Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "The daily Blumenau. Tuesday Edition, 29-07-14. "

Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

29. 7. 2014 - 17:51

The daily Blumenau. Tuesday Edition, 29-07-14.

Dass die Diskussion um die Hausbesetzer-Räumung ums Thema "unverhältnismäßig oder nicht?" geführt wird, weicht den zentralen Fragen dahinter feig und weiträumig aus.

The daily blumenau hat seit Oktober 2013 die Journal-Reihe (die es davor auch 2003, '05, '07, 2009 und 2011 gab) abgelöst. Mit Items aus diesen Themenfeldern.

Gestern wollte ich ein daily zum U19-EM-Halbfinale machen, das, was zu sagen wäre, geht sich aber auch in den #fußballjournal14-Einträgen, die diese Woche noch folgen, aus. Am Wochenende war ich auf Kurzurlaub.

#demokratiepolitik #medien #symbolpolitik

Die Debatte ist ja schnell zu Ende: klar war der Einsatz unverhältnismäßig; klar geht die Polizei, die mittlerweile wie der politische Arm der AUF, die FPÖ nämlich, agiert, in ihrer Gesamtgewichtung einäugig vor.
Viel wichtiger als die Ob-Diskussion ist die Warum-Frage, und der Versuch einer unaufgeregten Analyse.
Die zeigt meiner Meinung nach zwei seit langem schwelende Tendenzen auf dem Vormarsch in den gesellschaftlich akzeptierten Mainstream. Und beide, sowohl die neue Verortung ideologischer Standpunkte, als auch die Abwesenheit politischer Lösungskompetenzen sind durchaus aussagekräftige Zeit-Zeichen an der Wand.

Tendenz 1: Einerseits lösen sich Gut/Böse-Kategorien auf, andererseits ist Rechts die neue Mitte

In einer Gesellschaft, die keinerlei Diskurs-Kultur kennt, entzündet sich so etwas wie Debatte nur dann, wenn der Symbolgehalt eines Vorfalls genug Breite in ein Thema bringt, um es ganz vage zu halten und auf "eigentlich alles" auszudehnen (die Gender/Hymnen-Debatte des Sommers ist da ein Musterbeispiel dafür) oder wenn es auf eine ganz simple "Fluch oder Segen"-Abstimmung zurechtzustutzen ist.

Nur dann können es die Mainstream-Medien und ihre Unterstützer, die vor Angst um die Kundschaft schlotternden sogenannten Qualitätsmedien bearbeiten; andernfalls trauen sie sich nicht drüber. Angesichts einer ob dieses konstant tiefen Niveaus bereits teilverblödeten kritischen Masse der Gesamtbevölkerung durchaus nachvollziehbar, angesichts der Inkaufnahme der Diskurs-Unfähigkeit einer jungen, gut ausgebildeten Generation, die diese Debatten rein technisch durchaus führen könnte, aber ein Verbrechen.

In der Debatte zum aktuellen Thema Nummer 1, der absurd aufgeblähten Räumung eines besetzten Hauses, werden keine Positionen mehr verhandelt, sondern nur noch Schablonen hin- und hergeschoben.

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"Pizzeria Anarchia" wird mit Großaufgebot geräumt
Hundertschaften an Polizisten rückten aus, um in Wien eine Pizzeria zu räumen. Ein beispielloser Polizeieinsatz in Wiens jüngerer Geschichte. Die Live-Twitter-Berichterstattung.

Nach der Räumung der Pizzeria Anarchia
Beobachtungen einer völlig überzogenen Polizeiaktion

The daily Blumenau
Dass die Diskussion um die Hausbesetzer-Räumung ums Thema "unverhältnismäßig oder nicht?" geführt wird, weicht den zentralen Fragen dahinter feig und weiträumig aus.

Pizzeria-Anarchia-Nachwehen
Josef Iraschko ist KPÖ-Bezirksrat in der Wiener Leopoldstadt und arbeitet für das Mieterselbsthilfezentrum. Er hat schon vor der Besetzung und den Protesten die AltmieterInnen rechtlich beraten.

