Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Ja, Panik - The Angst and The Money"

Alexandra Augustin

West Coast, wahnwitzige Künste und berauschende Erlebnisse. Steht mit der FM4 Morningshow auf.

23. 9. 2009 - 11:42

Ja, Panik - The Angst and The Money

Mit "The Angst and The Money" haben Ja, Panik die wohl beste Platte des aktuellen deutschen Indiepop veröffentlicht. Unser Album der Woche.

Da sitzen sie: Fünf blasse, junge Männer mit gelangweilten Gesichtern. Der eine große Dünne da liest ein minutenlanges, kryptisches, scherzhaftes Manifest runter.

"Wir sind die reine Differenz. Die Substanzlosigkeit ist unsere Substanz. Wir werden rauben, stehlen plündern, niedermetzeln. Wir werden nichts erklären, nichts begründen. Wir haben nichts anderes verloren als unser Interesse."

Ein Manifest, an dessen Ende man aufgefordert ist, nicht in stiller Lethargie zu verharren, sondern die Angst als Vorstufe, als zur Panik zu sehen.

"Die Angst kann natürlich auch Motor und Auslöser von Panik sein. Wie in einer Tierherde, in der nichts mehr kontrollierbar ist, die ohne Grund einfach auseinanderrennt. Panik sprengt Grenzen im Kopf. Und da ist auch ein widerständiger Moment in dem Ganzen, im Wesen der Panik.", erzählt Ja, Panik Sänger Andreas Spechtl im Interview.

Widerständig - Genauso beginnt das Stück "Alles hin, hin, hin". Genauso beginnt "The Angst and The Money".

Ja Panik

Ink

Ein elendig langatmiges Musikvideo ist das da, in dem die fünf Musiker mit gelangweilter, starrer Miene ihr Lied in dieser
Verweigerungs-Karaokeversion darbieten. Ein Lied, in dem die Rauben-Stehlen-Plündern-Passage sogleich, wie auch in den zehn anderen auf der Platte folgenden Liedern und im Manifest umgesetzt ist.

Geborgt, geklaut, zitiert, neu zusammengestückelt. Eine Collage an Textpassagen, aus dem Kontext gerissen, aus großen Büchern, aneinander gestückelt und eingestreut in eigene Gedankengänge und uns vor die Füße geworfen. Ob aus dem Nachmittagsfernsehen oder aus Wienerliedern wie "Oh, du lieber Augustin" oder Falcos "Ganz Wien". Alles hin, hin, hin!

Oder aus Theaterstücken, die sich selbst aus Zitaten speisen und deren Handlung in sich selbst so lose ist, wie ein Ja, Panik-Lied es ist. Etwa Karl Kraus' dank seiner Länge unaufführbares Stück "Die letzten Tage der Menschheit".

"Es ist das Chaos in den Köpfen, das uns heut' Nacht zusammenbringt. In fremden Zungen, fremden Sprachen. We will turn demons into kings."

(aus: "Pardon")

Alle, die jetzt laut "Alles nur geklaut!" schreien werden nichts als einen diebischen Grinser ernten. Denn natürlich: Die scherzhafte, humoristische Seite der Gruppe Ja, Panik sollte nicht außer Acht gelassen werden. Die, die uns gerne auch verwirrt und an der Nase herumführt.

Und außerdem: Ja, Panik machen auch nur das, was in der Welt der Literatur und Welt der bildenden Künste seit langem gang und gäbe ist:

Was sich bei den psychedelischen, literarischen Drogentrips von Brion Gysin und William S. Burroughs in der windschiefen Welt der Beat Poeten, die sich der "Cut Up" -Technik bedienten - dem Schreiben und Zerschneiden und Neu-Zusammensetzen von Texten manifestiert - findet sich in der Welt der Surrealisten und der Dadaisten genauso, wie auch in David Bowie-Songs, bei den Industrial-Noise-Exorzisten Throbbing Gristle oder Thom Yorke, der bei der Radioheadplatte "Kid A" seine Lyrics zerschnippelt und flott in den Hut geworfen hatte, um sie dann wieder herauszuklauben und neu zusammenzupappen. So geschehen bei "Everything In Its Right Place". Aber nun weiter bei Ja, Panik.

