Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Wer zahlt wie für digitale Inhalte?"

Robert Glashüttner

Videospielkultur, digital geprägte Lebenswelten.

17. 10. 2012 - 06:00

Wer zahlt wie für digitale Inhalte?

Wolfgang Schlögl, Musiker, spricht sich für eine Festplattenabgabe aus. Markus Stoff, Netzaktivist, fordert eine Reform des Urheberrechts. Ein Pro-und-Contra.

"Festplattenabgabe jetzt!" fordern Künstler/innen-Vertreter wie die Initiative "Kunst hat Recht" und Verwertungsgesellschaften wie die austro mechana. Sie verlangen eine Erweiterung der Leerkassettenvergütung auf digitale Medien. Konkret wünscht man sich eine Pauschalabgabe auf jede - zumindest in Österreich - verkaufte Festplatte, weil das digitale Teilen und Kopieren audiovisueller Inhalte und das damit in Verbindung stehende Recht auf Privatkopien mit dem bisherigen Urheberrechtsgesetz längst nicht mehr vereinbar sei. Deshalb müsse man es auch erneuern, fordert wiederum Markus Stoff, Sprecher der Initiative für Netzfreiheit.

Schlögl und Stoff diskutieren heute (Mittwoch, 17. Oktober) im FM4-Connected-Studio. Wir haben vorab beide Gäste gebeten, uns ein persönliches Statement für fm4.ORF.at zu schicken.

Wolfgang Schlögl

Wolfgang Schloegl

Wolfgang Schloegl

Wolfgang Schlögl spielt bei den Sofa Surfers und macht mit einigen anderen Projekten Musik, auch für Theater und Film. In diesem Personenkomplex leben vier bis sechs Menschen von Musik. Das Steuerrecht sieht sie als Kleinunternehmer.

"Ich bin für solidarische Netzfreiheit, umfassenden Datenschutz, Anpassung des Urheberrechts an die derzeitigen Bedingungen (gerechtere Aufteilung von Tantiemen von internationalen Konzernen hin zu den kreativen mittelständischen Produzenten; Stichwort iTunes, Telekom, Spotify, etc.), kooperative Konzepte im Netz und Entkriminalisierung von Usern. Gleichzeitig bin ich dafür, einen unpolemischen Dialog über geistiges Eigentum in Wissenschaft und Kunst unter den sich so schnell ändernden Bedingungen zu führen. Deshalb bin ich weder bei 'Kunst hat Recht', noch der 'Initiative für Netzfreiheit' aktiv.

Bevor man über die Speicherabgabe diskutiert, hier einige Punkte zum Nachdenken: Gibt es ein geistiges Eigentum? Hat Kunst und Wissenschaft ein Recht auf geistiges Eigentum? Soll es Solidarität in einer vernetzten Gesellschaft geben? Kann eine Gesellschaft ohne Transfers existieren? Welche solidarische Haltungen sind gegenüber geistigem Kontent möglich? Kreative im Allgemeinen kämpfen an mehreren Fronten für eine gerechtere Umverteilung von immer weniger in Umlauf befindlichem Verteilungskapital. Befürworter des freien Netzes differenzieren manchmal nicht zwischen "der Industrie" (internationale Verlage, Telekom-Konzerne) und hiesiger Kreativwirtschaft (Schriftsteller, Grafiker, Fotografen und Musiker, etc.) und sprechen so dabei oft einem turbokapitalistischen Liberalismus ins Wort, denn auch im Netz gilt oft: Wer das Geld hat kauft sich seine Freiheit. Deshalb ist ganz wichtig: Können wir einen breiten Wertekonsens zwischen Usern und kreativen Produzenten erreichen?

