Standort: fm4.ORF.at / Meldung: "Es war einmal die Medien"

Johannes Grenzfurthner

Von ästhetischen Vernarbungen und phänomenologischer Wollust.

22. 6. 2009 - 12:30

Es war einmal die Medien

Eine theatrale Nachhilfestunde in politisch aufgeladener Mediengeschichte. Als Video.

Wir monochroms wollten uns ja schon längere Zeit in theatral-komprimierter Weise der größten aller Dampfplauderglocken widmen ... dem Thema "Medien". Deshalb entstand letztes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Volkstheater die kleine politische Diskursgroteske "Es war einmal die Medien". Wir waren sehr erfreut, dass wir Susa Meyer und Reinhold G. Moritz für die Hauptrollen gewinnen konnten. Und dachten uns dann natürlich: Wenn schon Medien, dann aber bitte gleich volle Kanne. Also auch gleich mit Hilfe der Okto-Leute eine Videoaufzeichnung anfertigen. Damit die P2P-Netzwerke und Pirate Bays ein wenig mehr Datenverstopfung erleiden müssen. Und damit sich unser Lieblingsdurchschnittsliberaler Lawrence Lessig freuen kann natürlich alles noch unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Aber warum gehts?

Amina Staniescu (Susa Meyer)

monochrom

Es ist ein kühler Tag im letzten Winter. Für den klassischen Schullehrfilm sieht es alles andere als gut aus. In einer Welt der Powerpointpräsentationen und der Downloadplattformen kommt er sich ein bisschen vor wie Cat Stevens in einer Welt der Powerpointpräsentationen und der Downloadplattformen. Dabei könnte er die Zielgruppe da abholen, wo sie abgestellt wurde. Aber wie?! In einer Sprache von heute etwa, so zeitlos wie möglich und so zeitgemäß wie nötig? Vielleicht! Und mit Themen, die der unmittelbaren Erfahrungswelt der SchülerInnen entstammen?! Why not! Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur handelt: Der alte Schullehrfilm muss der neue Schullehrfilm werden, damit Lerninhalt Lerninhalt bleiben kann. Unter der Regie der bekannten Medienkünstlerin Amina Staniescu (u. a. Hans-Heinz-Hensler-Preis Dortmund 2005, Teilnahme an der Videonale Zagreb 2006) entsteht der erste "Schullehrfilm 2.0" (Klappentext) "Es war einmal die Medien" – der interessante Versuch, Teledidaxe mit einer heutigen Formensprache aufzumöbeln. Und das braucht natürlich den entsprechenden Soundtrack.

Tonki Gebauer (Reinhold G. Moritz)

monochrom

Die Wahl fällt auf Tonki Gebauer (Lampshade, Artist in Resistance, Sennheiser X, DJ AC/DJ), der bereits mit dem Soundtrack zu "Weites Land" aufgefallen war (österreichischer Dokumentarfilmpreis 2004). Am 27. Februar treffen sich beide in Gebauers Studio in Sopron, um sich den Rohschnitt anzusehen. Es entspinnt sich eine gnadenlose Analyse der spezifischen Medienform der spätbürgerlichen Gesellschaft und ihrer Funktion.

monochrom

Ihr seid natürlich herzlich eingeladen euch das 58-minütige Video runterzuladen (so lange es noch erlaubt ist), in mittel- oder hi-res, oder vielleicht gleich als 'embedded video', wie das z.B. in Ungarn so schön heißt.

Link auf Video-Download und Stream

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Zum Eingabeformular Kommentieren

  • goucho | vor 2955 Tagen, 3 Stunden, 38 Minuten

    sehr gut..... hab´ das stück ja damals im volkstheater verpasst.

    Auf dieses Posting antworten