"Unsere Methoden sind umstritten und sind es wiederum auch nicht."

(aus: "Pardon")

Was wurde nicht schon alles über Ja, Panik, die im Moment als die interessanteste, deutschsprachige Band gehandelt werden, geschrieben:

Die "wichtigste deutschsprachige Platte seit Blumfelds L´Etat Et Moi" nannte die Spex das Vorgängeralbum "The Taste and The Money" und stellte die Platte auch gleich auf Platz 3 der 2008er-Jahrescharts. Widmete der Band gleich einige Doppelseiter, ob zum Thema "Kunstsprache" oder in der aktuellen Spex, die Ja, Paniks neues Album neben Ex-Blumfeld Sänger Jochen Distelmeyers neue Platte "Heavy" und dem Album der Goldenen Zitronen "Die Entstehung der Nacht" einreiht.

Unbestritten: Jedes dieser Komplimente und die Aufmerksamkeit haben sich Ja, Panik mehr als verdient!

Ja, Panik Album Cover

Franz Aman

Ja Panik - "The Angst and The Money" erscheint am 25.9. bei Staatsakt (D/CH) und Schoenwetter (A)

"Don't hesitate, join the angst-parade!"

(aus: "1000 Times")

Der deutschsprachige Indierock hat sich in den letzten Jahren bekanntlich in einen seichten, fad schmeckenden Einheitsbrei verdünnt, deren Ursprungsingredienzien darin wohl nicht einmal mehr in homöopatischer Dosis enthalten sind.

Was Anfang der 90er Jahre vielversprechend als Aufschrei, als Protest, als sogenannter Diskurspop begonnen hatte und in Bands wie den Goldenen Zitronen, den Sternen, Blumfeld und Kollosale Jugend zum Ausdruck kam, hat sich verfangen in einer flachen Schleife an leicht verträglicher und gut verkaufbarer Befindlichkeitslyrik, die pickelige Epigonen und altkluge Möchtegerns daher dichten.

Ja, Panik ziehen den Karren endlich aus den Dreck und machen deutschsprachigen Rock, wie er 2009 sein soll:

Klug, wild, laut, zornig, ironisch, clever. Mit einer fetten Portion Wahnwitz und Ironie versehen, der all den anderen, die nebenherreimen und sich selbst zu wichtig nehmen, automatisch den pseudointellektuellen Wind aus den Segeln nimmt. Und dabei ist jeder Satz, den Andreas Spechtl daher singt, so großartig, dass man sie sich ALLE mit Post-its an sämtliche Wände pappen und für immer merken will. Wahrscheinlich kein großes Problem, so eingängig wie sie sind.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich Samstagabend am Tresen neben mir schon ein - mit rotem Marker - schnell dahin geknalltes
"ICH TRINKE DESTILLIERTEN HASS" auf weißer Baumwolle vor mir stehen.

Ja, Panik

Julia Spitzner

Termine:

25.09. Graz/ Orpheum

26.09. Klagenfurt/ Volkshaus

30.09. Traun/ Spinnerei

02.10. Wien/ Flex

03.10. Weyer/ Bertholdsaal

19.10. Köln/ Gebäude 9

20.10. Heidelberg/ Karlstorbahnhof

21.10. Stuttgart/ Schocken

22.10. St.Gallen/ Palace

23.10. Timmelkam/ Sakog

24.10. München/ Muffatwerk (FM4-Fest)

25.10. Neusiedl am See/ Bergwerk

29.10. Nürnberg/
K4 Zentralcafé

30.10. Leipzig/ Ilses Erika

05.11. Frankfurt/ Mousonturm

06.11. Jena/ Kassablanca

28.11. Berlin/ Festsaal Kreuzberg

"Jede Idee verkommt mir hier zur Totgeburt, ach meine Worte, meine Worte sind verflucht!"