Der vorliegende Fall würde nämlich eine Umkehrung vieler eingefahrener Denk- und Handlungsmuster möglich machen. Denn die im Denken der Law & Order-Fraktion und des alles-bewahrenden Teils der Bevölkerung klar als Bösewichte identifizierbaren Störenfriede und die als Erhalter auf der guten Seite stehenden Besitzer haben hier ja ganz klar die Rollen getauscht: symbolpolitisch sind längst die Immobilien-Spekulanten, die mit kottanesken Methoden an der Vertreibung der Mieter scheitern, die Bösen, und die mit den braven ehrbaren Bürgern in Not solidarisierten Punks die Guten.

Das ist für viele Menschen harter Tobak, bedroht ihre fest verankerten Wert-Einstellungen in ihren Wurzeln, verlangt neue Kategorisierungs-Schemata und fordert das Denken etwa in der Stärke einer Frau mit Bart. Nun wissen wir seit dem Mai, dass das trotzdem möglich ist; wir wissen seit dem Juni, dass das genaue Gegenteil, der pure Backlash, der Schritt zurück der treue Begleiter jedes Schrittes nach vorne ist.

Und dass die Bewahrer, seit sie erkannt haben, dass sich mit wütenden Scheiße-Stürmen und dem guten alten Leserbrief im digitalen Gewand eine Menge Stimmung machen lässt, umso stärker auf der Hut vor allem sind, was vorgestanzte Einstellungen, Klischee-Bilder und alte Kamellen wegwischen und neues Denken in ihr Leben bringen könnte. Denn das ist der Feind der Bewahrer-Koalition: die Veränderung, die durch ein virtuelles Feindbild gutmenschelnder Medienlinken in ihr Weltbild einsickert.

Deshalb war auch der Polizei-Einsatz so arg unverhältnismäßig: weil es galt in diesem Symbol-Fall Flagge zu zeigen; weil der Ärger darüber, dass die alten Parameter nicht mehr greifen, dass die Hausbesitzer die von allen verachteten Spekulanten sind und die Hausbesetzer die empathisch-sozialkompetenten Helden an der Seite des kleinen Mannes, eine besonders wütende und besonders groteske Reaktion zeitigte. Wie immer, wenn ein Weltbild in Gefahr ist.

Wovon in echt natürlich keine Rede sein kann. das Bewahrer-Weltbild sitzt fetter am Thron als jemals zuvor in den Jahrzehnten, die ich politisch überblicken kann. Wenn die Bewahrer (wie im angesprochenen Hymnen/Gender-Streit) empört darüber sind, wegen vollmundiger Aussagen "in die rechte Ecke gestellt zu werden", weil sie doch nur das gesunde Volksempfinden widergeben würden, die Rückkehr zur Normalität wollten oder sonstwie den Stammtisch zitieren würden, dann zeigt das nur ein Verortungs-Problem. Sie sehen dort, wo früher rechts war, die Mitte. Und da alles jenseits der eigenen Ideen links ist, hat eine Mitte aufgehört zu existieren.

Für eine Mitte braucht es eine funktionierende Medienlandschaft, eine mutige Zivilgesellschaft (und nicht deren hier nur wenig überzeichnete Parodie) und ein Bürgertum jenseits des Monarchismus. Weil all das in Österreich nicht funktioniert, gibt es diese Mitte nicht mehr. Weil die Linke pragmatisch unfähig und politisch schwach gebildet ist, ist nicht - wie anderswo, etwa in Deutschland - sie in diese Lücke nachgestoßen, sondern die "Wird-man-doch-noch-sagen-dürfen!"-Rechte.
Die spricht zwar auch mit vielen verschiedenen Zungen, ist sich aber im (einfachen, vorhin bereits angeführten) Prinzip einig. Rechts ist in Österreich also die neue Mitte, dort wo früher rechts war ist mittlerweile Rechtsextrem, wovon man sich (noch) schicklich distanziert.

