Standort: fm4.ORF.at / Meldung: ""Hetze darf nicht Normalität werden""

18. 6. 2009 - 15:55

"Hetze darf nicht Normalität werden"

Romy Grasgruber und Maria Sofaly, die beiden Studentinnen, die die "Lichterkette gegen Rechts" organisiert haben, im Interview.

Romy Grasgruber und Maria Sofaly sind zwei Studentinnen aus Wien, angesichts der politischen Geschehnisse der letzten Tage und Wochen - Stichwort Martin Graf, KZ-Pöbeleien und natürlich FPÖ-Wahlkampf haben sie nun als Privatpersonen politrische Initiative ergriffen. So organisieren die beiden heute (18. Juni 2009) Abend vor dem Parlament eine Lichterkette gegen Fremdenfeindlichkeit und für Zivilcourage, denn ärgern alleine hilft nicht, so das Motto der beiden. Heute nachmittag waren die beiden bei Robert Zikmund in Connected zu Gast.

Romy und Maria, herzlich willkommen im FM4 Studio. Zivilcourage habt ihr ja schon bewiesen, was hat euch denn schlußendlich den entscheidenden Kick gegeben, etwas auf die Beine zu stellen und hat man nicht manchmal auch einfach kalte Füße, wenn man bedenkt, wie prominent ihr euch da positioniert.

Irmi Wutscher/Radio FM4

Maria Sofaly und Romy Grasgruber

Romy Grasgruber: Wir haben eigentlich nicht viel nachgedacht, das heisst, das ist von einem Tag auf den anderen entstanden, es ist einfach zu viel geworden, alles zusammen.

Maria Sofaly: Es waren die EU-Wahlplakate, die besonders ärgerlich waren und das war dann auch der ausschlaggebende Grund.

Wie schwierig ist es eigentlich, sowas auf die Beine zu stellen? Ich nehm ja mal an, das ist das erste Mal, dass ihr so etwas macht. Welche Schwierigkeiten gibt es und von wem bekommt man Unterstützung?

RG: Wir hatten ziemlich viel Glück, wir haben die erste E-Mail ausgeschickt und dann die ganze Gruppe auf Facebook gestellt und haben von allen Seiten positive Rückmeldungen und Energien bekommen - und dann haben wir einfach von einem Tag in den nächsten hineingelebt und geschaut, wie groß das Ganze werden kann und mit der Zeit ist es gewachsen und jetzt, heute, ist es soweit und wir realisieren es teilweise auch noch nicht, dass es heute schon sein soll.

Was kommt für Feedback von Freunden und Verwandten? Finden die das gut oder fragen manche, warum ihr das macht?

MS: Ich hab fast noch gar nichts Negatives gehört - der Opa hat ich ein bisschen Angst um mich - aber sonst sind alle sehr nett, wie bekommen sehr viel E-Mails, die uns auch wieder ermutigen, weiterzumachen, das ist schon sehr toll und bestärkend.

Ein wichtiges Medium für euch, ihr habt das eh schon erwähnt, ist Facebook, da habt ihr fast 11000 UnterstützerInnen. Habt ihr den Eindruck, dass die Zivilgesellschaft befeuert von Web 2.0 so die offizielle Politik ein bisschen als Wertemaßstab ablöst. Wir sehen das ja auch, was die Vernetzung betrifft ja zB auch in den Aktionen das Wiener MQ betreffend, jezt im großen Rahmen was den Iran betrifft. Wie war das für euch?

RG: Wir haben eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass da so eine große Resonanz zurückkommt, wir waren ziemlich überrascht, dass das solche Dimensionen annimmt. Es war die Idee, es auf Facebook zu stellen, um Leute für das Organisationsteam zu gewinnen und dann haben wir gesehen, wow, da sind wirklich viele Leute, die das auch mittragen und unterstützen wollen. Schauen wir mal, wieviele heute kommen. Wir haben auch noch andere Medien genutzt, um uns Präsenz zu schaffen.