Zur Festplattenabgabe: Natürlich soll die FPA prozentuell viel geringer ausfallen, als die Leerkassettenabgabe, da nicht nur urheberrechtlich relevante Daten abgespeichert werden. Das war ja auch schon bei CD-R und DVD-R der Fall. Es muss natürlich der Verteilungsschlüssel zugunsten der kleinen und mittleren kreativen Einheiten verschoben werden. (Problem: AKM-Verteilungsquoten, Bevorzugung von Großverlagen, etc.). Die Abgabe ist ein Transfer. Damit wird jedoch kein Kreativer durchgefüttert werden, sondern es werden u.a. Institutionen wie die Literar Mechana oder das SKE damit unterstützt. Diese sind für die jeweilige Szene unabdingbar. Mit Einführung der FPA muss auch eine weitere Entkriminalisierung der User einher gehen. Leider ist es aber mit der FPA nicht getan. Vielleicht sind sogar Festplatten bald nur noch Fußnoten der Technologiegeschichte. Ein für mich viel dringenderer Handlungsbedarf herrscht bei Cloud-Technologien und Streaming-Diensten, mit denen zur Zeit Telekom-Konzerne versuchen, junge Abonnenten zu lukrieren. Kreative Werke werden hierfür als Köder benutzt, der kommerzielle Nutzen bewegt sich dort für Kreative im Promillebereich."

Markus Stoff

Markus Stoff

Markus Stoff

Markus Stoff ist Sprecher der Initiative für Netzfreiheit. Diese setzt sich für die Förderung der Freiheiten des Bürgers im Netz und die Wahrung der Bürgerrechte auf digitaler Ebene ein. Ihre Themen sind unter anderem Vorratsdatenspeicherung, ACTA, Urheberrecht und Netzneutralität.

"Zwischen dem gesellschaftlichen Alltag und den Geschäftsmodellen der Unterhaltungsindustrie klafft eine riesige Kluft. Nicht zuletzt die Kontroverse um ACTA zeigte dies überdeutlich. Um diese Kluft wieder zu schließen, ist ein breiter gesellschaftlicher Diskurs rund um das Urheberrecht dringend nötig. Kreative und Konsumenten müssen einen neuen Interessenausgleich für das digitale Zeitalter finden.

Aber leider ist von einem breiten Diskurs nichts zu sehen - vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall. Über einseitige Gesetzgebungsprozesse wird mit Gewalt versucht, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Unzeitgemäße Geschäftsmodelle einer sterbenden Industrie sollen so künstlich am Leben erhalten werden. Nach ACTA zeugen aktuell die Forderungen nach einem Leistungsschutzrecht und einer Festplattenabgabe von dieser einer Demokratie nicht würdigen Vorgehensweise.

Die Forderung nach einer Festplattenabgabe ist der aktuelle Brennpunkt in dieser Debatte und in ihrer realitätsverkennenden Ausgestaltung auch sinnbildlich für die ganze Diskussion. Um nicht missverstanden zu
werden: Pauschalabgaben sind nicht generell negativ, sie können eine Möglichkeit darstellen, einen Ausgleich zwischen den Interessen der Urheber und den Rechten der Konsumenten zu schaffen. Schon mit der Leerkassettenvergütung ist man diesen Weg gegangen, indem man durch diese Pauschalabgabe die Vervielfältigung zum persönlichen Gebrauch erlaubte. Der damals geschlossene Deal bedeutet nicht weniger, als die Anerkennung der Realität, dass sich das Teilen von Inhalten nicht verhindern läßt.

An dieser Realität hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Art und Weise, wie Inhalte geteilt werden, unterscheidet sich von damals. Aber nicht etwa, weil sich die zugrundeliegende Motivation oder das Unrechtbewußtsein geändert hätten, sondern weil sich die Möglichkeiten dazu verbessert haben. Wir befinden uns also in der selben Situation wie damals, als die Kassette eingeführt wurde und die Musikindustrie in Panik "Hometaping kills Music" skandierte. Doch anstatt sich zusammenzusetzen und den Deal von damals zu erneuern, wurden die Konsumenten erneut kriminalisiert und die Privatkopie ausgehöhlt: das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen (wie sie z.B. auf DVDs und Bluerays üblich sind) wurde verboten, während die Unterhaltungsindustrie "Raubkopierer sind Verbrecher!" skandierte.