Die Polizei ist, ideologisch wie personell ein Brennglas dieser Entwicklungen, deshalb die Haudrauf-Lösung von gestern.

Tendenz 2: politische Ohnmacht im Großen führt zum Verlust politischer Lösungs-Kompetenzen im Kleinen

Ich will keiner früher-war-alles-besser-Stimmung das Wort reden. Denn ganz früher, als in Wien noch die Eiszeit herrschte, waren die (bekanntermaßen zumindest nominell linken) Stadtväter und -mütter die Oberunfähigsten wenn es galt, mit Rebellen, Jugendkultur-Forderern oder gar Hausbesetzern zurechtzukommen

Dann, nach vielen Lehren der vielen Besetzungen rund um Arena, WUK, GaGa, Ägidi und Co, hatte sich der Gedanke durchgesetzt, dass die politische der militärischen Lösung vorzuziehen sei; dass Verhandlungen und ein sensibles lösungsorientiertes Vorgehen, das die großteils ja berechtigten Forderungen zumindest einmal ernstnahm, allen Beteiligten mehr bringt als der Polizei-Einsatz.

Diese Kultur ist irgendwann, gefühlsmäßig so in den 90ern, wieder entschlafen. Die Generation Häupl beherrscht sie nicht (mehr) - und hat sichtbar auch keine Lust auf derartige Anstrengungen. Die Grünen haben diese Techniken nie beherrscht, waren - wenn überhaupt - nur mit parodistischen Einlagen unterwegs.

Beide Regierungs-Fraktionen und all ihre kritischen Think Tanks hatten im Fall der Pizzeria Anarchia jahrelang Zeit sich einzuschalten und eine politische Lösung zu suchen und zu finden (mit etwas Willen und machtpolitischem Druck wäre da schon etwas möglich gewesen). Passiert ist nichts.

Von der extrem weit von Jugend und Kultur agierenden Stadt-SPÖ hat niemand etwas anderes als vielleicht ein paar Sonntagsreden gegen Wohnungsspekulation erwartet; von den Grünen hingegen schon. Schließlich ist die Wohnsituation, ist der ins Absurde auslappende Immobilienmarkt, ist der Mieterschutz ein Kernthema der Stadtpartei. Wenn man dann etwas tiefer gräbt, findet man aber Schulterschlüsse mit der Branche, nicht mit den Mietern, als wäre man der Junior-Partner der ÖVP.

Abgesehen von dieser ideologischen Wurschtigkeit besonders erstaunlich ist aber die komplette Abwesenheit von ganz grundsätzlichen lokalen Lösungs-Kompetenzen, von politischen Trouble-Shootern, von Mediatoren und Anpackern.

Klar hat die nationale Politik angesichts globaler Konzern-Gegnerschaft und über Brüssel lobbyierte Gesetze ganz oft kein Leiberl mehr - diese Bewegungsarmut aber auch im regionalen und lokalen Bereich fatalistisch auszuleben und die letzten Felder (wie die der Handschlag-Lösung von Grätzl-Problemen) aufzugeben heißt aber sich als Berufsstand abzuschaffen; und die politische Macht an den aktionistischen Arm der FPÖ, die AUF auszulagern.

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  • antoinedionel | vor 1114 Tagen, 2 Stunden, 7 Minuten

    Zombie

    Dieser in Worte gegossene Schwachsinn ist ein
    gutes Beispiel für den den desaströsen, ja untoten Zustand der Linken.

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  • grazerbert1 | vor 1115 Tagen, 2 Stunden, 9 Minuten

    was sind das wieder für esoterrische postings?