(aus: "Die Luft ist dünn")

Ach ja, dann wären noch die fabulösen Eckdaten. Die Homerecording-Zeiten sind vorbei. Ja, Panik hat es für das aktuelle Album nach Berlin verschlagen. Im Chez Cherie, dem kreativen Mekka in Neukölln wo schon Tocotronic ihr letztes Album "Kapitulation" und das kommende aufgenommen haben, ist "The Angst and The Money" entstanden. Moses Schneider hatte seine Finger an der Aufnahmetaste. Und wer mit Moses Schneider ins Studio geht kann sich sicher sein, dass das Ergebnis "coole Scheiße" ist, wie der Produzent es wohl selbst laut ausrufen würde.

Nichts da mit Trennwänden zwischen den Musikern und Overdubs. Mit getrennter Aufnahme der Reihe nach, wie beim Zahnarzt, oder nebenher, wie in einer Legebatterie. Alle Musiker waren bei den Aufnahmen zusammen in einem Raum, der mehr an ein riesiges Spielzimmer als an ein cleanes Studio erinnert. Vollgestopft mit Nippes und einem unendlichen Pool an Instrumenten. Zwei Wochen pure Konzentration auf die Arbeit. Eine Atmosphäre, fast wie in einem "Gulag", wie Andreas Spechtl scherzhaft meint. Denn das "Spielgefühl", die Dynamik und Liveatmosphäre stehen bei Moses Schneider an oberster Stelle. Keine Kompromisse. Das hört man, klar. "The Angst and The Money" ist nicht mehr ganz so räudig wie der Vorgänger, aber trotzdem glücklicherweise nicht auf Kosten der nötigen Ecken, Kanten und Ausbrüche. Besser hätt's nicht kommen können.

Fragt man sich nach dem Durchhören nur, was wohl nach "The Taste and The Money" und nach "The Angst and The Money" kommen wird. Aus dem Faible der Band für Konzepte ist zu schließen, dass man sich bestimmt auf ein weiteres Beiwort freuen darf. Welches wird es sein? Wir sind gespannt, da kommt sicher noch einiges nach. Bis dahin bitte die wohl großartigste, deutschsprachige Platte bis dato in Heavy Rotation abspielen!

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  • emof | vor 2798 Tagen, 2 Stunden, 12 Minuten

    durcheinander

    "Was begonnen hat bei den psychedelischen, literarischen Drogentrips von Brion Gysin und William S. Burroughs in der windschiefen Welt der Beat Poeten, die sich der "Cut Up" -Technik bedienten - dem Schreiben und Zerschneiden und Neu-Zusammensetzen von Texten - findet sich in der Welt der Surrealisten und der Dadaisten genauso wieder ..."

    da ist die chronik aber ein bisserl arg durcheinander geraten ...

    Auf dieses Posting antworten
    • alexandraaugustin | vor 2797 Tagen, 22 Stunden, 55 Minuten

      das war nicht im Sinne einer Chronolgie gemeint. Klar, Dada und Surrealismus waren etwas früher dran. Und auch hier wieder: Immer schon wurde gesampelt und geremixt, ...bei den Beat Poeten wurde die Technik dann eben noch eine Spur populärer und bekannter...

  • christianfuchs | vor 2799 Tagen, 1 Stunde, 37 Minuten

    nur ganz am rande

    herauszuklauben und neu zusammenzupappen ist die gängige praxis der postmoderne, die auch schon wieder seit ein paar dekaden den ton diktiert. diese praxis scheint mir nicht ungewöhnlich, sondern die regel zu sein, in der gesamten popkultur. spätestens seit den 90ern ist alles zitat.

    sogar die, die sich als ausnahmen von der sampling-klau-cut up-praxis verstehen & als hüter der authentizität begreifen, auch die zitieren mehr als sie selber bemerken.

    der aufregende punkt ist also nicht das zitat. denn ohne das zitat geht nichts mehr. der aufregende punkt ist es, das zitat mit eigener leidenschaftlichkeit aufzuladen (was zitatkönig tarantino zb erst ab "jackie brown" gelang)...

    Auf dieses Posting antworten
    • sammyjenkins | vor 2798 Tagen, 23 Stunden, 56 Minuten

      hört hört! bin ganz deiner meinung

    • sleazy | vor 2798 Tagen, 22 Stunden, 42 Minuten

      yes

      auf den punkt.