Aber glaubst du, es wäre ohne die Möglichkeiten des neuen Webs möglich gewesen, in dieser Dimension?

RG: Nein, ich glaube, nicht so schnell.

Los geht es heute um 19 Uhr, ist das tageslichttechnisch nicht ein bisschen früh für eine Lichterkette, bzw. anders gefragt, was gibtt es heute Abend noch alles?

MS: Beginn ist 19 Uhr, die Lichterkette ist dann erst um 21 Uhr bzw. 21 Uhr 15.

Aber ihr habt auch Redner ...

RG: Wir haben uns sehr bemüht, ein nettes Programm zusammenszustellen, wir haben Künstler aus Wien, die auftreten werden, als Redner haben wir Doran Rabinovic, Robert Menasse, Elisabeth Elisabeth Ben David- Hindler, die macht ein Projekt "Die Steine der Erinnerung"...

MS: Hikmet Kayahan ..

Irmi Wutscher/Radio FM4

RG: ... und ein ganz wichtiger Beitrag für uns sind auch fünf Orientalistik-Studentinnen mit teils muslimischem Hintergrund, die über ihre eigene Betroffenheit von der Hetze sprechen und wie sie damit umgehen. Die Leute stehen dann vor der Bühne, Attac-Trommler werden vorangehen und die Gruppe teilen und dann auf jeder Seite des Parlaments eine Kette bilden.

Was sind denn eure Erwartungen für heute Abend, wieviele Leute sollten denn kommen, damit ihr zufrieden schlafen geht heute Abend?

MS: Um das Parlament zu umketten braucht man ungefähr 600, das ist so eine Zahl, wo wir sagen würden, es ist ein Erfolg gewesen.

Haben sich auch andere Medien angekündigt, ZiB oder so für heute Abend?

RG: Ja, wir sind überrascht, dass das soviel Aufmerksamkeit bekommt, das ist eine gute Sache. Das war eigentlich auch das Ziel des Ganzen, den gesellschaftlichen Diskurs aufzurollen, dass darüber gesprochen wird und, dass es so nicht weitergehen soll, und dass Hetze nicht Normalität werden darf. Das heißt, das ist schon ein ganzu großer Erfolg für uns, dass die Medien uns da einen gewissen Raum geben.

Ich wünsch euch viel Erfolg und vielen Dank für den Besuch.

Haftungsausschluss

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

Zum Eingabeformular Kommentieren

  • postvomposter | vor 1670 Tagen, 9 Stunden, 40 Minuten

    Für eine Lichterkette gegen KORRUPTION!

    Ich (Jg 1951) erinnere mich an 1970, als Kreisky (SP) und sein Team "alle Bereiche mit Demokratie durchfluten" sollte - so oder ähnlich war seine Aussage zu den Wahlen '70 und '71.
    Nun ist es wieder hch an der Zeit für ein neues Durchfluten, nämlich:eine
    Konsequente und gnadenlose ABWAHL der "Corruption Four" ÖVPSPÖFPÖBZÖ!

    Das Maß ist schon längst voll ist und es stinkt, daß es reicht.
    Spontane Demos und dergleichen sind super, allein, das geht den Korruptionisten am A... vorbei, sie haben ja ihre Pfründe im Trockenen.
    In der Politik ändert sich offenbar nur dann etwas, wenn der Leidensdruck groß genug ist.

    Ich möchte eine ABWAHLINITIATIVE starten und alle gemäß dem Hessel'schen Motto "Indignez-vous - Engagez-vous" dazu einladen.
    Nein, das soll keine neue Partei werden, sondern einfach eine Wahlwerbung der anderen Art:
    - Für das Hingehen zur Wahl (statt ang'fress'n daheim bleiben);
    - Nicht ungültig wählen, sondern
    - konsequente und gnadenlose ABWAHL der "Corruption Four":

    Die Österreichische Vertuschungs Partei,
    die Freibeuter Partei Österreichs,
    die Schwachmann Partei Österreichs
    und die Kopfgeburt des korrupten Haider ohne Zukunft

    sollen von der Macht entfernt werden, damit sie sich in der Oppositionszeit regenerieren können und dort neue, anständige Leute ihre Chance bekommen.