    ...hier geht es um die verhältnismäßigkeit eines polizeieinsatzes und nicht um blutleere politik-philosophie-diskussionen!
    wenn unsere polizei für das hinaustragen von 19 !!!! personen aus einem für den abriss bestimmten haus 12 stunden und insgesamt 1.700 polizisten benötigt, muss man für die sicherheit der stadt wien schon grobe bedenken haben!
    und die "einsatzpläne" der großkopferten in der wiener polzei sind ja auch nicht von besonderer anteilnahme oder gar sozialer intelligenz - geschweige denn kosteneffizienz - geprägt.
    nächstes mal sollen sich um so ein problem der pfarrer von st.stephan und die caritas kümmern, die sind da wesentlich effizienter.

    Auf dieses Posting antworten
    • unami | vor 1114 Tagen, 23 Stunden, 18 Minuten

      Nein, genau darum geht's hier nicht. Um das herauszufinden hättest du nicht einmal den Artikel lesen müssen - die Kopfzeile hätte gereicht.

    • grazerbert1 | vor 1113 Tagen, 23 Stunden, 54 Minuten

      ja, martin blumenau, der politik- und gesellschaftsexperte..

      ...für alles und jedes.
      ich bleibe dabei, diese blutleere geschwätz der dem 68er jahr nachtrauernden salonroten hat niemanden auch nur einen millimeter weitergebracht.
      pragmatismus ist halt öfter nötig als diese gesellschaftstheoretiker wahrhaben wollen. und augenmaß und ein beträchtliches maß an nächstenliebe, aber ohne gesellschaftspolitisches gelaber.

  • softmachine | vor 1115 Tagen, 18 Stunden, 57 Minuten

    tatsächlich gibt es eine riesige linke leerstelle, die immer temporär von ngos oder movements gefüllt wird, sei es attac, piraten oder occupy. warum sich so eine globale partei nicht gründen lässt, ja freiwillig sogar basisdemokratische durchmärsche (siehe occupy) ablehnt, ist mir schleierhaft. gesetze der lobbydemokratie und des postdemokratischen aktienadels werden sich nicht vor dem schaufenster stehend ändern lassen.

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    • konjunktiv2 | vor 1115 Tagen, 18 Stunden, 1 Minute

      Menschliches Versagen fußlahmer Parteisoldaten?!

      Es kann aber nicht einzig und allein daran liegen, dass die linken Alternativen so schwach bzw praktisch inexistent sind. Wirklich lösungsorientiert und nachhaltig is' die Politik von rechts ja auch in keinster Weise. Dass sie trotzdem so erfolgreich is', liegt vermutlich einfach am Rückhalt in der Bevölkerung. Das nationalistische/konservative/reaktionäre Lager ist schlicht und ergreifend das größere - Ressentiments, so weit das Auge reicht! (Sieht man ja auch an den Reaktionen zum volksdümmlichen Gabalier und der Debatte rund ums Binnen-I...) Insofern spiegelt auch die Berichterstattung im ORF die Stimmungslage in der Bevölkerung nur unzureichend wider. So leid's mir tut, der Stammtisch obsiegt! Der lange Marsch durch die Institutionen bleibt jedenfalls "a hatscherte G'schicht"...

    • softmachine | vor 1115 Tagen, 17 Stunden, 27 Minuten

      genau, das mein ich. ja was ist denn ein stammtisch ? das ist ja kein gesetz, das ist ja kein stammtisch aus zement, stammtisch ist kommunikation, also eine plattform, um die gekämpft werden muss. genauso das abstraktum "die bevölkerung". wenn alle so gedacht hätten, wie du, hätten wir keine demokratie, keine gleichberechtigung, keine gewerkschaft, keine versicherungen, keine sozialen absicherungen, keine medizinische versorgung,kein frauenwahlrecht, nada. wenn die linke denkt, sie muss das neoliberale geschäft von immospekulanten verteidigen, weil man die religion des freien marktes anbetet,aber eigentlich die sekten der lobbyisten und kartellkirchen damit unterstützt, dann hat man aufgegeben, bevor man überhaupt gekämpft hat. genauso das thema flüchtlinge. da hat man ja längst aufgegeben für ein tolerantes land zu kämpfen und ja, der stammtisch wäre auch da zu erorbern. keine sorge.