Update vom 17. Oktober, 14 Uhr: Der Text von Markus Stoff wurde an dieser Stelle ein wenig erweitert.

Ein wirklich zeitgemäßes Urheberrecht darf keine privaten Nutzer für ihr Medienverhalten kriminalisieren und zur Zensur von Informationen führen. Eine Überwachung des Internets auf Urheberrechtsverletzungen ist nur mit einer Zensurinfrastruktur nach dem Vorbild Irans, Chinas oder Syriens machbar.

Eine Festplattenabgabe, eine Kulturflatrate oder auch Ideen wie die Kulturwertmark könnten dazu dienen, die Privatkopie zu modernisieren und das Teilen von Inhalten wieder zu erlauben. Flankierend müsste man auch ein Urhebervertragsrecht einführen, um die Künstler gegenüber den Verlagen zu stärken. Die aktuelle Forderung nach einer Festplattenabgabe stellt jedoch leider nichts anderes als den Versuch dar, sich die systematische Kriminalisierung seiner Fans auch noch vergüten zu lassen.
Eine vergebene Chance.

Diskussion live in FM4 Connected

Weiterlesen auf help.ORF.at: "Neue Diskussion über Festplattenabgabe"

Markus Stoff und Wolfgang Schlögl waren in FM4 Connected zu Gast und diskutierten das Für und Wider live im Studio.

Festplattenabgabe

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  • flobro | vor 1825 Tagen, 20 Stunden, 18 Minuten

    klarstellungen

    Traurig was hier an niveauloser Polemik an den Künstlern/Verwertungsgesellschaften etc geübt wird.

    Notwendige Klarstellungen:
    1 - Die unter 30 Jährigen sind damit aufgewachsen, dass sie faktisch ungestraft u.a. Musik stehlen können. Das darf man keinesfalls so umdrehen dass sich die Bestohlenen gefälligst daran gewöhnen müssen weil das nun mal Stand der Technik sei. Genau das wird aber propagiert. Grosser Irrtum. Nur weil man Stehlen kann, darf es noch lange kein Recht werden.

    2 - Die Festplattenabgabe bzw frühere Leerkassettenabgabe etc hat NICHTS mit staatlicher Verteilung an schlechte Künstler zu tun. So ein Unsinn. Sie ist der PREIS an die Gesellschaft dafür dass sie die Gegenleistung RECHT AUF PRIVATKOPIE erhält. Wer gegen solche Vergütungen ist muss auch für eine Abschaffung des REchts auf Privatkopie sein - genau das Gegenteil ist der Fall, Ihr wollt die Leistung (und noch mehr) und weigert Euch dafür etwas zu zahlen. Hirn einschalten, Leute!

    3 - Nur weil einzelne diese Recht angeblich nicht nutzen, heißt das noch lange nicht dass man den Deal deswegen ganz absagen muss. Wir zahlen alle Steuern und Abgaben, die dann auf alle verteilt werden - nicht nur was wir im einzelnen selber konsumieren. Jeder...

    Auf dieses Posting antworten
    • flobro | vor 1825 Tagen, 20 Stunden, 16 Minuten

      ...zahlt für die Bildung im Land, auch die, die keine Kinder in der Schule/Uni haben, etc etc...Sidenote an den Herren Dozenten der TU: Bekommt die TU Geld vom Staat aus Steuermitteln? Wie wärs mit dem Abschaffen dieser Unsitte weil es eine Menge Steuerzahler gibt, die die Leistungen der TU nicht beanspruchen?

      4 - Die Privatkopie enthält das Wort PRIVAT nicht ohne Grund. Was heute Praxis ist hat mit privat nichts zu tun, es ist die ÖFFENTLICHE und DAUERNDE Verteilung von Musik (und Filmen und Software...) durch nicht Berechtigte. Das ist nicht annähernd mit dem Konzept Privatkopie gleichzusetzen sondern abzuschaffen sofern technisch möglich. Das hat nichts mit Diktaturen wie Syrien, China, Iran etc zu tun (billgste Polemik btw) sondern ist sehr wohl legitim, genauso wie es legitim (und erfolgreich) ist, die Verbreitung von Kinderpornographie im Netz einzuschränken und zu reduzieren.

