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Martin Blumenau

Geschichten aus dem wirklichen Leben.

16. 2. 2009 - 15:19

Journal '09: 16.2.

Ein paar Anmerkungen zum Polizei-Prügel-Vorfall in der Wiener U-Bahn.

Heute, auf dem Weg ins Funkhaus, beim Abgang zur U-Bahn kommen uns auf den Stiegen zwei Schwarze (so heißt es laut Zara korrekt) entgegen. Und allein ihre Präsenz sorgt dafür, dass mir sofort, in 100 Assoziationen, der Vorfall einfällt, von dem am Wochenende zu lesen war: Kripo glaubt Dealer in U-Bahn ausgeforscht zu haben, prügelt den Mann am Bahnsteig nieder, erkennt Irrtum erst nachdem er (Lehrer an der Int. School) mit Ausweis wachelt und Botschafts-Anrufung droht. Selbst noch im Spital hilft man die Sache runterzuspielen - der Arzt untersagt Aufnahmen.

An dieser Geschichte ist so vieles verkehrt, unstimmig und hochproblematisch, dass es wehtut, in allen Assoziationen.

1

Jeder Mensch, der in Wien U-Bahn fährt und die Augen offenhält, kann Dealer und User erkennen. Nicht weil sie stören, randalieren oder Terror machen würden, sondern an der geschäftigen Unauffälligkeit mit der sie ihrem zugleich traurigen und widerwärtigen Job nachgehen bzw. ihrer Sucht nachgeben. Man verabredet sich mit Blicken und leisen Worten, benützt einschlägige Codes, auch optische Erkennungsmerkmale. Dabei spielt die Hautfarbe eine nebensächliche Rolle: es gibt zwar U-Bahn oder Tram-Linien, die von einzelnen Gangs (und damit auch immer von Landsleuten) dominiert werden, so etwas wie eine Mono-Kultur lässt sich aber nicht feststellen.

Eigentlich trau ich einem "normalen" Streifenpolizist zu, dass man da unterscheiden kann.
Als Krimineser, noch dazu als offensichtlich drauf spezialisierter, also als Experte, muss man derlei aber wissen. Und ein einzelner Afroamerikaner, egal ob im Anzug oder in Sportswear (Michael B. ist Lehrer für Turnen und Englisch) ist schon allein deshalb unverdächtig, weil die Dealerschaft immer zu zweit loszieht.
Wie ja auch Schwarzkappler oder Kriminalpolizisten.

Wenn die Ermittler also schon bei den simpelsten Grundlagen so daneben liegen - wie wollen sie jemals wirklich schwierige Fälle jenseits des sonntäglichen Zeitungsdiebstahls lösen?

2

Selbst wenn es stimmen sollte, dass die Kripo da einen dicken Fisch auf der Wanted-Liste hatte und Michael B. wegen seiner totalen Ähnlichkeit verwechselt hat (was wegen der zwar inoffiziellen aber erschreckenden und zutiefst rassistischen Schaun-eh-alle-gleich-aus-Standards der Exekutive nicht sehr wahrscheinlich ist): wieso wird bei und vor allem NACH erfolgter Verhaftung getreten, geprügelt, krankenhausreif geschlagen?

Ich will nicht den populistische Dreck, dass nur der zur Polizei gehen würde, der Spaß an Prügeln hat, bemühen - ich denke, es ist viel simpler: weil es innerhalb der Exekutive keinerlei Schuldbewusstsein an den einschlägigen Todesfällen der letzten Jahre gibt, als Polizei-Gewalt Menschenleben forderte. Die Verantwortlichen machen die Mauer, und zwar eine undurchdringliche, die Beamten, die auf Cheibani W. herumstanden und ihn so zu Tode befördert haben, werden intern geschützt.

Natürlich nützt eine Hatz auf Einzelpersonen, die ja auch nur innerhalb eines Systems agieren, und die Grauslichkeiten, die dort Usus sind, verbreiten und ausüben, gar nichts. Was wirklich nützen würde, wäre eine klare Änderung der Grundhaltung, der Philososphie. Dass es nicht darum geht, eine Gruppe von Menschen vor anderen Gruppen von Menschen zu schützen (das ist ein Prinzip, mit dem diktatorische Systeme arbeiten, Feindbilder aufbauen, die Gewaltspirale in Gang setzen etc.), sondern, dass alle Menschen wie solche behandelt werden müssen.