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 13 Stunden, 56 Minuten

      Welcher durchmarsch von occupy oder genua etc?es gibt wohl keinen esoterischeren belächelteren verein .
      Was haben genua proteste bewirkt?

      Aufmerksamkeit und debatten...und sonst?

      Seit wann ändert das konkret etwas?

      Das trichtern dir halt die geisteswissenschaftlichen ösi und piefke unis ein die kein geld für praxis haben d.h. wahre veränderung durch science kannst du nicht praktizieren.research adaptieren zb...daher labern müssen.die privatwirtschaft scheisst auf die massenunis.ein gefährlicher kreislauf an steuerung durch ohnmacht und nutzlosigkeit im grunde.stimmt schon

      Konkret Verändert hat der erste macintosh 84...wechselstrom..buchdruck..neuroscience.the wire.big data seit dem manhattan projekt etc etc

      Aktionismus ist nett und hilft dem bewusstsein für realitäten aber es bildet keine progression.nichts neues.es isn hund der den postler anbellt anstatt das er reden lernt oder emails benutzt

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 13 Stunden, 47 Minuten

      Die initiative jedes einzelnen die gier nach wissen und geltung und die damit einhergehende umverteilung. schlussendlich die mündigkeit. das zeigen moderne demos..wie im wired.com artikel.sprich sie machen sich selbst obsolet da es um methode technik und detail statt masse und einheit ankommt

      Nicht als region nicht als staat nicht als kommune oder gruppierung

      Als hinterfragung für sich selbst und als zeigefingergepläre

    • softmachine | vor 1115 Tagen, 13 Stunden, 43 Minuten

      wenn du leseten tätest, dann würdest du erkennen, dass es eben genau keine durchmärsche gibt, bzw die sogar gar nicht gewollt werden.es gibt immer noch die legislative, die kann regulieren, sogar google, wenn sie bock drauf hat, wurden schon andere syndikate gesmasht.

    • konjunktiv2 | vor 1115 Tagen, 11 Stunden, 17 Minuten

      die Kirche im Dorf

      Wo genau siehst Du eigentlich "Linke, die das neoliberale Geschäft von Immospekulanten verteidigen"? Versteh mich bitte nicht falsch: Keiner hat was von aufgeben gesagt, ich möcht mir nur keine falschen Hoffnungen machen. Die Kunst besteht ja darin, sehenden Auges auf verlorenem Posten weiterzukämpfen. Ohnedies werden sämtliche Bemühungen (übrigens auch die der Gegenseite, keine Sorge) letztlich vergebens sein. Bitte verwechsle Absurdität nicht mit Fatalismus!

    • konjunktiv2 | vor 1115 Tagen, 11 Stunden, 13 Minuten

      Und jeder Stammtisch ist doch ein hermetisch in sich abgeschlossener Mikrokosmos ohne nennenswerten Informationsaustausch mit der Außenwelt! Adäquat reagiert hat auf diesen Umstand bisher nur der Populismus: Es geht hier längst nicht mehr drum, die Menschen zu erreichen oder irgendwem Denkanstöße zu geben; es gilt im Gegenteil, dem "Volk" aufmerksam aufs Maul zu schaun und sein Geraune möglichst kunstfertig zu imitiern (Stichwort Vox populi). Tumbe "Klientelpolitik" ohne jedwede Eigeninitiative oder Vision, plain and simple, aber punkto Effektivität unerreicht. Der große Vorteil einer Bottom-up-Hierarchie besteht ja darin, gegen Versuche sie zu unterwandern relativ robust zu sein...

    • dahauns | vor 1113 Tagen, 21 Stunden, 58 Minuten

      Aber geh. Genausowenig wie ein Stammtisch völlig informationsautark ist, ist "Der Populismus" eine Entität für sich, sondern primär mal nur ein Instrument.
      Problematisch ist v.a., dass Populismus mittlerweile die den Weg vorgebende Ideologie darstellt und jegliche Inhalte und Visionen (und damit hast du schon recht) zweitrangig sind.

  • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 14 Minuten

    well die jüngere geschichte zeigt das die rechten und neoliberalen opfer die waren die für echte machtumstürze durch proteste sorgten
    oder im fall von england zB für die meisten brennenden autos verantwortlich waren

    insofern ist die polizei nur ein spiegel der gesellschaft die sie niemals aufhalten wird können wenn die kacke mal wirklich am dampfen sein sollte da sie ja selbst ein teil davon ist

    was nicht der fall sein wird solang die lebensmittelpreise leistbar sind

    http://www.slate.com/articles/health_and_science/feed_the_world/2014/04/food_riots_and_revolution_grain_prices_predict_political_instability.html

    das wird nicht passieren

    Auf dieses Posting antworten
  • teilzeitjugendlicher | vor 1116 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten

    Tja, warum soll Rot und Grün dem real existierenden Kapitalimus irgendwas entgegensetzen können, wenn auch die Rot-Grüne-Wählerschaft dem Mainstream-Glaubensbekenntnis "Denk nicht, kauf" bereitwillig folgt und im Zweifel dann halt doch die esoterisch anmutenden "Marktgesetze" über alles stellt? Mag wohl damit zusammenhängen, dass das Sein das Bewußtsein bestimmt und der überwiegende Teil der Grün-Wahler/innen in einem pekuniär recht gut abgesichertes Sein lebt.

    Auf dieses Posting antworten
    • 2000lightyearsfromhome | vor 1116 Tagen, 4 Stunden, 23 Minuten

      pekuniär?

      Du wirst bei der Revolution nie in der ersten Reihe stehen.

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 43 Minuten

      "die revolution" "der widerstand" als induktiv abgeleiteter gesamtbegriff wird auch längst nichtmehr in "mob vs police demos" oder von teilnahmslosen passive-ironischen social media wuaschtlern ausgefochten,auch nicht von menschen die noch immer an politische richtungen glauben.nein sie wird von simplen greifbaren faktoren der marktwirtschaft wie zb DEM LEBENSMITTELPREIS bestimmt

      grüne sind im kern so schwarz wie das raiffeisenpferd wie wir wissen.sie verleugnen sich dieser realität leider dummerweise und agieren oft ironisch bis schizophren esoterisch.

      http://tinyurl.com/m2rhevb

      its a businessproblem a milchmädchenrechnung mit big data und kein politischer metakontext da hilft auch kein fataler anachronismus um politischer verzweigungen zu analysieren(das gleiche gilt im übrigen für gaza undco)und was am wenigsten hilft sind veralterte planquadrats methoden einer süss bemühten polizei wie die empirik ebenfalls zeigt.

      das hysterische geschrei über die furchterregende machtumverteilung nach rechts gibt es seitdem jörg haider edelweis strickjacken trug.
      aber mehr als diese 30%(maximalwert) wirds im neoliberalen populismus nicht spielen diese empirik haben wir mittlerweile..vermutlich solang für jeden irgendwo ein essen am tisch steht.
      für unserer zeit ist es nichtmehr von belang wieviel blockwarte aufarbeitung thomas bernhard und neuwirth betrieben haben und man noch einfach in links und rechts unterteilen konnte oder eben nicht.wir sind die 3te...