    Wahlverweigerung oder ungültig wählen zementiert nur die üblen...

    Auf dieses Posting antworten
  • urfrosch | vor 2897 Tagen, 9 Stunden, 29 Minuten

    Islam statt dahaam!

    Auf dieses Posting antworten
  • krstf | vor 2897 Tagen, 22 Stunden, 3 Minuten

    manchen von euch

    habens auf gut wienerisch ins "hirn geschissen"

    Auf dieses Posting antworten
    • tschoenn | vor 2897 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten

      hast du echt nix besseres zu tun als alle foren/gästebücher mit dem selben schwachsinn zuzumüllen? copy & paste is ziemlich einfallslos (siehe standard-hp) ...

  • schachtelpuppe | vor 2898 Tagen, 4 Stunden, 1 Minute

    GRATULATION

    ich gratuliere auf diesem weg den beiden initiatorinnen für den mut, den sie mit der aktion bewiesen haben. viele menschen in unserem land sind empört, wie sich die rechten parteien immer wieder gehör verschaffen, doch kaum jemand traut sich, laut zu sein. ich find es super, dass diese aktion eine leise ist und alleine durch die symbolik so viel aussagt!!!! ich freue mich, dass es personen wie euch beide gibt!!!! alles gute für euch. glg naoko

    Auf dieses Posting antworten
    • urfrosch | vor 2897 Tagen, 9 Stunden, 22 Minuten

      wahnsinnig mutig, es gehört echt ne riesen portion mut dazu um zuzugeben dass die eigene politische meinung zufällig genau dem mainstream entspricht!!!!!!!!! ! !! !!!!

  • maguro | vor 2898 Tagen, 8 Stunden, 1 Minute

    "Lichterkette gegen Rechts" ist leider ein Titel, der seine eigene Parodie ist.
    So ähnlich wie "Tanzen für den Weltfrieden".
    Die Diskussion darüber, dass es "Rechtsextremismus" heißen sollte, fang ich aber jetzt nicht an.
    Zu oft geführt.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 2898 Tagen, 7 Stunden, 5 Minuten

      zwei postings, zwei nörgler.
      natürlich von zwei nichtsaufdiebeinestellern, die den tuer/innen halt was neidig sein müssen.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 6 Stunden, 45 Minuten

      zurecht genörgelt.

      Außerdem ist die durch das Interview geisternde Schulterklopfen, die beiden würde "sich was trauen", ganz "zivilcouragiert" so unendlich lächerlich. "Gegen rechts", wie mutig.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 6 Stunden, 41 Minuten

      mit Attac-Trommlern gegen den National-Sozialismus demonstrieren. Demonstrieren die da gegen sich selbst?

      "Lichterkette gegen Sozialismus - egal ob braun oder rot." Das wäre mal tatsächlich ein Fall von Zivilcourage, bei dem man was riskiert und sichs mit vielen verscherzt.

      Da würde man von FM4 sicherlich nicht zum Interview eingeladen werden und Monsieur Blumenau würde wieder mit allem um sich werfen, was er bei Google und Wikipedia finden kann.

    • rafael | vor 2898 Tagen, 6 Stunden, 11 Minuten

      @blumenau

      also, ein falsches datum anzumerken sollte aber schon noch möglich sein, ohne des neidreflexes bezichtigt zu werden..

    • sicklikejosef | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 57 Minuten

      @jw72

      Nicht bös sein: Aber "Lichterkette gegen Sozialismus - egal ob braun oder rot." ist eine Sprache und Denke, die sowas von nazibraun ist, dass da kein Blatt mehr zwischen dir und den Führer passt.