    • christianlehner | vor 2798 Tagen, 22 Stunden, 39 Minuten

      und? das mit der postmoderne geht eh eindeutig aus alexandras text hervor. was ich nicht verstehe, dear christian, ist dieses fortgesetzte bemühen einer diffusen authentizitäts-mafia. wer soll denn das sein im aktuellen popwonderland wo eh alle zu allem tanzen und singen? gibt´s die in österreich? wen meinst du konkret damit?

    • sleazy | vor 2798 Tagen, 22 Stunden, 24 Minuten

      "... geht eh eindeutig aus alexandras text hervor."

    • christianlehner | vor 2798 Tagen, 22 Stunden, 2 Minuten

      (k)eine antwort sleazy

    • sleazy | vor 2798 Tagen, 21 Stunden, 32 Minuten

      kuck mal smashmann

      bringt ja nichts, da jetzt jemandem aus dem affekt heraus ans bein zu pinkeln. das war ja auch (imho) nie die intention des fuchschen beitrags. band und obiger (unangenehm spin doktorischer) text können einem schon mal einen latent polemischen kommentar entlocken. aber schön, dass du dich da sofort angesprochen gefühlt hast. doch irgendwie ans bein gepinkelt ...

    • christianlehner | vor 2798 Tagen, 21 Stunden, 20 Minuten

      sleazy, von sich auf andere schließen, ist von sich aus gesehen immer richtig.

      mein interesse ist keine unterstellung sondern ein frage: monsieur le fuchs skizziert in seinen beiträgen stets ein feindbild der authentizitätshuberanten.

      aus der us perspektive, wo im (indie)pop mittlerweile den zeiten entsprechend alles geht (siehe auch diesbezüglichen pitchfork artikel) frage ich jetzt rüber nach ö: wer ist denn das? gibt´s das etwa in wien, dass das karohemd mit großen optikbrillen auf den - räusper - sleazy elektroindianer runterschaut? oder wer ist damit gemeint?

      im obrigen text geht es im übrigen imho um wahrhafigkeit und nicht authentiztät und die kann man auch in einem plastikbeat aus niedersachsen finden, wie kollegen fuchsen freudig bestätigen wird - so wie ich ihn kenne.

    • christianfuchs | vor 2798 Tagen, 21 Stunden, 3 Minuten

      achtung, mein einwand war weder als polemik gegen die band noch alexandras text gedacht.

      vielleicht habe ich einfach nur zuviele rezeptionen dieses albums gelesen, wo der collage-faktor als DIE besonderheit herausgehoben wird. dabei ist dieser faktor für mich der pop-normalzustand. wie ja, panik die postmoderne praxis aber mit leidenschaft aufladen, das erscheint mir als das besondere.

      ad smash: vielleicht ist meine perspektive von vielen musikern geprägt (die trifft man, wenn man selber musik macht) und musiker legen auf den "ehrlichkeits-faktor" immens viel wert. was ja auch nichts schlechtes ist, nur ist es eben komplizierter, wie da ja auch sagst.

      außerdem ist die nyc-perspektive immer noch mit ö nicht vergleichbar.

    • zikmund | vor 2798 Tagen, 4 Stunden, 45 Minuten

      vielleicht sollt ma auch nicht soviel rein-interpretieren, vielleicht machen die buben auch einfach nur die musik, die ihnen unter den nägeln brennt, und wollen gar keine postmodernen mit irgendwas aufladen...

    • heinzheinrich | vor 2798 Tagen, 2 Stunden, 25 Minuten

      sowohl als auch.

    • alexandraaugustin | vor 2797 Tagen, 22 Stunden, 54 Minuten

      Ich glaub auch nicht, dass deren Anspruch ist, die postmoderne Welt neu zu erfinden...

    • christianfuchs | vor 2797 Tagen, 22 Stunden, 8 Minuten

      davon war meinerseits auch nicht die rede.

  • urfrosch | vor 2799 Tagen, 2 Stunden, 13 Minuten

    ich hasse kein lied auf fm4 so sehr wie "The Angst and The Money", für mich ist das ein Grund diese Band für immer von meiner "Da könnte evtl. was gutes nachkommen"-Liste zu löschen.