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 42 Minuten

      http://www.wired.com/2014/07/11-classic-examples-of-design-for-political-protest

      4te generation.die polizei passt sich bewiesenermaßen der bevölkerung an die widerum aus 1000den subrichtungen besteht. alles korreliert.gibts viele AMS hooligans so gibts auch mehr assi polizisten
      gibts mehr ironische schnösel so besteht auch die polizei aus übervorsichtigen ängstlichen ironischen planlosen schnösel.

      die executive ist in seiner struktur reaktionär bis in die ablauforganisation.menschen die mit echten stresssituationen umgehen können um ernstzunehmende strategische entscheidungen auf "non kottan" zu treffen.. wie etwa von der WEGA(auch die haben nicht nur den neonazi-kern sondern auch normale)..die wollen nicht an die macht wegen der arschkriecherei

      die kritik an selbiger wird vom medienapparet absorbiert der nicht nur durch zufall gleich reaktionär agiert

      (PS: fm4 sperrte mich ausgerechnet! beim polizei eintrag für 2 tage ..beim wm-journal flogen die ungustiösesten verbalen fetzen wofür ich mich selber sperren würde.unzählige gelegenheiten.nichts geschah..aber sobald der polizeistaat und seine veralterten methoden der alten 9/11 security industrie sogar ohne beschimpfung angeprangert wird(auch das "selfie singen im auto" aka contentmarketing zufällig 2 tage vor der räumung ist eine perversion für sich)gibts ne sperre.
      höchst mysteriös

      wird die polizei auch von A1(oderso) gesponsort?
      geht hier das GQ magazin problem von lena dunhams girls ab und ihr müsst dem sponsor kuschen?

      DAS wären mal die...

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 38 Minuten

      DAS wären mal die meta fragen

      quo vadis spö
      quo vadis veralterte planquadrats methoden?
      wieso liegt der unlustige gutmensch unbewusst mit den blauen im bett??
      die fragen hab ich schon vor monaten gestellt und initiiert

      but anyway..mein narzismus is auch nima lustig..stimmt schon

      vice erörtert diesmal ein regionalpolitisches thema sachlicher und hermeneutischer als fm4

      das gabs noch nie
      das könnte auch eine umverteilung werden

      drauf geschissen liberal(neos) mit kontext statt alternativ but ironisch schizo mit kontext
      (grün)

    • softmachine | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 10 Minuten

      ein großes problem ist imho dass der neoliberlismus in der krise die nationale karte ausspielt und alle da wieder mitzocken. keine vision der globalsierung, keine partei der zivilgesellschaft. die grünen als hypochondrische ernährungsberater, linksradikaler aktionismus ist der kauf einer bioavokado, die roten verkrustet wie rost, links und rechts sind abgewirtschaftet, diskodemonstranten und pogoprotestierer gefangen in karnevalstischen ritualen, und die f gibt den zynischen erntehelfer der angstbewirtschaftung, der rest sind unterfickte fundamentalistische eingottgläubige, die den sinn des lebsn ins jenseits verschoben haben.

    • softmachine | vor 1115 Tagen, 21 Stunden, 9 Minuten

      aber was wäre die vision in dieser demokratie der delegation ? das propblem ist, siehe fm4, der unterschied zwischen meinung und haltung. wir profikonsumenten scheissen auf unsere verantwortung, unser konsum konstituiert uns, auch eine demo wird konsumiert, alles was darüberhinaus geht ist mittlerweile unvorstellbar.

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 20 Stunden, 42 Minuten

      was soll denn eine demo in einem indstrieland noch bewirken ausser hier und da kleine aktionistische anstösse zu leisten?
      ich denke (reine spekulation) das in deutschland tatsächlich der fussball und eure konstanten massenaufläufe als "einheit" auch mitverantwortlich sind das ihr noch ein grösseres demo bewusstsein habt.von stuttgart 21 bis 1.mai etc
      .man siehts in österreich schon bei musikkonzerten

      der ösi hat angst als masse aufzulaufen..er hat keine stimme als masse jeder is irgendwie für sich.keine einheit bis auf wenige ausnahmen

      aber was soll die demo bewirken ausser aktionismus?

      vorallem wenn die leute die sie anprangert selber die meister des aktionismus geworden sind..