      Falls es dir nur so passiert ist, weil zuwenig nachgedacht: Es gehört zu den Standards des Rechtsextremismus den Holocaust zu relativieren, indem man ihn als Sozialismus oder Reaktion auf den Sozialismus schildert (Nolte und Konsorten) und daraus eine Gleichsetzung konstruiert in deren Perspektive jedes Verbrechen durchs andere klein gemacht wird.
      Das ist nicht mutig, sondern eine faschistische Parteinahme. Das nur zur Information. Du kannst dich da jederzeit erklären, wenn du willst.

    • os84 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 53 Minuten

      @jw72
      müßte eher "lichterkette gegen politischen extremismus" heißen. sozialismus ist, obwohl natürlich ein so missbrauchtes wort wie demokratie, prinzpiell ne feine und wichtige sache. wäre sinngemäß ja auch gegen soziales verständnis gerichtet.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten

      die umfassende, statt wie bei Sozialisten übliche partielle, Ablehnung des National-Sozialismus ist "sowas von nazibraun"? Und dann soll man "nicht bös sein", weil zwischen mich und "den Führer kein Blatt passt"?

      das kritische Beäugen der eigenen ideengeschichtlichen Position war noch nie eine große Stärke von Sozialisten und sich "linksliberal" wähnendem juste milieu, vom Glauben auf der guten und richtigen Seite zu stehen völlig beseelt. Eine faschistische Parteinahme ist wohl die Apologie von nationalen und sozialistischen Ideen anno 2009.

      Der Wahn des völkischen Nationalismus kommt heutzutage, dank marginalisierter Braunsozialisten, übrigens in der Regel im Deckmantel der "sozialen Gerechtigkeit" daher, was sein Zerstörungswerk nicht weniger gründlich macht.

      "Sozialstaat statt Zuwanderung" heisst das dann. Dir vermutlich bekannt.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 43 Minuten

      @os84

      die Vokabeln "Extremismus" und "Mitte" sind Kinder ihrer Zeit und Liebkinder jener, die sich nicht trauen das Kind beim Namen zu nennen. Zu Zeiten der Nazi-Sozis waren die Nazi-Sozis Vertreter der "politischen Mitte" und traten mit für die damalige Zeit deutlich "linksliberalen" Betonungen auf: Zivilehe, Ehescheidung, staatliches Bildungswesen etc

      bei der NSDAP klang das so:

      "Wir sind eine freiheitliche, völkische Partei, die mit aller Schärfe die rückschrittlichen Bestrebungen, die mittelalterlichen, kirchlichen und kapitalistischen Vorrechte (...) auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens bekämpft."

      Antiklerikal, antikapitalistisch, progressiv - mit einem tierlieben Vegetarierer an der Spitze.

    • onpulse | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 41 Minuten

      nein, das war kein "ausrutscher" von jw72, den miesen alten zaubertrick wollte er hier gestern bereits gegen jede theoretische u historische fundierung abziehen, nämlich den nationalsozialismus als ausläufer des sozialismus zu klassifizieren. und das entbehrt eben jeder grundlage - neoliberale machen das allerdings gern, sich als natürlich mitte inszenieren, während links u rechts unterm strich ("in ihren extremen") dasselbe sein soll...

      der nationalsozialismus ist aus den völkischen bünden u damit fernab des internationalistischen sozialismus entstanden.