    Auf dieses Posting antworten
    • keifl | vor 2799 Tagen, 2 Stunden, 2 Minuten

      ein lied dieses namens lief doch gar nicht auf fm4.

    • matzey | vor 2799 Tagen, 1 Stunde, 55 Minuten

      meinst vermutlich "alles hin hin hin"...

    • pollywantsacracker | vor 2799 Tagen, 1 Stunde, 3 Minuten

      ein ziemlicher auskenner, dieser urfrosch.

      und wer steht sonst noch so auf seiner hassliste?

    • deinbesterfreund | vor 2798 Tagen, 23 Stunden, 27 Minuten

      ui mister "clock frog orange" urfrosch.
      das war ein klassisches eigentor in der 54. minute. noch irrelevant für den entgültigen verlauf des spiels aber trotzdem schmerzhaft.

    • urfrosch | vor 2797 Tagen, 22 Stunden, 16 Minuten

      Der Song ist einfach Scheiße.

    • pollywantsacracker | vor 2797 Tagen, 17 Stunden, 32 Minuten

      deine kommentare auch.

    • urfrosch | vor 2797 Tagen, 6 Stunden, 37 Minuten

      dann passen die ja gut für diesen song.

    • pollywantsacracker | vor 2797 Tagen, 5 Stunden, 56 Minuten

      welchen song meinst du jetzt?

    • urfrosch | vor 2797 Tagen, 4 Stunden, 21 Minuten

      anscheinend is der titel "alles hin hin hin", aber ich hoffe dass ich mir das gar nicht erst merke!

    • pollywantsacracker | vor 2797 Tagen, 4 Stunden, 15 Minuten

      es möge dir gelingen.

    • urfrosch | vor 2797 Tagen, 4 Stunden, 14 Minuten

      danke, das gefällt mir, ein versöhnliches diskussionsende =)

  • heinzheinrich | vor 2799 Tagen, 2 Stunden, 47 Minuten

    also auf jedenfall eine gute platte/ band – beides hat hoffentlich seinen effekt;
    nur ist mir das ganze getue rundherum – auf musiker und teils auch hörerseite - schon etwas zu...
    ich möchte es so formulieren – wahrnehmungspsychologisch hat jedes gefühl
    die funktion aufmerksamkeit gezielt zu kanalisieren, um in der das entsprechende gefühl auslösenden situation bzw. problemstellung im umgebenden feld die adäquaten unterstützungen, die zur passende lösung führen, zu filtern. und ich befürchte das permanente angst bzw. deren extremform auf basis von scham, panik, letztendlich die kreativität hinsichtlich problemlösungen drastisch einschränkt – zu einem tunnelblick führt. denn ansonsten gäbe es keine anderen gefühle. insofern besteht die gefahr, dass der subtext bezüglich der potentiellen betitelung des nächsten albums - „the neurose and the money“ -„auf den hund gekommen“ lautet;
    ein cage-zitat, das mir bei gefühlt zu stark konstruierten konzepten immer durch den kopf schießt, lautet sinngemäß: die höchste absicht ist es, keine absicht zu haben.

    aber nichts desto trotz: prädikat auf jedenfall hörenswert/ sehenswert

    Auf dieses Posting antworten
    • christianlehner | vor 2797 Tagen, 23 Stunden, 58 Minuten

      john oder nicolas?

    • heinzheinrich | vor 2797 Tagen, 22 Stunden, 16 Minuten

      aux folles ;-)

  • hansdampfinallengassen | vor 2799 Tagen, 3 Stunden, 12 Minuten

    großartigst.

    Auf dieses Posting antworten
  • balancepoint | vor 2799 Tagen, 3 Stunden, 30 Minuten

    Zitat

    "Mein Gott, ist das beziehungsreich, ich glaub', ich übergeb' mich gleich."
    (Karl Friedrich Waechter)

    Auf dieses Posting antworten
  • crutches | vor 2799 Tagen, 3 Stunden, 30 Minuten

    Gibt's zur schönen Geschichte auch eine/n Autor/in?

    Auf dieses Posting antworten
    • crutches | vor 2799 Tagen, 3 Stunden, 4 Minuten

      ah, jetzt.