      5 - Ein Faktum, dass ich bisher noch nie gehört habe, dass mM nach aber auf der Hand liegt: Das on demand streaming von Musik ohne dafür den Urheber zu seinen Konditionen zu bezahlen ist ein ernsthafter Geschäftsentgang für die Urheber. Man kauft Musik, um sie wo man will, wann und wie...

    • flobro | vor 1825 Tagen, 20 Stunden, 14 Minuten

      part 3

      ...oft man will zu hören. Das alles ist mit illgalem Streaming möglich (nicht mit Radiohören - und die Radios zahlen im Gegensatz dazu auch), ergo kaufen die Hörer die Musik nicht mehr. Stattdessen macht der Provider der Streams Geld mit Werbung, und selbst wenn er es nicht täte bleibt immer noch die Tatsache dass aufgrund seiner Urheberrechtsverletzung der Urheber weniger verkauft. Macht Euch nichts vor, das Prinzip ist simpel: Ware stehlen und dann selber verkaufen oder verschenken. Man schädigt den Bestohlenen, einmal mit und einmal ohne Selbstbereicherung.

      6 - Es ist völlig irrelevant, wer welche Gewinne durch dies oder jenes oder ganz was anderes macht, völlig irrelevant ob eine CD oder ein legaler Download zu billig, teuer, laut oder rosa ist. Wenn jemand Musik macht und zum Verkauf anbietet, setzt ER den Preis fest und jeder potentielle Käufer kann entscheiden ob es ihm das Wert ist oder nicht. Das ist Freiheit in einem Rechtsstaat. Niemand hat ein Recht darauf etwas zu stehlen was ihm subjektiv zu teuer oder zu minder oder zu leise oder zu gelb ist. Ihr führt diese Diskussion auf Kindergartenniveau mit solchen "Argumenten". Ja lieber "thomast" Du darfst...

    • flobro | vor 1825 Tagen, 20 Stunden, 13 Minuten

      part 4

      dich angesprochen fühlen.

      7 - "Niemand darf kriminalisiert werden!" Wovon redet Ihr hier bitteschön? Ein Täter wird nicht kriminalisiert, er kriminalisiert sich selber. Jeder kann legal kaufen oder legal streamen oder legal downloaden. Niemand muss anderen öffentlich Musik etc. zur Verfügung stellen, wenn er sich nicht mit dem Rechteinhaber(n) auf ein Entgelt dafür geeinigt hat. Diebstahl ist und bleibt kriminell und eine Entscheidung des Täters. Es ist absurd zu verlangen, Diebstahl in bestimmten Sparten von der Straftat zu einem Recht umzuwandeln, nur weil er in diesen Sparten zu diesem Zeitpunkt schwer zu verfolgen ist.

      MfG,
      ein Urheber

  • peterpaulskrepek | vor 1827 Tagen, 21 Stunden, 27 Minuten

    Ein ausgewogener Bericht, vielen Dank.

    Zitat: "Die Abgabe ist ein Transfer. Damit wird jedoch kein Kreativer durchgefüttert werden ..."

    Das ist leider faktisch nicht richtig! In den vergangenen beiden Jahren habe ich, gleich vielen anderen Berufskolleginnen und -kollegen, rund ein Viertel meiner Einnahmen aus Tantiemen und Lizenzen verloren; also jenen Anteil, den Verwertungsgesellschaften aus der "Leerkassette" auf die Abrechnungen für Rundfunkeinsätze und Tonträgerverkäufe aufschlagen - als Pauschalabgeltung des Rechts auf Privatkopie [welches unbedingt erhalten werden muß].

    Eine sachliche Debatte der Frage "Wovon sollen Musikschaffende bis zur Anpassung der Rechtslage an die neuen Anforderungen leben?" wäre höchst wünschenswert.

    Die dauernden Anschüttungen und Unterstellungen in verschiedenen Foren sind nicht sehr ermutigend, daß das gelingen wird.