Das vermittelt niemand in diesem Land. Und die Polizei setzt diese Unkultur um: mit automatisierten Prügelorgien, sobald eins der Feindbilder aufblitzt.

3

Da dockt dann das nächste Problem an: wenn was passiert - runterspielen, wegdrücken, auch automatisiert.

Nehmen wir an, die Kripo-Beamten "irren" sich nicht, und erwischen den echten Dealer, trickern ihn, bis er spitalsreif ist und sperren ihn dann weg - kommt dieser Fall jemals an die Öffentlichkeit? Erfahren wir was davon - außer eine minimale Teil-Öffentlichkeit via Mundpropaganda von jenen, die's am Bahnsteig gesehen haben?

Oder: die Kripo erwischt den Falschen, aber er ist kein US-Lehrer mit hohem Selbstwert was demokratische Grundrechte betrifft, sondern ein seit Lebzeiten eingeschüchterter Asylwerber aus Afrika, der dort ähnliche und schlimmere Polizei-Erfahrungen gemacht hat - erfahren wir es dann?

Und: interessiert es uns überhaupt?
Oder ist es ein weiterer, von den wenigen, die sich drum kümmern, utebockmäßig, erwähnter Fall, der medial untergeht? Weil er einerseits keine Lobby hat, oder weil einem andererseits die überhitzten, meist in den falschen Worten formulierten Anklagen auch schon am Arsch vorbeigehen?

Wäre die US-Botschaft nicht hellhörig, weil sie sich zuletzt mit den niederträchtigen und rassistischen Aussagen des Pensionärs Klaus Emmerich beschäftigen mussten - hätte der Fall des Turnlehrers dann die Unterstützung die er braucht?

4

Natürlich insinuieren dumme Hollywood-Filme, mittlerweile offen zu Verbrechen anstiftende Reihen wie "24" oder auch kreuzdoofe deutsche "TV-Movies", dass es lässig und auch ganz normal ist, die "Bösen" nicht als Menschen, sondern als Fußabtreter zu behandeln und Gewalt als legitimes Mittel einzusetzen - auch und vor allem in der Rolle der Exekutive.

Niemals in diesen einflussreichen Zuschreibungen wird ein White-Collar-Typ körperlich attackiert - da nimmt man Rücksicht auf Macht/Einfluss etc. Sobald man es aber mit Blue-Collar oder sozial noch tiefer georteten Individuen zu tun hat - "eine in die Goschn"; als Automatismus.

Das ist auch bei Dealern nicht anders.
Groß-Dealer, die zentralen Verkäufer, die in besseren Puffs oder gar gesellschaftlich anerkannten Weißwäsche-Firmen sitzen sind unangreifbar - die Würschtl auf der Straße hingegen Freiwild für Dresche. Und somit das Opfer von all dem Frust, der sich in einer unbeliebten, schlecht ausgestatteten, schlecht ausgebildeten und auch schlecht organisierten Exekutive so aufstaut. Noch dazu wird das auch (intern) als zulässiges Ventil akzeptiert.

Auf die Untersten eintreten - passt schon.
An sowas wie eine kollektive Traumatisierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe denken - geh bitte...

5

Um hier nicht eine falsche (und auch ein bissl widerliche) Sozialromantik auszulösen: diese Untersten sind dort nicht durch ein unentrinnbares Schicksal gelandet. Niemand wird gezwungen diesen moralischen Tiefststand einzunehmen.

Es hat sich da ein unhinterfragter Argumentations-Automatismus eingeschlichen, der nicht stimmt. Dass nämlich der Asylwerber, der wegen moralisch falscher und bürokratisch durchaus widerlicher Behandlung nicht anerkannt oder auf den langen Instanzenweg geschickt wird, da - um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten - quasi dazu gezwungen wird, illegale Geschäfte zu machen.

Das ist kurz gedacht.
Und es ist eine gemeine Faustwatschn für alle schwarzafrikanischen Asylwerber, die nicht dealen, und sich und womöglich eine Familie, irgendwie durchbringen. Das ist eine falsch verstandene und saublöde Gangsta-Mystifizierung, und es ist durch die Primitivität der Gleichung auch wieder ein zutiefst rassistisches Stereotyp: als wäre die klassische schwarze Drogendealer-Karriere etwas Unentrinnbares.
Auch wenn viele da ganz unschuldig einem doppelseitigem Druck ausgesetzt sind: dem der sie per se abschätzig behandelnden Behörden und dem der eigenen "Communities", die sie ab- und einfangen und in die verbotenen Zonen locken.