      jw7s muss seine these also theoretisch hergeleitet haben, vermutlich weil ja beide ideologien "umverteilen" wollen (was ihm als neoliberalen besitzstandsbewahrer urangst macht)... dass die sozialisten dabei von einer gesamtgesellschaftlichen, internationalen top-down-umverteilung sprechen, die nazis dagegen minderheiten definieren, ausgrenzen, als feindbilder inszenieren u dann enteigenen, um deren hab u gut den deutschstämmigen zukommen zu lassen, ist ihm keine differenzierung wert.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 39 Minuten

      dass die Nazi-Sozis in irgendeiner Art und Weise "rechts" oder "reaktionär" gewesen sein sollen, fiel ebenso wie die Vokabel "Faschisten", die fortan für alle Nicht-Rotsozialisten gebraucht wurde, Josef Stalin ein. Den Tatsachen entsprach es nicht. Rechts standen zu dieser Zeit jene, die sich damals noch zurecht Konservative nannten, weiters die Monarchisten und klassischen Liberalen. Die National-Sozialisten waren eine linke, antibürgerliche Bewegung von Schlägern und Schreihalsen. In etwa so wie das, was sich heute "Anti"fa nennt.

    • os84 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 38 Minuten

      ist schon richtig, aber wenn sich der strache als "aufrechter demokrat" bezeichnet, dann stimmt nur das zwischen "auf" und "demokrat". demokratie ist, obwohl realistisch betrachtet ein politisches kasperltheater, eine sache die man vom prinzip als gut bezeichnen darf und sollte. jetzt ganz unverträumt. gegen demokratie aufzubegehren, weil sie halt doch ordentlich missbraucht wird von jeder fraktion, wäre folgerichtig ein zugeständnis an die politisch extremen, die das nur wohlwollend gutieren.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 38 Minuten

      >ist ihm keine differenzierung wert

      doch, ist es. Ändert nur nichts am Ergebnis. Wenn du in Gulag oder KZ sitzt, dürfte es dir egal sein ob der Springerstiefel in deinem Genick einem roten oder braunen Sozialisten gehört.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 36 Minuten

      os84, Leute wie du wären wohl zu jeder Zeit bis vor etwa 20 Jahren auf der Seite von "politisch Extremem" verortet worden. Meinst du das Denken in dem, was grad mainstream ist und was nicht, ist eine sinnvolle Herangehensweise an Ideengeschichte? Glaube ich nicht.

    • onpulse | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 31 Minuten

      das stalinismus nicht gleich sozialismus ist, weißt du schon oder???? stalin war ein absoluter nationalist, sämtliche im gulag inhaftierte wurden als feinde der sowjetunion und des russischen volkes definiert... mit sozialistischer ideologie hat das doch überhaupt nix zu tun, im dünnen heftchen der nazi-ideologen sind hingegen alle verbrechen feinsäuerlich vorskizziert...

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 29 Minuten

      das Beschwören des richtigen, echten, wirklich-wahren Sozialismus auf Seiten der Jünger ist natürlich Teil des Problems. Danke für den Hinweis.

    • os84 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 29 Minuten

      na dann erlöse uns doch von der über 2000 jahre währenden grausigen sinnsuche über das politische ideal! wie war das den vor 1933? und vor 1800? und um 1492? was ist den eine "sinnvolle herangehensweise", wie du das nennst? nazis zu "entmaskieren" ist keine besondere gabe, sondern heutzutage volkssport unter hobbypolitlogen! wo ortest du den des pudels wahren kern, fern von mainstream? ein anderes wort für mainstream wäre auch zeitgeist, und wie läßt der sich so locker beurteilen, wenn man die epoche sich grad mal in ansätzen vorstellen kann?

    • sicklikejosef | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 28 Minuten