    Auf dieses Posting antworten
  • peterpaulskrepek | vor 1827 Tagen, 21 Stunden, 37 Minuten

    Viel

    Auf dieses Posting antworten
  • mben | vor 1828 Tagen, 17 Stunden, 8 Minuten

    "Kunstschaffende"

    "Kunstschaffende" sollten ihrer Bezeichnung nach eigentlich genügend Hirn haben um zu verstehen, dass eine weitere Abgabe auf Inhalte, die sowieso schon zig Mal bezahlt werden mussten und auf die es eh schon bereits andere Abgaben gibt, nicht problemlösend ist.

    Wenn ich mir eine CD kaufe, zahle ich für den Inhalt. Wenn ich mir Rohlinge kaufe, muss ich eine Abgabe entrichten. Jetzt muss ich nochmals eine Abgabe für meine Festplatten entrichten. Blödsinnig.

    Für das Anhören von Musik, die ich gekauft habe, auf einem einzigen Gerät (Computer) soll

    Hat sich eigentlich schon einmal jemand gefragt, warum die Künstler dann nicht einfach die erste Abgabe oder schlicht den Preis ihrer Produkte erhöhen?

    Warum soll ich für etwas zahlen dass ich nicht nutze? Zwangsabgabe? Wieso? Weil ein Künstler dann nicht leben kann? Dann soll der Künstler gefälligst bessere Produkte produzieren, die auch gekauft werden. Angebot > Nachfrage. Wenn mein Angebot besch...eiden ist, einfach eine Alternative für die nicht vorhandene Nachfrage zu erzwingen, ist ja wohl total hirnverbrannt.

    Um Geld zu verdienen muss ich arbeiten. Wenn ich nicht genügend arbeite, bekomme ich auch nicht genügend Geld. Und wenn das Produkt, dass ich produziere nicht gekauft wird oder nicht in...

    Auf dieses Posting antworten
    • mben | vor 1828 Tagen, 17 Stunden, 6 Minuten

      ...dem Maße, dass ich davon leben kann, dann muss ich mir einen anderen Job suchen ODER wie gesagt besser werden.

      Das Problem, dass die "Kunstschaffenden" haben ist nicht etwa "illegaler Download" oder "Piraterie" sondern SCHLICHT UND EINFACH KONKURRENZ.

      Dank Internet kann ich jetzt wann immer ich will Musik aus aller Herren Länder kaufen (oder mieten - Spotify). Der Ösi-Musiker vom Kolsassberg will jetzt aber eine Zwangsabgabe, damit sein nicht-konkurrenzfähiges Angebot, dass keiner will, trotzdem sein "kunstschaffendes Dasein" finanziert. Vielleicht denk ich falsch aber auf Zangsabgaben und Durchfütterung hab ich keinen Bock. Dafür arbeite ich zu hart.

    • novalues | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 35 Minuten

      +++

      Glaubst du im Ernst, daß die Masse der Künstler in Österreich vom Verkauf irgendwelcher Werke leben kann? Das geht nur durch Förderungen aus Töpfen die u.a. mit diesen Abgaben gespeist werden. Das nennt sich Kulturförderung und die gibt es damit auch Kunst und Kreativität außerhalb rein kapitalistischer Überlegungen existieren kann.

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 26 Minuten

      An novalues:

      Die Verwertungsgesellschaften verwalten ihre Einnahmen autonom. Förderungen kommen aus anderen Töpfen (Steuergelder).

      Tatsächlich ist es ja so, dass die meisten Drucker in Büros Werke der dort Arbeitenden drucken. Es haben schon Interessenverbände wie Rechtsanwälte oder Steuerberater angedacht, bei der Literar-Mechana Mitglied zu werden, um sich bezahltes Geld zurückzuholen. Aber die verteilen u.A. nach Auflagenschlüsseln, und sorgen dafür, dass die meisten Urheber leer ausgehen.

  • novalues | vor 1828 Tagen, 18 Stunden, 20 Minuten

    +++

    "Festplattenabgabe jetzt!" ist ein verdammt unglücklich gewähltes Motto. Warum nicht gleich "Geld her!"? Ok also von wieviel % des Kaufpreises einer Festplatte reden wir jetzt exakt?

