des softmachine Antizionismus.

    http://antifa-ngt.espivblogs.net/?page_id=1194

    "There are party officials in Syriza who have more than instrumental relations with the far-right. Th. Karypidis, Syriza official in north Greece, and link with Aneksartitoi Ellines, caught media attention when he claimed on facebook that state TV is “controlled by jews”. In the same vein, E. Andriopoulou, Syriza representative, commenting on the military conflict in Gaza on her facebook said: “ Hitler, you faggot, not only were you a damn fascist but you did not finish the job either…”.

    Auf dieses Posting antworten
    • softmachine | vor 883 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

      ich bin 100 % zionist, aber danke wieder eimal für den beweis deiner unlauterkeit. jemand der die bolschewisten zu den erindern des antisemitismus macht, den ukraine konflikt auf die antisemitische agenda putins (!!!???) zurückführt, 1, 5 milliarden muslime in sippenhaftung nimmt etc etc etc, ist das nun auch wirklich nichts neues...

    • charliehebdo | vor 883 Tagen, 5 Stunden, 24 Minuten

      ich hab gerade nicht zu gehört...

    • softmachine | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 49 Minuten

      ist das nicht dein grundzustand ? wer ignoranz, unwissen und vorurteile zu wahrheit macht, muss niemandem zuhören...

    • charliehebdo | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 14 Minuten

      Blablabla

      ist mir wurscht was du denkst.

      Du kannst deine Ressentiments und Beschimpfungen so lange ausdehnen wie du willst. Ist dein Recht.

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 11 Minuten

      die ganze zeit links von esoterisch angehauchten seiten zu posten
      um die eigene ignoranz in den vordergrund zu stelen nur weil der diskurs von der eigenen meinung abweichen sollte

      das hat widerum methodisch was von pegida identitäre

      und der anonymus facebook seite

      kennt die jemand?holy shit links von pyramide verschöwrungen

      astreines nazi zeug..seitdem haben die rechten die hacker unterwandert

    • johnleehookerelectro | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 11 Minuten

      bzw seitwann

    • charliehebdo | vor 883 Tagen, 4 Stunden, 7 Minuten

      Blablabla

      Wenn du den Inhalt nicht widerlegen kannst muss natürlich die Denunziation kommen, es sei eine "links von esoterisch angehauchten seite".

      Na klar.

      Aber bitte, es ist dein gutes Recht, dich dem Denunziationslesekreis anzuschließen.

    • softmachine | vor 882 Tagen, 18 Stunden, 19 Minuten

      warst es nicht du, der den "mainstream der muslime" als terrorbefürworter denunzierte ?

  • charliehebdo | vor 883 Tagen, 9 Stunden, 33 Minuten

    Ein Bericht aus Schweden:

    http://www.npr.org/2015/01/26/381647473/journalist-documents-anti-semitism-in-a-swedish-city

    "Over the past few years, the Swedish city of Malmo has earned a reputation for anti-Semitism. Members of Malmo's small Jewish population say that walking in some of the city's Muslim neighborhoods wearing a skull cap, a kepah, is to risk verbal abuse and possibly worse. Well, that risk has now been documented by Swedish television journalist Petter Ljunggren. Ljunggren wore a cap and also a Jewish star pendant in Malmo while secretly filming."

    Auf dieses Posting antworten
  • konjunktiv2 | vor 883 Tagen, 18 Stunden, 15 Minuten

    Was tun?

    Wie also ihm begegnen, dem wiedererstarkten Antisemitismus? Erfahrungsgemäß reklamiern sich die Gesinnungsgenossen der Täter ja gern als Erste in die Opferrolle, sobald das Blatt sich gegen sie wendet... Und sind wir uns darin nicht alle irgendwo gleich: Die Schuldigen, das sind grundsätzlich immer die andern - niemals wir, die wir bestenfalls Opfer widriger 'Umstände' sind, auch und gerade wo wir uns ertappt fühlen, Schuld auf uns geladen zu haben. Um mich an der Aufarbeitung des nazistischen Antisemitismus produktiv beteiligen zu können, muss ich mich als Österreicher perfiderweise zuerst immer auch ein Stück weit mit den Tätern identifiziern - nicht umsonst besteht die ideologische Speerspitze des internationalen Judenhasses heute aus kaltschnäuzigen Holocaust-Leugnern, die lügen, sobald sie das Maul auftun. We the people - verkappte Antisemiten so weit das Auge reicht! Man kann gar nicht nachdrücklich genug betonen, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, quer durch alle politischen Couleurs und Konfessionen (inkl. "jewish self-hatred")... Indem wir den Schwarzen Peter nicht einer einzelnen Gruppe zuschieben, stellen wir sicher, dass wir nicht bloß das eine Ressentiment durch ein anderes ersetzen. Größter Dank an Robert Zikmund für seine Bemühung um eine ausgewogene Darstellung!
    Der...

    Auf dieses Posting antworten
    • konjunktiv2 | vor 883 Tagen, 18 Stunden, 15 Minuten

      ...

      Der Schoß ist fruchtbar noch- wehret den Anfängen!

    • charliehebdo | vor 883 Tagen, 9 Stunden, 30 Minuten

      Offizieller Antisemitismusbericht Frankreich

      http://www.antisemitisme.fr/dl/2014-EN.pdf

  • motter | vor 884 Tagen, 1 Stunde, 1 Minute

    "Sharp rise of anti-Semitism across Europe is brutal testimony of why survival of Israel is not just political issue but moral imperative."
    (http://is.gd/dzaCIz)

    Auf dieses Posting antworten
    • charliehebdo | vor 884 Tagen, 23 Minuten

      Es sei noch darauf hingewiesen

      http://jungle-world.com/artikel/2015/04/51286.html

      http://jungle-world.com/artikel/2015/04/51288.html

      Zur farblichen Unterstreichung, warum das so sein muss:

      http://www.dailymail.co.uk/news/article-2926724/I-m-going-Jew-bashing-teenage-thug-texted-friend-thugs-beat-Orthodox-Jewish-man-protest-against-conflict-Palestine.html

  • johnleehookerelectro | vor 884 Tagen, 1 Stunde, 38 Minuten

    es ist ein tatsächlich vorhandenes schwerwiegendes problem wenn man eine gesamte kultur mal wieder als sündenbock hernimmt und zu hetzen beginnt

    aber wieso muss man die gruppierungen segregieren und widerum mit gegenhetze gruppierungen wie hamas konnotieren.
    wenn die hamas tatsächlich in österreich ableger hätte dann weis der BMI schon am flughafen bescheid und stürmt die wohnungen mit 12 cobras bevor die überhaupt eine flagge aufhöngen können

    im gegensatz zu nazis die in der polizeigewerkschaft tätig sind

    der arbeitslose yusuf der sich jeden tag amphetamine reinhaut und ab undzu auf ISIS bloggs oder sinnreiche youtbe kommentare von sich gibt
    ist nichts anderes als der rene der HC in der nachtschicht die hand schüttelt und den islam als quelle des bösen ausmacht

    man nennts UNTERSCHICHT und sollte das problem auch dementsprechend behandeln anstatt zu trennen

    wir leben in staaten in denen jede kommunikation,ja sämtliche metadaten unserers daseins! in echtzeit gefiltert und sortiert werden

    der journalismus sollte the big picture sehen
    die segregierung wird präzise vom BMI undco exekutiert

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