Ehrlich: ich halte von einem Menschen, der in Österreich Asyl beantragt und in der Wartezeit dazu beiträgt andere Menschen mit dem Vertrieb von Gift zu töten, genau gar nichts. Das ist letztklassig - und verspottet alle diejenigen, die es schaffen das zu vermeiden, die es schaffen ihre Moral hochzuhalten, auch genau WEIL sie dem Unrecht, der Unterdrückung entflohen sind.

6

Letztlich ist es aber komplett egal, ob es sich um einen moralisch versauten Menschen, um einen von unfassbaren Umständen in die Scheiße Gezwungenen (denn das gibt es ntürlich auch) oder um jemanden handelt, der einfach in ein in das Fußabtreter-Schema der Exekutive passt (und das geht schnell: "schwarz, jung, männlich" reicht da oft).
Wer - aufgrund welcher Fehler auch immer, der des Individuums oder der des Systems - etwas demokratiepolitisch so Zentrales wie eine Amtshandlung durch den Einsatz von Gewalt derart herabwürdigt, stellt sich jenseits des Rechtsstaats. Und der gilt für alle.

Ein Fall wie dieser, einer ohne wirklich verheerende Auswirkung (obwohl ich mir denken kann, dass weder der Lehrer noch seine engere Umgebung in den nächsten Monaten U-Bahn-Fahren können, ohne dabei ein grausliches Gefühl zu haben) ist im übrigen einer, anhand dessen man sich die Politik von Exekutive und Innenministerium gut anschauen kann. Wenn man hier wieder nur abwiegelt, verschleiert und beschönigt, dann ist die Lernunfähigkeit und auch die Beratungsresistenz erwiesen. Wenn man diesen Fall hernimmt, um draus zu lernen, und damit (und den Folgen, an die der einzelnen Beamte vielleicht nicht denkt) durch die Kommissariate tingelt, dann besteht vielleicht noch Hoffnung.

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  • elvishasleftthebuilding | vor 3076 Tagen, 14 Stunden, 27 Minuten

    Als Schlussbemerkung noch, weil hier zuletzt wieder so die Rassistenkeule geschwungen wurde, einige Fälle, aktuelle und ältere:

    4 Nordafrikaner betäuben und vergewaltigen eine junge Frau in Innsbruck.
    Junger Afrikaner der abgeschoben werden sollte, dem das Gericht aber Aufschub gewährte, bedroht 2 Österreicherinnen und eine japanische Touristin mit einem Messer und vergewaltigt sie.
    Afrikanischer Drogendealer ersticht einen Pensionisten am Westbahnhof, der ihn zuvor wegen dealens zur Rede gestellt hatte (zivilcouragierter Trottel der).
    2 Afrikaner überfallen einen Geld-Postler und prügeln ihn mit einer Eisenstange halbtot ...

    Auch so sieht eben die Realität aus, und über diesen Teil wird, gerade auch im ORF, so gut wie nie berichtet.

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 3073 Tagen, 11 Stunden, 20 Minuten

      verbrecher begehen verbrechen. weiße schwarze, gelbe, grüne, ja.

      hier gehts aber nicht um ein verbrechen, sondern darum, dass jemand, der kein verbrecher ist und kein verbrechen begangen hat, aufgrund eines falsch weitergegebenen stereotyps spitalsreif geschlagen wird.

      ihn bzw den fall mit den von dir beschriebenen verbrechen hochzurechnen, ist so hochgradig rassistische, dass es selbst dir auffallen müßte. du implizierst nämlich eine generalschuld von menschen derselben hautfarbe - und machst mike b. zum täter. das ist unfaßbar widerwärtig.

  • miikesmama | vor 3078 Tagen, 11 Stunden, 47 Minuten

    Ein wenig off-topic, aber weil in dem Artikel steht: "(...)mittlerweile offen zu Verbrechen anstiftende Reihen wie "24"...", wie ist das zu verstehen? Ich kenne die Serie nicht (wirklich), natürlich weiß ich das Hr. Sutherland mitspielt und sie angeblich in "Echtzeit" abläuft, aber was hat es denn mit dem Aufruf zu Verbrechen auf sich?
    Bin für jede Erklärung dankbar

    Auf dieses Posting antworten
    • coll777 | vor 3077 Tagen, 18 Stunden, 14 Minuten

      wenn man sichs unter dem Einfluß der in der U4 gekauften Drogen anschaut, kann man diese Aussage sicher nachvollziehen.-> "(...)mittlerweile offen zu Verbrechen anstiftende Reihen wie "24".