    Auf dieses Posting antworten
  • wynn | vor 1828 Tagen, 18 Stunden, 35 Minuten

    Nicht nur Festplatte

    Es gibt bereits jede menge an RPV's, wenn man zB. ein Multifunktionsgerät
    kauft (Druck, Copy, Scan) Gerätepreis
    ca. 250 Eur kommen noch 108,39 "Vergütung" dazu !! Steht in keiner Relation zum Gerätewert.
    Jeder Datenträger wird schon "Vergütet"

    Wenn ich einen PC Arbeitsplatz einrichte, zahle ich für Festplatte, Drucker und Datenträger (USB Stick, CD, DVD).

    Ich meine: Pro Arbeitsplatz ein Mal zahlen (Festplatte) reicht, für Drucker, Kopiergerät oder Scanner sollte die Vergütung daher wegfallen, weil ohne PC kann ich die Daten ja nicht verarbeiten!

    Und wenn schon, dann einheitliche Abgabe für alle EU Länder.

    Auf dieses Posting antworten
  • thomast | vor 1828 Tagen, 19 Stunden, 40 Minuten

    Es hat grundsätzlich niemand ein Recht darauf,

    von seiner Kunst leben zu können, ja noch nicht einmal ein Recht daraus ein Einkommen zu lukrieren.

    Weshalb das Recht auf die Privatkopie nicht gedeckt sein soll ist mir auch ein Rätsel.

    Die Damen und Herren Urheber sollen doch bitteschön einmal in der Marktwirtschaft ankommen! Weshalb gerade hier eine - rechtswidrige - Preisabsprache unkritisiert hingenommen wird ist mir ein Rätsel.

    Wenn ein Musiker nicht genug CDs verkaufen kann, muss er eben den Preis reduzieren. Wie jeder andere Marktteilnehmer auch. Die CD kostet ihn deutlich weniger als 50 Cent, bei 12 Euro pro CD macht er also einen Gewinn von 2.000%. Selbst wenn die CD nur für 6 Euro verkauft wird macht er noch 1.000% Gewinn.

    Das heutzutage viele CDs per Software am heimischen Computer "produziert" werden (und fast alles hört sich nicht besser an, ich verweise nur beispielhaft auf den "loudness war") und diese Einsparungen sind nicht beim Konsumenten angekommen.

    Zuallererst braucht es mal eine gesetzliche Gewinnspannenreduktion auf maximal 500%, dann kostet keine CD mehr als EUR 3,60, und dann gibt es auch kein Problem mehr mit den illegalen Kopien.

    Auf dieses Posting antworten
    • rainerklang | vor 1828 Tagen, 17 Stunden, 40 Minuten

      haarsträubend

      Dieses Posting ist so haarsträubend, dass ich darauf antworten muß.
      Niemand kann um 50 Cent auch nur annähernd eine CD herstellen. Selbst wenn Sie eine einfach bedruckte CD mit dünnem Booklet und einfacher Inlay Card in einem Jewel Case (der günstigsten Verpackung) pressen lassen kostet das weit mehr als 1 €, abhängig von der Auflage. Das sind allerdings die Herstellungskosten. Da ist noch nichts von der Grafik, Promotion, Marketing, Vertrieb, Handel etc. bezahlt.
      Wenn Sie eine CD um 12 € kaufen ist ein erheblicher Teil die Spanne im Handel. Der Vertrieb nimmt sich einen weiteren Teil. Oder glauben Sie die Urheber oder deren Plattenfirmen tragen die CDs zu Amazon oder in den Mediamarkt.
      Es kommt dann also etwa 50% vom Kaufpreis beim Hersteller, entweder Label oder Urheber an - ohne Bewerbung kauft die Cd aber niemand, auch die kostet Geld. Selbst wenn die Musik so wie Sie mutmaßen im Homestudio produziert wurde muß Sie gemastered und gemixt werden. usw ...
      Wenn man keine Ahnung von der Materie hat sollte man lieber ruhig sein ...