    • johnleehookerelectro | vor 1115 Tagen, 20 Stunden, 32 Minuten

      bzw die verwertung des gelieferten aktionismus wird von den neoliberalen und rechten methodischer und geschickter gesteuert als die initiatoren der demo es tun

      sprich bei ner demo läufst du nurmehr ins offene messer von strategen dahinter

      im pizzeria fall endlich mal umgekehrt..ansonsten nicht.. es brauchte lediglich 20 hansln und keine masse um die mitte auf seine seite zu ziehen

      aber die demo ansich ..was soll sie mehr sein als konsum der drauf wartet medial verwertet zu werden??

    • softmachine | vor 1115 Tagen, 20 Stunden, 8 Minuten

      nicht mehr demonstrieren oder für mehr polizeigewalt demonstrieren, für bessere munition, siehe zürich 82, für das verbot von demontrationen demonstrieren, für trockenlegung des mittelmeers, für selbstschußanlagen an unseren grenzen, für den wk ball in mauthausen whatever, nur nicht dieses oldschool fantsietote reichskritallnachtgegröhle, BITTE und dann so so kaiser josef s. mäßig tun, als wüsste man von nix. scheiss auf diese spaßgeilen fooligans. ja die demo ist per se sinnlos, seattle, genua, jede bindenwerbung erreicht mehr leute, in d funktioniert das noch als dialogbeschleuniger, aber auch nur weil die polizei nicht komplett rechts unterwandert ist wie bei euch. das ist ja schon gefährlich nah dran am tiefen staat. und sonst ? wer will schon für nazibanhöfe und naziflughäfen und schrebergartenideolgie auf die straße rennen außer frühpensionisten und spätprotestierer mit bettflucht ?

  • softmachine | vor 1116 Tagen, 11 Stunden, 28 Minuten

    diese aktion ist symbolisch gar nicht hoch genug zu bewerten und wird im nachhinein den niedergang der spö in wien definieren.

    Auf dieses Posting antworten
  • prom000 | vor 1116 Tagen, 12 Stunden, 12 Minuten

    Und 70 Jahre später

    Auf dieses Posting antworten
    • prom000 | vor 1116 Tagen, 12 Stunden, 12 Minuten

      haben die Faschisten doch gewonnen.

    • lesucre | vor 1115 Tagen, 15 Stunden, 31 Minuten

      geh bitte fällt dir nix besseres als die Faschismuskeule zu schwingen?

  • arnonymous | vor 1116 Tagen, 15 Stunden, 43 Minuten

    hmm

    all dies passiert unter rot/schwarz in der regierung, unter rot/grün in der hauptstadtregierung.

    da brauchts kein schwarz/blau, die SPÖ demontiert die eckpfeiler der republik im alleingang.

    aber schön wie nichtmal ein purer populist den medienauflauf dort nutzt. grandiose bühne, rampenlicht, da wäre einiges gegangen - siehe pepi holaubeks super "i bins dei präsident" verhandlung. da kannst "unsterblich" werden, aber nichtmal dafür reichts bei den amateuren.

    aber die AUF liefert pizza an die polizei, die nächsten generationen von leitern der exekutive werden seit jahren blau angefüttert (die fangen ja unten an, in 20jahren leitens dann den haufen), die polizei ist auf jahrzenten verloren.

    komplette selbstaufgabe der sozialdemokratie.

    Auf dieses Posting antworten
    • 2000lightyearsfromhome | vor 1116 Tagen, 5 Stunden, 11 Minuten

      Mei, Hauptsach der Faynachtsmann grinst.

    • 2000lightyearsfromhome | vor 1116 Tagen, 5 Stunden, 9 Minuten

      Obwohl, es wär eh dem Dicken sein Revier. Wie heißt er, euer Bürgermeister?

    • lesucre | vor 1115 Tagen, 15 Stunden, 25 Minuten

      die einzige Partei die sich um die Bedürfnisse von Polizisten in den letzten Jahren gekümmert hat sind halt die blauen, die Roten haben komplett ausgelassen, Schwarz ist auch nur am Land stark. .tja und für die Grünen sind sie auch nur als buhmänner zu gebrauchen