    • blumenau | vor 3073 Tagen, 11 Stunden, 23 Minuten

      24 rechtfertigt ganz offen jede menge gewaltverbrechen - wenn du die serie aber eh nicht kennst, wozu fragst du dann nach?

  • speedtriple | vor 3078 Tagen, 14 Stunden, 10 Minuten

    Ich finde ausgesprochen lobenswert, dass Herr B AUCH in diesem Artikel die Gegenseite zu Wort kommen lässt und sich in seinem Bekanntenkreis (der selbstredend Exekutivbeamte einschließt, der Autor ist schließlich von Welt) kundig gemacht hat, wie denn den Polizisten gegenüber getreten wird.

    Oder hab ich da jetzt was verwechselt?

    wie immer,

    Hochachtung!

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    • blumenau | vor 3078 Tagen, 12 Stunden, 22 Minuten

      es gibt keine "gegenseite", wenn es darum geht moralisches verhalten (also: keine prügel durch die exekutive) einzufordern - da stehen wir alle auf derselben seite.

    • speedtriple | vor 3077 Tagen, 20 Stunden, 36 Minuten

      Ignorantes Weltbildzurechtlegen. Sonst nix.

      Schade.

    • winnetou2 | vor 3077 Tagen, 8 Stunden, 26 Minuten

      hä???

      "keine prügel durch die exekutive einzufordern" = "ignorantes weltbildzurechtlegen"? wo sind wir denn hier? polizeistaat pro und contra? oder was?

    • speedtriple | vor 3076 Tagen, 20 Stunden, 1 Minute

      Re: hä???

      Wer zu spät zur Vorstellung erscheint, möge sich ein Programmheft kaufen und still und leise am Stehplatz verhalten.

    • blumenau | vor 3073 Tagen, 11 Stunden, 24 Minuten

      da die polizei ihr fehlverhalten ja zugibt, ist alles, was speedtriple da fordert obsolet. da schwingt nur der ärger mit, weil jetzt über prinzipielles versagen in der ausbildung seiner kollegen diskutiert wird.

  • gunstreetboy | vor 3078 Tagen, 21 Stunden, 28 Minuten

    so infantil das jetzt klingen mag, aber ich wünsche den verantwortlichen beamten, den vorgesetzten und in dem sinn ganz österreich, dass ihnen (bzw. uns) der fall um die ohren fliegt, dass es nur mehr so knallt. sprich, dass mike b. den vollen support seines heimatlandes bekommt und ausnutzt,dass die geschichte mit einer wucht abläuft, dass es auch nicht zur typisch österreichischen abschottung (das böse ausland kann uns gar nix sagen! mia sein mia!) kommen kann, dass EINMAL in der geschichte dieses landes verantwortung für getätigtes unrecht übernommen werden muss (und das nicht 50 jahre zu spät)

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    • teaparty | vor 3078 Tagen, 12 Stunden, 55 Minuten

      was war vor 50 jahren?

    • gunstreetboy | vor 3078 Tagen, 12 Stunden, 12 Minuten

      nichts war vor 50 jahren...ich schrieb ja auch, dass die verantwortung jetzt übernommen werden muss und nicht 50 jahre zu spät (wie eben franz vranitzky die opferrolle österreichs in der ns-zeit erst 1991 ins reich der märchen verabschiedet hat)

  • novalues | vor 3079 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten

    +++

    Ich kenne jemanden der Freitagnacht in der Wiener Innenstadt auf der Polizei auf den Boden gewuchtet und mit Handschellen versehen wurde, weil er eine ähnliche Jacke wie ein Verdächtiger Messerstecher trug nach dem gesucht wurde. Seitdem habe ich immer wenn ein Polizeiauto vorbeicruised, Angst durch Zufall dasselbe zu tragen wie ein verdächtiger Verbrecher auf der Flucht.