      @jw72

      Da herrscht wohl Verwirrung in Kopf.
      Ich bin weder "linksliberal" noch hab ich eine besondere Vorliebe für den "Sozialismus". Das Rechtsextreme, oder Faschistische an deiner Parteinahme sind nicht die Tiraden gegen den Sozialismus, die sind mir wirklich wurscht, sondern die Tatsache, dass du den Charakter der Nazis völlig missverstehst (oder nicht zur Kenntnis nehmen willst). Jede politische Bewegung gibt sich universalistisch und hat ein paar Programmpunkte fürs Geistesleben. Das Programm der Nazifaschisten war aber nicht "Antiklerikal, antikapitalistisch, progressiv - mit einem tierlieben Vegetarierer an der Spitze" zu sein, sondern die "Ausrottung der jüdischen Rasse", wie der Führer es so treffend genannt hat. Das macht den braunen Sozialismus, wenn man diese Sprache bedienen will, zu etwas völlig anderem als den "roten Sozialismus".
      Die Nazis wegen ihres tatsächlichen oder angeblichen sozialistischen Elements nicht zu mögen ist eine Art Relativierung des Holocausts, weil man das Spezifische des Nazistaats im Gegensatz zum stalinistischen Terror nicht wahrnehmen will.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 24 Minuten

      ein Teil davon wäre die Achse links/rechts ad acta zu legen. Der tatsächliche Graben läuft zwischen Individualismus hier - und roten wie braunen Kollektivismen dort.

      In der Interaktion zwischen Menschen gibt es letztlich nur zwei mögliche Mittel: freiwillige Übereinkunft und Tausch oder erzwungene Gewalt und Raub. Dezentraler Markt oder zentraler Plan. Handschlag oder Genickschlag.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 18 Minuten

      >dass du den Charakter der Nazis völlig missverstehst

      du meinst, den ich nicht in jener Art und Weise verstehe wie du, der du im Besitz der letztgültigen Wahrheit bist?

      >sondern die "Ausrottung der jüdischen Rasse"

      das war der einzige Programmpunkt der NSDAP? Soso. Und das 25-Punkte Programm war weder sozialistisch, noch antikapitalistisch? Sie wurde also gewählt und vergöttert, weil sie Juden umbringen wollten. Nicht weil der einfache Deutsche die Möglichkeit sah, es sich mit Hilfe "seines" Staats in Wohnung oder Firma seines jüdischen Nachbarns und mit dessen sonstigem Eigentum und Besitztümern ausgestattet plötzlich ganz ohne Folgen gemütlich zu machen.

      Ja, der braune Sozialismus war sicher etwas völlig anderes als der rote, so ist das halt in einer komplexen Welt. Man muß dennoch die ideologischen Unterschiede eher mit der Lupe suchen, als dass sich einem die Gemeinsamkeiten nicht förmlich an den Hals schmeißen würden. Von den Ergebnissen, an denen kaum ein Sozialist gemessen werden will, erst recht ganz zu schweigen.

    • onpulse | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 17 Minuten

      "nur zwei mögliche mittel" - na wenn du das sagst...

      es geht hier nicht um den "wahren sozialismus" aber du kannst nicht hergehen, das nationalistische blut-und-boden-konzept stalins - das in direktem widerspruch zur internationalistischen theorie steht - (dass mit dem der nazis natürlich verwandt ist, das bestreitet überhaupt niemand!!) hernehmen und behaupten das ist jetzt sozialismus...

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 12 Minuten

      da hab ich wohl mal wieder ins Wespennest gestochen, um meiner gefühlt 5946325904. digitalen "Ausrottung" zuvor zu kommen, ziehe ich mich vornehm zurück. Auf dass die sich "gegen rechts" wähnenden "Linken" wieder schulterklopfend im eigenen Saft schmoren, mit ihren unglaublich "alternativen" Ansichten und Ideen, ohne auch nur einmal zur Selbstreflexion gezwungen zu werden.

    • jw72 | vor 2898 Tagen, 5 Stunden, 10 Minuten

      sollte makronaut noch hier unterwegs sein: "report thoughtcrime!"

    • blumenau | vor 2898 Tagen, 4 Stunden, 48 Minuten

      wespennest, wie lieb...
      du stichst mitten in die braune rechtfertigungskacke, die wider jedes bessere wissen, die nazis zu sozialisten ummorphen wollen. lachhaft, historisch und politisch unhaltbar.