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 35 Minuten

      Keine Ahnung, wo du produzieren lässt,

      ich habe etwa 1993 für 1000 Stück inkl. Juwelcase, Booklet mit 4 Farbdruck, CD 4-Farbdruck pro Stück 5 ATS bezahlt. Einen Euro zahlst Du als Endkunde wenn Du nicht weißt wo und z.B. zu http://www.discmakers.com

      Plattenfirmen haben deutlich höhere Auflagen und zahlen entsprechend weniger. Bei einer Auflage von etwa einer Million reden wir dann von etwa 20 Cent.

      Der Handel hat da recht wenig mitzureden, dem werden größtenteils die Preise diktiert. Der gesamte Vertrieb ist ebenfalls in den Händen der Musikmafia.

      Mediamarkt kauft CDs übrigens idR. nach Kilo.

      Und erst wird gemixt, dann kommt der Premaster ins Presswerk, wo dann der Glassmaster erstellt wird.

      Die gesamte Produktion bis zum Premaster machen heutezutage viele am Computer, Cubase, Logic Studio oder Peak.

      Ca. 1985 kostete eine LP ATS 149,-- wobei der Datenträger, also die Vinylscheibe mit etwa ATS 90,-- zu Buche schlug, was einem Reinerlös von ATS 30,-- pro Datenträger entsprach. Also EUR 2,20. Inflationsbereinigt unter Berücksichtigung der massiven Steigerung der Verkaufszahlen ergibt das:

      Eine CD von z.B. Michael Jackson hätte nie mehr als EUR 3,-- bis 3,60 kosten dürfen, gleiche Gewinne vorausgesetzt.

      Tatsächlich aber haben die Plattenfirmen Anfang der 1990er für eine CD ATS 300,-- verlangt (299,--)...

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 35 Minuten

      ...

      was etwa 22 Euro entspricht. Daraus resultiert, das Michael Jackson und seine Plattenfirma nicht zig Millionen Dollar sondern hunderte Millionen Dollar verdienten.

      Sehr gut kann man das auch an den Entwicklungsdaten der letzte 30 Jahre der RIAA und der IFPI sehen, im Zuge der CD Einführung wurde der Gewinn pro Verkaufseinheit verzehnfacht. Grundlos.

      Jahrzehntelang konnte Künstler wie Plattenfirmen mit LP Preisen von 150 Schilling pro Stück gut leben, was einem CD Preis von etwa EUR 3,-- bis 3,60 entspricht. Man brachte halt nur Millionäre hervor, keine Leute wie Robbie Williams der für einen Vertrag über 5 CDs 300 Millionen Dollar bekam. Und die Musikkonzerne waren keine Weltkonzerne mit Milliardengewinnen.

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 32 Minuten

      Du solltest also entweder ordentlich recherchieren,

      oder Leute fragen, die Ahnung von der Materie haben.

    • fenris79 | vor 1827 Tagen, 23 Stunden, 43 Minuten

      @rainerklang *haha*

  • archimedes | vor 1828 Tagen, 20 Stunden, 1 Minute

    Festplatten im technischen Bereich

    Vollkommen daneben der Ansatz: Warum soll ich an der TU Wien, bei Frimen, die nur Daten ihrer eigenen Arbeit speichern, diesen Abgabenwahn zahlen, oder - vielleicht - mit viel Verwaltungsaufwand - eine Gebührenrückvergütung erlangen, die den Aufwand faktisch überschreitet ?

    Was ist die Konsequenz: HDD's außerhalb der Abgabengrenze aber innerhalb der EU beziehen ... den Standort Österreich liquidieren.

    Mfg.

    Univ. lekt. Dipl. Ing. Wolfgang WINTER

    Auf dieses Posting antworten
  • tombvienna | vor 1828 Tagen, 20 Stunden, 55 Minuten

    Warum....