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    • fckinhero | vor 3079 Tagen, 13 Stunden, 17 Minuten

      erinnert mich an ein ereignis aus meiner jugend: personenkontrolle in der provinz (ein anrainer hat sich wohl über herumlungernde jugendliche beschwert - am "land" sind jugendliche, die nicht stammgäste in der dorfdisko sind, automatisch verdächtig). ein bekannter fragt den herren von der gendarmerie, aus welchem grund er unsere namen wissen will und wird daraufhin am kragl gepackt und auf die motorhaube des dienstwagens gewuchtet. die falsche frage zu falschen zeit, mag alles sein, trotzdem eine ETWAS überzogene reaktion. im vergleich zu den anderen hier angeführten geschehnissen natürlich ein lärcherlschaß, trotzdem habe ich seitdem ein mulmiges gefühl, wenn ich unseren freunden und helfern begegne.

    • oxymoron | vor 3079 Tagen, 11 Stunden, 29 Minuten

      bei einer ähnlichen jacke wie die eines messerstechers ist sowas ja wohl noch eher gerechtfertigt als bei derselben hautfarbe und räumlicher nähe in der ubahn zu mutmaßlichen drogendealern.

    • jamesphoenix | vor 3079 Tagen, 9 Stunden, 42 Minuten

      gerechtfertigt ist es nur bei gefahr im verzug. und die ist sicher nicht anzunehmen wenn der verdächtige bereits in gewahrsam ist. der verdächtige muss belehrt werden und die polizei MUSS auskunft darüber erteilen, welcher tatverdacht vorliegt. nur in einzelfällen (das übliche stichwort: terrorismus) muss sie dies (nach neuer strafprozessordnung) nicht.

      manchmal hab ich das gefühl, dass manche exekutivbeamte dank dem neuen spg ernsthaft glauben, dass solche taten gedeckt sind.

      ich finds zwar auch richtig, dass von allen seiten die diesen vorfall thematisieren angesprochen wird, dass es sich hier um schwarze schafe handelt, und doch nicht alle bei der polizei so drauf sind. glauben kann ichs nur langsam nicht mehr.

    • jamesphoenix | vor 3079 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

      entschuldigt das "schwarze schafe", das ist hier gänzlich unpassend.

  • veliec | vor 3079 Tagen, 15 Stunden, 22 Minuten

    ich muss ehrlich sagen dass ich angst vor der polizei hab. und so naiv das klingen mag, aber ich denk mir die müssten doch bessere tricks drauf haben jemanden dingfest zu machen als drauf los zu dreschen bis das opfer nicht mehr davon laufen kann.

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    • speedtriple | vor 3078 Tagen, 14 Stunden, 12 Minuten

      Erfreulich! Positive Ansätze zeichnen sich ab.

      Jetzt hilft nur mehr eins: bei der Polizeischule inskribieren und sich selbst an des Verbrechens Ferse heften!!

      Hü-hott!

    • winnetou2 | vor 3077 Tagen, 8 Stunden, 16 Minuten

      das ist nicht der punkt

      JEDER hat die verantwortung, es besser zu machen in seinem bereich. ich kann die polizisten nicht aus ihrer verantwortung entlassen, weil ich selber keiner bin.
      von einem polizeibeamten in einem demokratischen staat ist zu erwarten, dass er nicht wahllos auf verdächtige eindrischt.

  • sicklikejosef | vor 3079 Tagen, 15 Stunden, 35 Minuten

    Ich hatte (vor vier Jahren) beruflich einige Zeit mit Polizisten...

    ...zu tun

    und mein Eindruck der inneren Haltung von Polizisten zu dem Problem ist der gewesen, dass sich die rassistische Grundhaltung nach dem Tod von Marcus Omofuma etwa, eher verstärkt hat. Die Berichterstattung und die eigene Praxis sorgt bei Polizisten dafür, für jeden toten Migranten (und besonders bei afrikanischen) noch mehr Ausreden und Rechtfertigungen zu erfinden. Ein besonders üble Rolle dabei spielen vor allem die Polizeigewerkschaften, die in Wien von der SPÖ dominiert sind, denn diese mauern was geht und sind sehr darauf bedacht, dass die Täter tatsächlich straffrei bleiben. Der Widerstand gegen eine interne Reform kommt viel eher von dort, als aus dem Ministerium. Wer also die Polizei reformieren will, braucht die Gewerkschaft und die will nicht. Das ist immer so mein Eindruck gewesen.

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    • dethomaso | vor 3079 Tagen, 14 Stunden, 55 Minuten

      Ich will keineswegs die Errungenschaften von Gewerkschaften schmälern, aber das sind nicht nur bei der Polizei die Oberbremser, wenn es um Veränderungen geht.