    • choban2002 | vor 2898 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten

      dieses links gleich rechts, rot gleich braun, hitler gleich stalin und kz gleich gulag gerede ist ein wirklich ganz alter hut, mit dem es sich scheinbar immer noch gern leute leicht machen! die lichterkette ist dann wohl auch mit einem burschenschaftsaufmarsch gleichzusetzen, so einfach!!

    • os84 | vor 2897 Tagen, 17 Stunden, 5 Minuten

      thoughtcrime ist gut. ich melde einen notorischen nörgler der sich nicht aufgrund guter argumenation sondern durch seine arroganz erhöhen will. hätte zu gerne gewußt wen den jetzt jw72 gewählt hätte, anno 1933.. wahrscheinlich unsozialistische anarchisten oder einfach niemanden.

    • diamondback | vor 2897 Tagen, 16 Stunden, 11 Minuten

      @jw72=rauland=morb:

      die von dir verbreitete maer "rechte politik ist gleiche linke politik" ist eine rechte verschwoerungstheorie.

      grundlage dieser verschwoerungstheorie ist ein sehr langweiliges buch von ayn rand, in dem faschismus und kommunismus als "totalitarismus" gleichgesetzt und abgelehnt werden.

      anscheinend hilft dir dieses buch, dein angeknackstes selbstvertrauen aufzupaeppeln und daher predigst du den dort verzapften rechts-anarchismus nach.

      du behauptest staendig die nazi-partei war sozialistisch das ist voellig falsch:

      die nazis gaben sich einen pseudo-sozialrevolutionaeren anstrich, um ihre ziele (die zementierung der damaligen herrschaftsverhaeltnisse) umsetzen zu koennen.

      die nazis schuetzten die interessen weniger (ihrer geldgeber) und arbeiten gegen die interessen der masse.

      die nazis:
      - privatisierten staatsbetriebe
      - verringerten die koerperschaftssteuer
      - verringerten die erbschaftssteuer
      - zerstoerten die gewerkschaften
      - reduzierten die buergerrechte

      geld und werte wurden von unten (allgemeinheit) nach oben (grossindustrie) umverteilt.

    • choban2002 | vor 2897 Tagen, 15 Stunden, 7 Minuten

      totalitäre regime darf man natürlich vergleichen, und zwischen dem regime unter stalin und unter hitler lassen sich parallelen aufstellen (kz und gulags, usw.). aber man muss sich unbedingt davor hüten, die beiden systeme gleichzusetzen. das öffnet tür und tor für relativierungen des holocausts, derer sich rechte so gerne bedienen ("der holocaust ist ja nur ein verbrechen unter vielen.")

      achja, eine gemeinsamkeit gibts noch: stalins und hitlers regime hatten bitte beide NICHTS mit (mehr) sozialismus zu tun.

    • blumenau | vor 2897 Tagen, 13 Stunden, 27 Minuten

      des rätsels einfache lösung: der troll jw72 ist der altbekannte poster-kasper morb, der sich nach dem zusammenbruch seinen neoliberalen weltbilds als brauner prmann verdingt. es handelt sich um eine absichtlich inszenierte kunstfigur, die natürlich sofort aus der fm4-community entfernt wurde, nicht um eine reale person.

  • nyarlathotep | vor 2898 Tagen, 9 Stunden, 43 Minuten

    Falsches Datum

    Heute ist der 18. Juni, nicht der 19. Juni.

    Auf dieses Posting antworten
    • piareiser | vor 2898 Tagen, 9 Stunden, 9 Minuten

      danke, ist korrigiert!

    • blumenau | vor 2896 Tagen, 5 Stunden, 59 Minuten

      und, weil ein rafael dieses posting als wichtig herausputzen wollte - ein poisting ohne inhaltliche nährstoffe ist wertlos; selbst eine solche terminausbesserung kann man (soll man, ich sage muß man) mit einer inhaltlichen anmerkung versehen.