    ...soll ich für eine festplatte eine abgabe bezahlen, wenn sie ausschließlich zur speicherung meiner eigenen daten dient? nur weil ich vielleicht auch musik abspeichern könnte? ich bezahle für mein auto auch keine pauschalstrafe, weil ich damit auch eine geschwindigkeitsüberschreitung machen könnte.

    Auf dieses Posting antworten
    • rainerklang | vor 1828 Tagen, 17 Stunden, 19 Minuten

      Haftpflichtversicherung

      Aber Sie zahlen Haftpflichtversicherung, auch wenn Sie keinen Unfall haben.
      Sie müssen Krankenversicherung zahlen, auch wenn Sie gesund sind.
      Man kann das nur als eine solidarische Abgabe sehen.
      Natürlich gehört Verteilungsschlüssel, Harmonisierung innerhalb Europas, Höhe etc. geklärt

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 9 Minuten

      An rainer:

      Schön, dann soll aber jeder zahlen!

      In meinem Büro sind Arbeitsplätze mit 18 Festplatten, dazu ein Server mit einem Raid aus 12 Festplatten. Keiner der Rechner hat einen Lautsprecher, das Speichern von fremden geschützten Inhalten ist de facto ausgeschlossen.

      Warum soll ich 30 mal Abgaben zahlen?

      Bei einer Versicherung habe ich einen Leistungsanspruch, wenn etwas passiert. Im Gegensatz zu dieser Abgabe.

      Darüber hinaus ist es eine gesellschaftspolitische Frage, ob Künstler gefördert werden, das Urheberrecht bestimmt aber Rechtsgrundlagen.

      Gesellschaftspolitisch wäre ich eher dafür, Tierschutzvereine oder SOS Kinderdörfer mehr zu unterstützen als Künstler. Das ist aber eine andere Sache, ich kaufe auch Sat Empfänger im Ausland, weil ich es nicht gerechtfertigt finde, dass ich für die Künstlersozialversicherung gerade stehen soll. Lieber soll die Spedition und die hart arbeitenden Menschen dort etwas an mir verdienen!

      Aber eine Abgabe auf Betriebsmittel ist unzulässig.

    • thomast | vor 1828 Tagen, 16 Stunden, 4 Minuten

      Ah ja, die Harmonisierung in der EU,

      ein Ungar, der mit 500 Euro im Monat sein Auslangen finden soll, zahlt für die Festplatte dann genauso 30 Euro wie ein Österreicher, der 2.000 Euro im Monat verdient?

      Seltsames Gerechtigkeitsempfinden!

      Und das schulpflichtige Kind eines Langzeitarbeitslosen das ein Notebook (mit Festplatte) für die Schule braucht, finanziert auch Künstler.

      Ich habe ja für vieles Verständnis, dafür aber nicht.

  • v0712 | vor 1828 Tagen, 21 Stunden, 6 Minuten

    harmonisierung

    die „festplatten-abgabe“ sieht z. b. für platten über 1 tb speicherkapazität einen abgabebetrag von stattlichen 27 EUR vor. in zeiten von internet, geizhals und globalisiertem versandhandel kann sich jeder ausmalen was passiert, wenn eine am produktpreis gemessen derartig hohe abgabe nicht eu-weit harmonisiert ist: der konsument kauft dort, wo es günstiger ist (in deutschland bezahlt man etwa 7 EUR unter 1 TB, 9 EUR über 1 TB). die einführung einer hohen urheberrechtsabgabe bzw. die aktuelle (unsichere) situation schadet daher nicht nur der österreichischen wirtschaft, sondern im endeffekt auch der verwertungsgesellschaft und den urhebern selbst, wenn die einhebung nicht rigoros und lückenlos exekutiert wird – auch gegenüber ausländischen anbietern (was sicher schwierig ist). sinnvoll wäre deshalb nicht nur eine diskussion der rahmenbedinungen des urheberrechtes bzw. der höhe der abgaben an sich, sondern inbesondere eine EU-weite harmonisierung dieser abgaben, um keine benachteiligenden rahmenbedingungen in einzelnen ländern zu schaffen. „kunst“ soll recht haben, aber nicht auf kosten anderer.

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