    • sicklikejosef | vor 3079 Tagen, 14 Stunden, 14 Minuten

      Ich auch nicht

      Ich bin selbst Gewerkschaftsmitglied, aber gerade der ÖGB hat eine lange, lange Tradition der Ausgrenzung ausländischer Arbeitskräfte. Als in den 60ern die Arbeitsmigration nach Österreich organisiert wurde, war es der ÖGB der nicht nur strikte Quoten festsetzte, (was vielleicht nicht ganz unvernünftig sein mag), sondern auch darauf bestand, dass die neuen ausländischen Arbeitskräfte weniger Rechte am Arbeitsplatz haben sollten. U.a. waren sie vom passiven Betriebsratswahlrecht ausgeschlossen, hatten geringere versicherungstechnische Ansprüche und sollten auf Wunsch des ÖGB auch als erste gekündigt werden.
      Man wundert sich nicht allzu sehr.

    • mistersimpson | vor 3078 Tagen, 21 Stunden, 31 Minuten

      der ÖGB ist aber nach wie vor nicht für eine vollständige öffnung des arbeitsmarktes. was ich persönlich auch nicht wirklich unvernünftig finde.
      traurig übrigens, dass die gewerkschaft diese seine mitglieder vehement schützt, die schuld am tod eines menschen tragen.

  • endlessnameless | vor 3079 Tagen, 16 Stunden, 39 Minuten

    der lehrer sollte seine jetzige prominente stellung/rolle ausnützen und über diverse medien wachrütteln...

    Auf dieses Posting antworten
    • blumenau | vor 3079 Tagen, 15 Stunden, 55 Minuten

      ein anfang:
      http://fm4.orf.at/stories/1601283/

    • weirdsista | vor 3079 Tagen, 5 Stunden, 57 Minuten

      es war auch schon in usa today. in amiland wird das sicher noch zur großen story aufgebauscht. recht so.

    • mistersimpson | vor 3078 Tagen, 21 Stunden, 28 Minuten

      ja, ein gefundenes fressen für die medien in usa. die böses ösis wieder...

    • blumenau | vor 3078 Tagen, 16 Stunden, 8 Minuten

      und womit? mit recht.

    • mclusky | vor 3078 Tagen, 13 Stunden, 34 Minuten

      ja, ein anfang:
      http://news.google.at/news?sourceid=firefox-search&hl=en&ei=_COcSZH4F4uK0AXd5uHgBQ&resnum=1&ncl=1304794377&filter=0

  • innoffiziell | vor 3079 Tagen, 16 Stunden, 45 Minuten

    Die Innenministerin

    sollte ganz schnell zurücktreten!

    Auf dieses Posting antworten
  • riem | vor 3079 Tagen, 16 Stunden, 49 Minuten

    Yesterday, I spoke to Simon Inou, founder of blackaustria.com and current Chairman at M-Media, an organisation assisting people with migration backgrounds to have a positive media prescence. Simon said that the seminars and the attempts the Austrian police force have made with regards to combatting racism can basically be compared to the blind leading the blind. In a guidebook created to stop racism in the police force, black people are referred to as 'Schwarzafrikaner", a racist term in itself.

    Auf dieses Posting antworten
    • kamikaze | vor 3079 Tagen, 14 Stunden, 44 Minuten

      Ohh! Ohh. Oh.

      1. Wow, I didn't know such a website existed, thanks for the tip.
      2. The actual domain name is blackaustria.at (blackaustria.com doesn't work)!
      3. The very first words on the site are "[26. Jänner 2009] blackaustria beendet seine Aktivitäten"......

    • riem | vor 3079 Tagen, 13 Stunden, 26 Minuten

      @ kamikaze...
      oops. Sorry about that website-name faux pas. Just because the website has temporarily run out of funds (and even if it's never up and running), you can still find out about the amazing work team behind blackaustria.at were doing. and the

    • riem | vor 3079 Tagen, 13 Stunden, 24 Minuten

      ...you can still find out about the amazing work the team behind blackaustria.at were doing.

      I no can write today.

    • kamikaze | vor 3079 Tagen, 6 Stunden, 3 Minuten

      No problem, I just thought I'd post the correct URL because I figured not everybody would try to replace the TLD. :)

      And you're right about the rest (and I'm not good at expressing myself today, either), I was just a bit saddened by the fact that this neat project (which I'd only just found out about!!) is currently on hold.

      (1., 2., 3. = my Oh's at the very top..)